Pirmasens Nils fragt: Was heißt Folklore?

Folklore ist ein künstliches Wort und kommt aus dem Englischen. Der Engländer William John Thoms hat es erfunden, weil er nicht wusste, wie er das nennen sollte, was die Gebrüder Grimm (die mit den Märchen, aber nicht nur) an Geschichten zusammengetragen hatten. Also nahm es das englische Wort „folk“, das für Volk steht und hängte ein „lore“ an. Trotzdem hat er dann nicht gesagt, was da genau mit gemeint sein könnte. Heute wird das Wort auch in Deutsch verwendet und meint alles, was irgendwie mit Volkskunst, Traditionen, Bräuchen und so weiter zusammenhängt. Also auch bestimmte Trachten-Kleider, Ess-Geschirr, Feste, Tänze und Musik. Das Wort ist trotzdem ein bisschen heimtückisch, weil man genau wissen muss, in welchem Zusammenhang es gebraucht wird. Oft, aber nicht immer, meint man zum Beispiel Kunst, die vom „Volk“ geschaffen worden ist und nicht von Leuten, die das gelernt haben. Aber auch scheinbar einfache Sachen sind nicht eindeutig: Folkmusik zum Beispiel ist nicht unbedingt dasselbe wie Volksmusik oder gar volkstümliche Musik. Folkloremusik gab es auch in Vinningen, dargeboten von dem Trio „Reinig, Braun und Böhm“. (tz)