Pirmasens
Neubau für Bücherei steht nichts mehr im Weg
Clauer stellte seine neuesten Überlegungen für die Zukunft der Stadtbücherei im Hauptausschuss vor, musste zuvor aber quasi den Abgesang auf die Büchereipläne der vergangenen vier Jahre vornehmen. Seit 2021 habe er das Projekt, sich in die Schloßgalerie einzumieten, verfolgt. Seit März vergangenen Jahres habe ein Vertragsentwurf vorgelegen, erinnerte er an die Entwicklung der vergangenen Monate. Aber spätestens seit Mitte 2024 sei deutlich geworden, „dass es keine Einigkeit gibt unter den Eigentümern“. Nachdem sich dieser Eindruck verfestigte, und nicht mehr an einen Erfolg zu glauben war, habe er seit Herbst einen Plan B verfolgt. Nun aber nicht mehr mit Bestandsimmobilien, die in der gewünschten und benötigten Form in der Innenstadt auch nicht vorhanden sind, sondern in Form eines Neubaus, so Clauer: „Damit wir da investieren, wo wir es selbst in der Hand haben.“
Der für die Bücherei zuständige Beigeordnete hat ein Grundstück in der Höfelsgasse ins Auge gefasst, das die Stadt zwischenzeitlich erworben hat: Diese Immobile hat früher die Holzhandlung Brödel beherbergt und erstreckt sich bis zur Dankelsbach- und Schloßstraße, wo einst Schloßhotel und Schloßkino untergebracht waren. Clauers Vorstellungen sehen in der Höfelsgasse einen vierstöckigen Neubau vor, der in den beiden unteren Etagen die Stadtbücherei auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern beherbergen soll, darüber sollen im dritten und vierten Stockwerk Bauhilfe-Wohnungen entstehen. Auf den Freiflächen ist ein Quartiersplatz geplant, mit von der Dankelsbachstraße aus anzufahrenden Parkplätzen und Grünflächen. Beide sind zu Fuß auch von der Höfelsgasse aus erreichbar.
Keine Einwände der Stadtpolitik gegen Plan B
Mit der Präsentation im Hauptausschuss wollte der Beigeordnete in Erfahrungen bringen, wie die Stadtratsfraktionen seine neuesten Überlegungen aufnehmen. Nachdem es keine Kritik oder Ablehnung gab, wird er nun die nächsten Schritte gehen, die in Verträgen zwischen der Stadt und ihrer Tochtergesellschaft Bauhilfe münden. Denn die Stadt muss der Bauhilfe das Grundstück bereitstellen, gleichzeitig muss sie sich in das Bauhilfe-Gebäude einmieten. Nach der Vertragsunterzeichnung kann die städtische Tochter das Projekt verwirklichen.
Ob denn die in der Höfelsgasse vorgesehen Fläche ausreiche, um alle geplanten Projekte für eine moderne Stadtbücherei wie die „Bücherei der Dinge“ zu verwirklichen, wollte SPD-Fraktionssprecher Sebastian Tilly wissen, verbunden mit dem Hinweis, dass in der Schloßgalerie ja 1100 bis 1200 Quadratmeter vorgesehen waren. Die 1000 Quadratmeter in der Höfelsgasse reichten aus, um eine zukunftsorientierte Stadtbücherei unterzubringen, beruhigte Clauer mit Verweis auf die aktuell beengten Verhältnisse der Bücherei mit nur 600 Quadratmetern Fläche. Kosten, Miete, Zeitplan: Auch danach fragte der SPD-Politiker, bekam aber noch keine Antworten. Weder Kostenübersicht noch Zeitplan gebe es zu diesem frühen Zeitpunkt, so Clauer, an diese Themen mache er sich erst jetzt, nachdem es keine politischen Einwände gibt.
