Pirmasens Naiv: Fünf Gegentore in 64 Minuten kassiert

In der vorigen Saison hatte der FC Dahn neun Spiele bestritten, ehe er überhaupt eine Handvoll Tore hatte hinnehmen müssen. In dieser Saison reichten den Dahnern am Samstag in ihrer Partie gegen Ixheim bereits 64 Minuten, um fünf Gegentore zu kassieren. „Wir waren naiv und haben richtig Lehrgeld bezahlt“, zog Dahns Coach Hans-Werner Schäfer sein Fazit nach dem 1:5. Mit veränderter Innenverteidigung gegenüber dem Saisonauftakt gegen Münchweiler (4:0) stand es schnell 0:2. Dann traf Ex-Oberligaspieler Felix Burkhard zum 1:2 und Dahn vergab in der Folge Supermöglichkeiten zum Ausgleich. „Selbst nach dem 1:3 glaubte ich noch an einen möglichen Punktgewinn. Doch dem war nicht so. Ixheim verteidigte und konterte clever derweil Dahn vorne und hinten patzte. „Wir sind damit in der A-Klasse angekommen“, sagte Schäfer, der ein solches Spiel vorausgesehen hatte. Seinem Torwart Steven Leidner traf indes keine Schuld an den Treffern. Und am kommenden Sonntag steht eh wieder der mit einer Leistungsexplosion in der vorigen Saison aufwartende Norbert Kuntz im Kasten. Noch hat sich Schäfer nicht festgelegt, wer im Tor des Aufsteigers die Nummer eins ist. Er wechselt von Woche zu Woche ab. Davon kann Daniel Gödel der Vorsitzende des SV Vinningen nur träumen. Vinningen ist die einzige aktive Herrenmannschaft im Fußballkreis, die von dem Angebot, ihre Spiele lediglich mit neun Akteuren zu bestreiten, Gebrauch machte. Gödel, der am Sonntag bei der 2:3-Niederlage in Bundenthal (zweite Mannschaft) mit von der Partie war, sieht es so: „Der Platz wird zu neunt ganz schön groß.“ Vor allem beim Kontern fehlten die aus dem Mittelfeld nachrückenden Spieler. Und auch die Aufforderung des Keepers in Erwartung eines direkten Freistoßes in Strafraumnähe doch eine Mauer mit sechs Spielern zu bilden, kann oft nicht erfüllt werden, denn dann stünden nur noch zwei freie Verteidiger zur Verfügung. Dennoch ist Gödel sicher, die richtige Entscheidung für seinen Verein getroffen zu haben. „Denn ich gehe fest davon aus, dass wir kein Spiel absagen müssen, weil wir nur neun Spieler benötigen. Ich glaube auch, dass anderen Vereinen die Entscheidung auf neun zu reduzieren, gut getan hätte“, befindet Gödel und führt das Beispiel Leimen an. Deren zweite Mannschaft war vor neun Tagen mit nur zehn Mann nach Vinningen gereist „und waren froh, dass wir eine Neunermannschaft gemeldet hatten. Cosmin Paina heißt der Zweitmannschafts-Spielertrainer der Bundenthaler Sportfreunde. „Dass es so was wie Neunermannschaften in Deutschland gibt“, habe der Rumäne bis am Sonntag vor dem Spiel nicht gewusst, gibt er unumwunden zu. Und eigentlich habe der zu einer 4-2-3-1-Taktik (für Elfermannschaften) neigende Trainer keine neue Taktik für Neunerteams parat gehabt, dann ein 3-4-1-System spielen lassen. Schade sei nur gewesen, dass er nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Spieler hatte einsetzen können. Und nur weil seine Spieler das intensive Training fleißig besuchten und sich somit einen konditionellen Vorsprung gegenüber Vinningen verschafft hätten, sei es gelungen, nach einem 0:2 doch noch mit 3:2 zu gewinnen.