Pirmasens Neuerdings jeden Tag Ärztlicher Bereitschaftsdienst

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Der Ärztliche Bereitschaftsdienst in Pirmasens bietet künftig mehr Service. Ab sofort ist die Anlaufstelle für Kranke nach Sprechstundenende der Niedergelassenen jede Nacht geöffnet. Das soll sowohl Hausärzte als auch die Notfallambulanz im Städtischen Krankenhaus entlasten. Der Mediziner Günter Zinßius ist froh über diese Entwicklung.

„Das ist kein Pirmasenser Alleingang, sondern eine landesweite Veränderung“, sagt Günter Zinßius, der seit 16 Jahren den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Pirmasens managt. Es gehe vor allem darum, die Hausärzte zu entlasten und damit auch die Niederlassungen für junge Mediziner wieder attraktiver zu machen, die nicht mehr Tag und Nacht erreichbar sein wollten. Ab sofort ist also in der Pettenkoferstraße 13 jede Nacht mindestens ein Arzt dienstbereit, bis Mitternacht sind sogar zwei Mediziner vor Ort, plus eine Helferin und ein Fahrer. Bislang waren zwei Ärzte bis in die Morgenstunden dienstbereit, dafür aber nicht täglich. Zinßius hätte auch weiterhin gerne mit zwei Medizinern bis in die Frühe gearbeitet, zumal das Versorgungsgebiet sehr groß ist. „Das geht von Schmalenberg bis Ludwigswinkel, wir sind für 110.000 Menschen in 54 Ortschaften zuständig“, erläutert der Mediziner. Aber die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die für die Neuorganisation verantwortlich zeichne, habe mit statistischen Erhebungen für nur einen Arzt nach Mitternacht argumentiert. Angeblich gebe es ab 24 Uhr eine geringere Nachfrage nach ärztlicher Betreuung. „Wir probieren das jetzt aus, wenn es nicht ausreicht, werde ich noch mal intervenieren“, sagt Zinßius. Er verweist auf das Städtische Krankenhaus in direkter Nachbarschaft. „Wenn der Arzt draußen unterwegs ist, ist eine Helferin da, die kann auch den Notarzt alarmieren, wenn es notwendig erscheint.“ Das Personal am Telefon in der Bereitschaftsdienstzentrale sei so geschult, dass es Gefährdungssituationen einschätzen könne und wisse, wann jemand sich am besten gleich im Krankenhaus vorstellen soll. „Wir behandeln ja keine lebensbedrohlichen Erkrankungen, sondern vertreten die Hausärzte. Wir versorgen Wunden und Verletzungen, helfen bei Infekten und akuten Schmerzen.“ Zinßius stellt klar, dass der Ärztliche Bereitschaftsdienst nicht jeden Kranken daheim aufsuchen könne. „Wir versorgen Kranke in Seniorenheimen und ältere Menschen, die nicht gehfähig sind.“ Wenn jemand anrufe und sage, er habe kein Auto, sei das kein Grund auszurücken. „Dann bitten wir, dass der Kranke sich ein Taxi nimmt oder den Nachbarn fragt, ob er ihn fahren kann.“ Auch bei Kindern gebe es grundsätzliche keinen Hausbesuch. Im vergangenen Jahr suchten 10.000 Menschen den Bereitschaftsdienst auf, wo die Wartezeit im Schnitt höchstens eine halbe Stunde beträgt. Rund 50 Mediziner teilen sich die Dienste, meist Niedergelassene, die dafür 50 Euro die Stunde erhalten. Finanziell beteiligen müssen sich laut Zinßius rund 140 Niedergelassene an dem Vertretungsmodell, das sie entlastet. Sie zahlen dafür 270 Euro im Monat. Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Forster begrüßt die Neuordnung. Er plädiert schon länger dafür, die Bereitschaftsdienstzentrale täglich zu öffnen, um ihre Akzeptanz zu erhöhen. Hintergrund dieser Forderung war auch, dass die Notfallambulanz im Städtischen mit zuletzt 16.000 Fällen im Jahr an manchen Tagen so überfüllt ist, dass sie fast aus allen Nähten platzt, Patienten bis zu zwei Stunden warten müssen. „Gerade in den Abendstunden arbeiten wir mit einer reduzierten Belegschaft. Da ist es wichtig, dass die Ärzte sich um die wirklich akuten Notfälle kümmern können“, erläutert Forster sein Anliegen. Leicht Erkrankte seien auch beim Bereitschaftsdienst gut aufgehoben. Und die Nähe zum Krankenhaus sei ideal. „Wenn sich eine Erkrankung als gravierend herausstellt, ist der Weg zur stationären Einweisung kurz“, spielt er auf die Nachbarschaft in der Pettenkoferstraße an. Info —Ab sofort hat die Ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale in der Pettenkoferstraße 13, Telefon 06331/19292, täglich geöffnet. Besetzt ist sie montags, dienstags und donnerstags jeweils von 19 Uhr bis zum Folgetag um 7 Uhr, mittwochs ab 14 Uhr bis Donnerstag 7 Uhr, freitags ab 16 Uhr bis montags um 7 Uhr. |cla

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