Pirmasens Neuer Studiengang ab dem Wintersemester ist einzigartig
„Die Stadt muss attraktiver werden für Studenten, auch für Schüler der Oberstufe“, meinte Peetz gestern in der Sommerredaktion. Es fehle ein Treffpunkt für Studenten in der Innenstadt, eine Studentenkneipe beispielsweise. Die würde die Stadt abends beleben. „Pirmasens ist nicht unbedingt eine Studentenstadt“, sagte Peetz. Mit dem neuen Studienangebot, das noch mehr Studenten nach Pirmasens locken soll, will die Hochschule das Ihre dazu beitrage, dass es besser wird. Nach 650 Studenten, die im Wintersemester 2014/2015 an der Hochschule in Pirmasens eingeschrieben waren, soll es mit über 700 im Wintersemester 2015/2016 einen „neuen Rekord“ geben, so Peetz. Seine „kühnste Planung“ geht von einer Studentenzahl zwischen 800 und 1000 am Standort Pirmasens aus. Dann allerdings würde es auf der Husterhöhe ganz schön eng. Der neue Studiengang Chemie- und Pharmalogistik vereine die speziellen Kenntnisse der Logistik mit denen der Chemie- und Pharmaindustrie, teilten Peetz und Hochschulpressesprecherin Christiane Barth mit. Er qualifiziere Logistik-Spezialisten für Chemie- und Pharmaziekonzerne. Dort können sie sich beispielsweise um die Abwicklung von Gefahrguttransporten oder die Lagerung von leicht entzündbaren Produkten wie Feuerwerkskörpern oder Haarspray kümmern. Oder sie sorgen dafür, dass Arzneimittel, die individuell auf Patienten abgestimmt sind, richtig gelagert und bei der Zustellung nicht verwechselt werden. „Mit Aspirin kann man nicht viel falsch machen, mit individuellen Arzneimitteln aber sehr wohl“, sagte Peetz. Chemie- und Pharmalogistik ist ein eigenständiger Studiengang, der nach sieben Semestern zum „Bachelor of Engineering“ führt. Es gibt keinen Numerus clausus, „wir nehmen die auf, die sich einschreiben“, sagte Peetz. Wobei er zunächst noch nicht mit einem großen Andrang rechnet, „weil wir wenig Zeit hatten zum Werben.“ Er gehe davon aus, so Peetz, dass es mit einer bescheidenen Zahl von Studienanfängern losgeht. Auf der Internetseite der Hochschule, über die Zeitungen, die Studiengangführer oder über Facebook soll das neue Angebot aus Pirmasens bekannt gemacht werden. Für die Hochschule hält sich der Aufwand für den neuen Studiengang in Grenzen. Sie kann Synergien nutzen und das Lehrangebot aus dem vorhandenen Potenzial mit der Technischen Logistik, der Angewandten Pharmazie oder der Chemietechnik zusammenstellen. Mit dem neuen Studiengang werde der Standort Pirmasens gestärkt, weil eine Lücke im Studienangebot geschlossen werde, sagte Peetz. Er rechnet damit, dass die Chemie- und Pharmalogistik, weil es sie sonst in Deutschland noch nicht gibt und damit ein Alleinstellungsmerkmal ist, Studenten aus der ganzen Republik nach Pirmasens lockt. Noch eine Neuigkeit hatte Peetz gestern beim Besuch der RHEINPFALZ-Sommerredaktion zu verkünden: Für die Angewandte Pharmazie sei ein Masterstudiengang in Planung. Die dazu nötigen drei Professorenstellen seien seit dem Wintersemester vorhanden. Im Sommer 2016 werden die ersten Studenten ihren Bachelor in der Angewandten Pharmazie machen. Seit dem Jahr 2001 ist Peetz in Pirmasens, er hat sich mittlerweile ein denkmalgeschütztes Haus gekauft, dessen Dach gerade „für viel Geld“ saniert wird. Der Hochschulprofessor begleitet also schon fast 15 Jahre die Entwicklung in der Stadt – und ist guter Dinge. „Pirmasens hat sich sehr gut entwickelt, seit ich hierher gekommen bin“, sagt er und verweist auf das Rheinberger-Gebäude mit dem Dynamikum, den Bahnhof oder die Alte Post. (pr)