Pirmasens „Oberlehrerhafte Fragestellung“

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Als „provinziell, anmaßend und kurzsichtig“ kanzelte Walter Krämer, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat, die Anfrage der Grünen zum Pirmasenser Triathlon am Wochenende 20./21. September ab. Ratsmitglied Hermann Schulze wollte von der Verwaltung über Kosten und Einsatz von städtischem Personal und Fahrzeugen bei dieser Veranstaltung Bescheid wissen. Zehn Fragen hatte Schulze zum Thema gestellt.

Oberbürgermeister Bernhard Ma-theis gab in der Ratssitzung am Montag folgenden Bescheid: Stadtmarketing hatte 800 Euro Zuschuss zugesagt, die Personal- und Sachkosten summierten sich auf 2200 Euro. Die weiteren Fragen müssten an den Veranstalter, das Enduro Team Pirmasens, den Schwimmverein Blau-Weiß und an die Mountainbike-Abteilung des SV Lemberg gerichtet werden. Es sei nicht ungewöhnlich, so der OB, dass die Stadt Vereine finanziell unterstütze, deren Veranstaltungen eine größere Bedeutung haben. Punkt um. Für Walter Krämer war die Anfrage hingegen noch nicht abgehakt. Es sei zwar legitim, über Art und Weise einer Sportveranstaltung zu diskutieren. Nicht in Ordnung fand er, dass die Grünen in ihrem Antrag offen und zwischen den Zeilen der Stadt und den Veranstaltern einen missbräuchlichen Umgang mit städtischen Ressourcen und der Umwelt vorwarfen. „Die Form der Anfrage ist eine Beleidigung der ehrenamtlichen Helfer, der Veranstalter, Sponsoren und der Stadt, die an einen moralisierenden Umweltpranger gestellt werden sollen“, sagte Krämer. Schulzes „oberlehrerhafte Fragestellung“ torpediere jede bürgerliche Eigenverantwortung und Initiative zugunsten des Sports in Pirmasens. „Wer wird sich in Zukunft noch für Sportveranstaltungen einsetzen, wenn er fürchten muss, in dieser Form kritisiert zu werden?“, meinte Krämer. Der Antrag unterstreiche exemplarisch das politische Dilemma der Grünen. Ihr Verdienst sei es, die Umwelt- und Energieproblematik politisch salonfähig gemacht zu haben. Mittlerweile würden die Themen von allen bürgerlichen Parteien aufgegriffen und weiterentwickelt. Durch den Verlust des Alleinstellungsmerkmales seien die Grünen in besserwisserische Sackgassen geraten und „sehen vor lauter Bäumen nicht, was mit dem Wald geschieht“. Und zu Schulze gewandt: „Mit der Art und Weise ihrer Fragestellung beanspruchen sie die Deutungshoheit für das Thema Umwelt und haben damit die Orientierung an der Wirklichkeit verloren.“ |pt

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