Pirmasens Nicht mehr ins Krankenhaus geschafft

Jannes hatte es eilig. Aber das hat er mit seiner Schwester gemeinsam. Die Mutter, Eva Gabriel, schaffte es am Donnerstag gerade noch aus dem Aufzug, durch den Flur und auf den Behandlungsstuhl in der Praxis von Frauenarzt Abdolhamid Huschmand-Nia. Einmal pressen – und da war er.
Am Donnerstagmorgen habe es noch so ausgesehen, als ob es mit der Geburt etwas dauern könne. Dann kurz vor 10 Uhr merkte Eva Gabriel, dass Jannes nicht mehr warten wollte. Die betreuende Hebamme Christiane Chini hatte gerade Sprechstunde in der Praxis von Huschmand-Nia. Und da es plötzlich sehr eilig war, machten sich die in Waldfischbach-Burgalben lebende Eva mit Mann Florian Gabriel kurzerhand auf den Weg in die Praxis. „Ich wusste, dass ich es nicht mehr ins Krankenhaus schaffe“, erzählt Eva Gabriel, die Erfahrung mit knappen Geburten hat. Ihr erstes Kind, die jetzt 20 Monate alte Alina, kam beinahe im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus. „Es war ein Wunder, dass sie es vom Aufzug noch auf den Stuhl geschafft hat“, so gestern Huschmand-Nia, der bei der Geburt nicht dabei war, da er in Kaiserslautern operierte. Die Geburt managten die Hebamme, Arzthelferin Katharina Walter und der Vater. „Ich wollte unbedingt bei meiner Hebamme entbinden“, betont Eva Gabriel. Für den unwahrscheinlichen Fall einer Geburt in der Praxis habe er immer ein entsprechendes Besteck inklusive Nabelschnurklemme im Haus, erzählt Huschmand-Nia. „Ich dachte ja nie, dass wir das je brauchen könnten.“ Um 10.33 Uhr kam Jannes zur Welt. Die Mutter schnitt die Nabelschnur selbst durch. Gegen 12.30 Uhr war das Paar mit Sohn wieder zuhause. Die Nachbetreuung macht die Hebamme. „Das ist alles perfekt gelaufen. So eine ambulante Geburt ist was ganz natürliches“, freut sich Huschmand-Nia über die unerwartete Geburt im Haus. Er selbst habe noch nie eine Geburt in der Praxis erlebt. Allerdings in Göttingen einmal bei einer Geburt in einem Hubschrauber assistiert. (kka)