Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Osterrock mit King Savage, Boys in the Attic und Varied Bunch

Zog alle Register: King-Savage-Sänger Arthur Jaschik.
Zog alle Register: King-Savage-Sänger Arthur Jaschik.

Drei spielfreudige Hard’n’Heavy-Bands rockten am Ostersonntag in der gut gefüllten Pirmasenser Matrix drauflos. King Savage kam am besten an.

Diesmal waren beim Osterrock die Band Varied Bunch (Heavy-Rock-Covers) als Anheizer, King Savage (Heavy Groove Rock/Metal) aus Karlsruhe in der Co-Headliner-Position und die regionale All-Star-Truppe Boys in the Attic (Aerosmith Tribute) als Hauptattraktion am Start.

„Das ist eine super Location hier, und wir wurden liebenswert empfangen. Von unserer aktuellen Platte ,Midnight’, die stilistisch metallischer ist als unsere früheren Stücke, spielen wir heute alle fünf Songs. Die Fans können schweißtriefenden Rock’n’Roll erwarten“, erzählte Sänger Arthur Jaschik vor dem Auftritt dieser Zeitung.

Voluminöser Groove-Metal

Gestählt durch zahlreiche Konzerte, darunter zwei umfangreiche Tourneen als Vorgruppe von Molly Hatchet aus den USA, ging King Savage voller Tatendrang sowie mit mächtigem Sound der Marke Black Label Society auf die Bühne. Ihr voluminöser Groove-Metal ließ bei den zahlreichen Besuchern sogleich die Hosenbeine flattern.

„Auf der ersten Tour mit Molly Hatchet hatte ich arge Probleme mit der Stimme, worauf mir deren ehemaliger Sänger Phil McCormack den Tipp gab, vorm Konzert einen Schluck Tabasco zu trinken“, erläuterte Jaschik. „Als Ingram besagte Medizin auch mal benötigte, war leider nur noch ein Schlückchen übrig, und ich machte mich schnell aus dem Staub“, so der Vokalist grinsend, „natürlich war dafür später eine Entschuldigung fällig.“

Bier, Whiskey, Beziehungsstress

Tabasco benötige Jaschik in Pirmasens glücklicherweise nicht, sein raues Organ war vom Start weg auf Betriebstemperatur, und auch die Instrumental-Kollegen gaben Vollgas. 19 Songs inklusive Zugaben hatten die Karlsruher in ihr knapp 90-minütiges Programm gepackt. Neben der Bandhymne „King Savage“ überzeugten die Handvoll neuer Stücke wie der stramme Konzerteinstieg mit „Take My Hand“, dessen Text sich um ein typisches Genre-Thema wie Bars, Bier, Whiskey und Beziehungsstress dreht.

De Konzerthöhepunkt und zugleich das eindrucksvollste Stück der neuen EP ist zweifellos das mit einem leichten Volbeat-Einschlag garnierte und abwechslungsreiche „Devil Inside“, dass sich thematisch um den immerwährenden innerlichen Kampf zwischen Gut und Böse dreht. Doch auch das flott-dynamische „By Myself“ ging als Lehrstück für Groove Metal internationaler Güteklasse über die Ziellinie und wurde entsprechend bejubelt.

Kevin Stegner überzeugt

Neuzugang und Pirmasenser Lokalmatador Kevin Stegner am Bass und der versierte Trommler Jörg Bausbacher bildeten eine immens groovende Rhythmusfraktion, während das Gitarristen-Tandem Maximilian Lennartz/Robin Held hypnotische Riffs und einprägsame Melodien in die Halle feuerten. Ein Pirmasens-Debüt nach Maß!

Zuvor gab die Coverband Varied Bunch aus der Region Südliche Weinstraße ihren Einstand in der Schuhstadt. Mit Ute Schröder präsentierte das Quintett eine agile und stimmgewaltige Frontlady plus abwechslungsreichem Programm. „Seperate Ways“ (Journey), „Forever Young“ (Tyketto) und Alice Coopers „Poison“ bildeten die Speerspitze eines Dutzend Heavy-Rock-Klassiker, deren Ohrwurm-Refrains von zahlreichen Besuchern freudig mitgesungen wurden. „Aerosmith war ein Teil unserer Jugend und mein persönlicher Einstieg in die Rockmusik. Die Fans können heute Abend von uns nostalgische Vibes und die größten Hits erwarten“, sagte Sänger Pouya Nemati vor dem Auftritt.

Spielfreude und Schweiß

Die Musiker der Aerosmith-Tribute-Band Boys in the Attic sind aufgrund zahlreicher Bands und Projekte in unserer Region bekannt wie ein bunter Hund. Die Rolle der legendären „Toxic Twins“ alias Steven Tyler & Joe Perry übernehmen bei den „Dachgeschoß-Jungs“ Nemati (Black Night) und Gitarrist Marko Burkhart (Three Leaves). Zudem hat man mit Manuel Bastian einen der besten Saitenzupfer der Pfalz vorzuweisen. Achim Bißbort (Bass) und Timo Greiner (Schlagzeug) bilden zudem eine starke Rhythmusfraktion.

So überraschte es kaum jemanden, dass der Fünfer eine Show zelebrierte die vor Spielfreude, Agilität, Schweiß und inbrünstig-authentisch dargebotenen Interpretationen der Aerosmith-Klassiker nur so strotze. Sei es nun der unfassbar mitreißende Beginn mit „Toys in the Attic“, das von Nematis exzellentem Mundharmonikaspiel getragene „Cryin“, die gesangliche herausragend interpretierten weiteren Balladen „I Don’t Wanna Miss a Thing“ und „Dream On“ oder das von markanten Gitarrenriffs durchzogene „Walk This Way“, der Auftritt von Boys in the Attic glich einem Triumphzug und der tosende Beifall nach „Eat the Rich“ wollte kein Ende nehmen.

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