Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Statistik: Warum in Pirmasens im Vergleich mehr Leute sterben als andernorts

Die Engelsskulptur gleich rechts am Eingang zum Pirmasenser Alten Friedhof gehört zu den Lieblingsgrabmälern der Pirmasenser.
Die Engelsskulptur gleich rechts am Eingang zum Pirmasenser Alten Friedhof gehört zu den Lieblingsgrabmälern der Pirmasenser.

Aus Bad Ems kommen selten guten Zahlen für Pirmasens. Dort sitzt das Statistische Landesamt. Am Dienstag hat die Behörde Daten zu Sterbefällen im Land veröffentlicht. Pirmasens belegt auch hier einen unschönen Spitzenplatz.

Regional nahm die Entwicklung der Sterbefallzahlen einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Gemessen an der Einwohnerzahl starben 2020 die meisten Rheinland-Pfälzer in Pirmasens. Die Statistiker registrieren für das abgelaufene Jahr 1740 Sterbefälle hochgerechnet auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Den besten Wert erzielt die Landeshauptstadt Mainz. Dort waren es gerade einmal 928 Sterbefälle je 100.000 Einwohner. Das Statistische Landesamt nennt eine mögliche Erklärung für die stark abweichenden Zahlen: unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung. In Pirmasens leben im Vergleich zu anderen Regionen im Schnitt deutlich ältere Menschen.

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Im vergangenen Jahr starben den Angaben zufolge mehr Rheinland-Pfälzer als jemals zuvor in der fast 75-jährigen Landesgeschichte. Insgesamt: 49.085 Personen mit Hauptwohnsitz in Rheinland-Pfalz. Die Behörde bezieht das ausdrücklich auf die Entwicklung der Corona-Pandemie vor allem Ende des vierten Quartals, nachdem die Anzahl der Verstorbenen im ersten Halbjahr noch unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen hatte. Alleine in der Südwestpfalz sind seit Beginn der Pandemie 105 Personen mit Corona-Infektion verstorben.

Für die Nachbarstadt Zweibrücken haben die Statistiker aus Bad Ems im Gegensatz zu Pirmasens auch ein paar erfreuliche Zahlen geliefert. Insgesamt fiel die Zahl der Sterbefälle in fünf kreisfreien Städten und in zwei Landkreisen niedriger aus als im Mittel der Jahre 2016 bis 2019. Am günstigsten entwickelte sich die Zahl der Sterbefälle in Zweibrücken (minus 5,8 Prozent). Im vierten Quartal 2020 fiel die Zahl der Sterbefälle gegenüber den Vorjahren nur noch in vier kreisfreien Städten sowie in zwei Landkreisen niedriger aus. Am niedrigsten war sie auch in diesem Zeitraum in Zweibrücken (minus 14 Prozent). In den meisten anderen Städten und Landkreisen fiel sie am Jahresende aber deutlich höher aus.

Landesweit fiel die Zahl der Sterbefälle im vergangenen Jahr in vier der zwölf Kalendermonate niedriger aus als im Mittel der Jahre 2016 bis 2019. Das gilt für die ersten drei Monate des Jahres, die von einem vergleichsweise milden Winter geprägt waren und in denen die Corona-Pandemie noch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Sterbefälle zeigte. Das gilt außerdem für den Sommermonat Juli (minus 3 Prozent), der relativ mild ausfiel, und deshalb vergleichsweise wenige Todesfälle auf hohe Temperaturen zurückzuführen sein dürften, sagen die Statistiker.

Dagegen lag die Zahl der Sterbefälle vor allem in den Monaten November (plus 10 Prozent) und Dezember (plus 29 Prozent) deutlich über dem mehrjährigen Durchschnitt. Wesentliche Ursache dafür dürfte die zweite Welle der Corona-Pandemie sein, die viel dynamischer verlief und kräftiger zuschlug als die erste Welle im vergangenen Frühjahr. Infolge der hohen Infektionszahlen und des Anstiegs der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 kann aus Sicht des Statistischen Landesamtes im vierten Quartal in Rheinland-Pfalz von einer Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gesprochen werden. Der Anstieg der Sterbefallzahlen geht vor allem auf die Gruppe der 80-Jährigen und Älteren zurück, die auch ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung hat.

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