Pirmasens
Oldtimer-Sammler Martin Rothhaar: „Moderne Wagen mag ich einfach nicht“
Knapp sechs Meter lang und etwas über zwei Meter breit ist der Cadillac Sedan DeVille des Pirmasensers Martin Rothhaar. Der Motor ist der hubraumstärkste PKW-Großserienmotor, der jemals in Großserienlimousinen eingebaut wurde. Eine weitere Besonderheit sind die Haifischflossen mit Zusatzleuchten. „Sie sind nicht original, sondern stammen von einem Eldorado Barritz von 1959“, erzählt Rothhaar stolz. Der Cadillac Sedan DeVille ist eines von acht Autos im Besitz der Familie und Rothhaars liebster von insgesamt drei Oldtimern, wie er betont. Seine Frau Ursula besitzt noch einen Ford Country Squire, Baujahr 1977, den man heute noch aus älteren amerikanischen Familienfilmen kennt. Des Weiteren besitzen Rothaar und seine Frau einen Mercedes 230E von 1986.
„Mein Cadillac wiederum wurde im Jahr 1976 gebaut. Ich habe ihn 2014 in Kaiserslautern in einer Straße am Wegesrand stehen sehen und mich erkundigt, wem er gehört. Dem Besitzer habe ich ihn kurzerhand abgekauft“, erzählt Rothhaar. Schon früh war der heute 71-Jährige von amerikanischen Wagen begeistert. „In den 1960er Jahren habe ich in Dellfeld gewohnt und die dort stationierten US-Amerikaner mit ihren großen Schiffen bewundert. Diese frühe Faszination sollte mich nicht mehr loslassen“, sagt Rothhaar. Gut 4000 Kilometer fährt er mit seinem Cadillac im Jahr – auch zu Oldtimer-Touristik-Rallyes inklusive Geschicklichkeitstests. Mehrere Pokale hat Rothhaar hierbei über die Jahre gewonnen, die meisten Rallyes finden in den Sommermonaten statt. „Das Auto ist das ganze Jahr über angemeldet, ich fahre es lediglich im Winter wegen dem Streusalz auf der Straße nicht. Der Wagen muss auch gefahren werden, sonst gibt es Standschäden“, erklärt der Pirmasenser.
Verbrauch: 22 Liter auf 100 Kilometer
Auf 100 Kilometern verbraucht Rothhaars Cadillac 22 Liter. „Dafür sind die Reifen und die Lichtmaschine günstiger als bei anderen Wagen. Ersatzteile bekommt man eigentlich auch immer, weltweit existiert dafür ein riesiger Markt“, sagt der Oldtimer-Sammler, der seine Wagen früher auch gerne einmal selbst repariert hat. „Moderne, neue Wagen mag ich einfach nicht. Ihre Sensoren bereiten meistens Probleme und es sind für meine Begriffe auch sonst viele eingebaute Fehlerquellen vorhanden“, sagt Rothhaar bestimmt. Sein Cadillac Sedan DeVille ist innen geräumig, die Sitze erinnern eher an ein bequemes Ledersofa als an ein Auto. „Gerade weil die Sitze so bequem sind, sind die Kids früher in den USA mit solchen Wagen immer in die Autokinos gefahren“, weiß Rothhaar. Aber auch sonst sei eine Fahrt in seinem Schmuckstück sehr komfortabel. „Der Wagen ist mit Automatikgetriebe, Servolenkung, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern und einer Zentralverriegelung ausgestattet. Zudem ist die Vordersitzbank elektrisch einstellbar, es gibt Zigarettenanzünder vorne und hinten und das Lenkrad ist in Höhe und Weite ebenfalls einstellbar“, erklärt der pensionierte Diplom-Ingenieur für Maschinenbau.
Auf die Frage, welchen Oldtimer er in seinem Leben gerne noch erwerben würde, antwortet Rothhaar wie aus der Pistole geschossen: „Ein Traum wäre ein Golden Spirit von Zimmer. Zimmer war früher ein US-amerikanischer Neo-Classic-Autohersteller, der Golden Spirit sein Flaggschiff. Das Fahrzeug war dem Retrodesign der 1930er angelehnt“, sagt der Pirmasenser. Doch zunächst hat Rothhaar den nächsten Pokal im Blick, denn im Juni steht eine nächste Rallye in Alzey auf seinem Programm. Eine Youngtimer-Rallye hat der Oldtimer-Narr dieses Jahr bereits hinter sich gebracht.