Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Nachruf: SPD-Politiker Norbert Stretz mit 79 Jahren gestorben

Auf unserem Foto von vor drei Jahren war Norbert Stretz an der Langmühle spazieren.
Auf unserem Foto von vor drei Jahren war Norbert Stretz an der Langmühle spazieren.

Die Sozialdemokratie verliert mit Norbert Stretz eine prägende Persönlichkeit der Pirmasenser Kommunal- und der Landespolitik. In der Nacht auf Samstag ist Stretz gestorben.

Fast vier Jahrzehnte lang gehörte Norbert Stretz zu den bekanntesten Gesichtern der SPD in Pirmasens. Der gelernte Verwaltungsfachmann trat 1973 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein und übernahm früh Verantwortung. 1993 wurde er zum Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes gewählt. Ein Jahr später zog er in den Pirmasenser Stadtrat ein, dem er bis 2017 angehörte. Über viele Jahre führte er dort die SPD-Fraktion und prägte die kommunalpolitische Arbeit seiner Partei maßgeblich mit.

Engagierter Vertreter der Westpfalz

Weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkte Stretz als Landtagsabgeordneter. Von 1991 bis 2011 vertrat er den Wahlkreis Pirmasens mit der Stadt und den umliegenden Verbandsgemeinden im rheinland-pfälzischen Landtag. In Mainz galt er als engagierter Vertreter der Westpfalz, der die Anliegen seiner Heimatregion mit Nachdruck vorbrachte.

Seine politische Arbeit fiel in eine Zeit tiefgreifender Umbrüche für Pirmasens. Vor allem der Abzug der amerikanischen Streitkräfte von der Husterhöhe in den 1990er Jahren stellte die Stadt vor enorme Herausforderungen. Arbeitsplatzverluste, sinkende Kaufkraft und erhebliche Einnahmeausfälle belasteten die Entwicklung der Stadt. Stretz hat mit seinen Ideen dazu beigetragen, Zuversicht zu bewahren. „Norbert war führend daran beteiligt, dass hier Lösungen gefunden wurden, die Pirmasens wieder nach oben brachten“, erinnert sich sein langjähriger politischer Weggefährte und Freund Gerhard Hussong. „Ich habe sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet, und unsere Familien sind auch heute noch gut befreundet. Norbert hat sehr viel für Pirmasens und die SPD getan.“

„Politik muss auch Spaß machen“

Als Stretz 2017 sein Stadtratsmandat niederlegte, zog er sich zwar aus der aktiven Politik zurück, verlor jedoch nie das Interesse am politischen Geschehen. Regelmäßig diskutierte er aktuelle Entwicklungen mit Freunden am Stammtisch. Dort, so sagte er einmal augenzwinkernd gegenüber dem damaligen RHEINPFALZ-Redaktionsleiter Peter Rojan, könne jeder „wunderbar dummbabbeln, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen“.

Für Hussong bleibt vor allem eine Eigenschaft seines Freundes in Erinnerung. „Norbert hat immer gesagt: Politik muss auch Spaß machen. Nur dann kann man sie mit Herzblut betreiben.“ Dass ihm dieser Gedanke wichtig war, zeigte sich auch jenseits der politischen Arbeit. Hussong erinnert an zwei große Feste auf dem Exerzierplatz, die Stretz plante und organisierte und die vielen Menschen noch lange in Erinnerung geblieben sind.

Norbert Stretz, der 79 Jahre alt war, hinterlässt seine Frau Inka, zwei Söhne und eine Tochter.

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