Pirmasens
Nachruf: Emil Schweitzer, ein Visionär und Macher
Mit seinem Namen ist aber nicht nur die Rheinberger-Revitalisierung verbunden, sondern auch die Entwicklung vieler ziviler und militärischer Konversionsprojekte in Pirmasens und Umgebung. Allzu früh hat jedoch ein unerwarteter Schicksalsschlag seinem nahezu übervollen Füllhorn an Ideen und Plänen, seiner fast rastlosen Schaffenskraft, ein Ende gesetzt: Emil Schweitzer starb diese Woche im Alter von erst 62 Jahren.
Mit der Wiederbelebung der alten Schuhfabrik Rheinberger in Kooperation mit der Stadt Pirmasens wurde ein Zeichen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft gesetzt. Und tatsächlich hellte sich mit fortschreitendem Umbau die damals vorherrschende eher depressive Stimmung in der Stadt wieder auf. Heutzutage haben sich das Dynamikum im Rheinberger und der Strecktalpark zu touristischen Anziehungspunkten entwickelt. In der ehemaligen Fabrik haben sich beispielsweise zwei Zeitungsredaktionen, Ärzte, Steuerberater, ein Fitnessstudio, eine Montessori-Schule, ein Anbieter für IT-Lösungen und weitere Firmen angesiedelt.
Nicht immer ging alles nach Plan: Kein „Silicon Wasgau“
Jedoch wäre das Porträt des Unternehmers Schweitzer unvollständig, wenn nicht auch von Herausforderungen berichtet würde, die selbst für ihn nicht zu bewältigen waren. Am zweiten Konversionsprojekt, dem geräumten US-Hospital in Münchweiler, haben sich Hoffnungen auf einen Hotelbau auf dem ehemaligen Militärgelände nicht erfüllt. Entstanden sind hingegen ein kleines Gewerbegebiet und ein großes Wohnareal am Rande des Dorfes.
Auch mit den früheren Nato-Bunkern bei Ruppertsweiler lief es nicht nach seinem Plan. Dort wollte Schweitzer ein Hochsicherheitsrechenzentrum entwickeln, ein zukunftsweisendes IT-Projekt, das er visionär „Silicon Wasgau“ betitelte, ein „Silicon Valley“ im Miniformat. Das Vorhaben wurde 2014 vom Land gestoppt.
Husterhöhe: Dank Schweitzer heute ein völlig anderer Anblick
1995 haben die beiden Architekten Emil und Peter Schweitzer die Schweitzer GmbH gegründet, ansässig in der Marie-Curie-Straße auf Bunker Hill, der ehemaligen Wohnsiedlung der amerikanischen GIs. Mit Projekten in Luxemburg, Kaiserslautern, Landau, Köln und Pirmasens machte sich die Schweitzer GmbH einen guten Namen. In der Pirmasenser Öffentlichkeit wurden die Schweitzers bekannt, als sie in den 90er Jahren mit ihrer Bunkerhill-Entwicklungsgesellschaft maßgeblich die Umwandlung des US-Militärgeländes auf der Husterhöhe mitgestaltet haben. Zu nennen sind hier der Hochschul-Campus, inklusive Mensa, der Wasgau-Markt in der Konrad-Krez-Straße, das Internationale Schuhkompetenz-Zentrum (ISC) und auch das Haus des Kindes in der Saarstraße.
Indes war Schweitzer nicht nur als Unternehmer in seiner Heimatstadt und der Region aktiv, sondern auch beim FKP. Von 2006 bis 2011 hat er als Präsident die Entwicklung „der Klub“ mitgeprägt. In seine Amtszeit fielen der Aufstieg in die Regionalliga, der Gewinn des Verbandspokals und der DFB-Pokalerfolg gegen den Bundesligisten Werder Bremen.