Thaleischweiler-Fröschen
Nach 20 Jahren: Pfarrer Manfred Leiner bleibt trotz Ruhestand der Gemeinde erhalten
Gute Laune, immer ein Lächeln, ein bisschen chaotisch. Ein Mensch, der offen auf die Menschen zugeht, mit allen kann, der gerne feiert, die Musik liebt und sich für Technik begeistert. In der Beschreibung von Pfarrer Manfred Leiner waren sich die Redner bei der Verabschiedung einig. Dass er im Pfarrhaus neben der Kirche St. Margaretha in Thaleischweiler-Fröschen wohnen bleibt, freut die Menschen. Nicht nur seinen besten Freund Rudi Neu, der augenzwinkernd feststellte, dass damit eine Urlaubsadresse bestehen bleibe. Mit jeder Verabschiedung waren von Herzen kommende Einladungen verbunden.
Vor wenigen Monaten 70 Jahre alt geworden, ist der gebürtige Pirmasenser, der zunächst in der Süd-, später in der Südwestpfalz seinen Dienst versah, in Thaleischweiler-Fröschen längst heimisch geworden. Die Kirchengemeinde St. Anton habe ihn in seiner Jugend geprägt und seine Entscheidung, Pfarrer zu werden – die er nach dem Studium noch mal einer gründlichen Prüfung unterzog –, entscheidend beeinflusst. „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude“, nannte Leiner sein Leitthema.
Händchen und Leidenschaft für Technik
Es sei ein schöner Tag, um einen Pfarrer zu verabschieden, stellte Dekan Johannes Pioth in der vollständig gefüllten Kirche St. Margaretha fest. Den Gottesdienst und die Fronleichnamsprozession – ein blühendes Dankeschön gab es entlang des Prozessionsweges für den scheidenden Pfarrer – feierte Leiner noch mal mit den Menschen, begleitet von der Schwarzbachtaler Blasmusik. Für die Menschen will er ansprechbar bleiben. Wenn Not am Pfarrer ist, helfe er aus, sagte Leiner augenzwinkernd. Ums Pfarrhaus und die Technik, die seine große Leidenschaft ist, werde er sich weiter kümmern. In der Vergangenheit war er auf allen Vieren durch die Sitzreihen in der Kirche gekrochen, um Leitungen für die Heizung zu verlegen, und sorgte bei vielen Veranstaltungen für Lichteffekte und Ton.
Dem mehrfachen Wunsch, ein bisschen langsamer zu sprechen, habe er versucht, nachzukommen. Mit wenig Erfolg, bekannte er lachend. Er spreche nicht zu schnell, sondern „wir hören zu langsam“, sagte Gemeindereferentin Eglé Rudyté-Kimmle, die 16 Jahre mit Leiner zusammenarbeitete, schmunzelnd. Seine einzige Gemeindereferentin sei sie gewesen; „und die Beste“, ergänzte Leiner lachend. Kimmle zielte darauf ab, dass Leiner auch als Chef bei allen im Team sehr beliebt war. Ebenso als Kollege im Schuldienst, erinnerte Carmen Arnold (Grundschule Maßweiler), beim Kirchenchor Maßweiler (Heinrich Semmet), beim Team der Katholischen Bücherei Maßweiler (Charlotte Zimmermann) und in den Ortsgemeinden, wie die Ortsbürgermeister Florian Auer, Jürgen Beil, Thomas Auer und der Beigeordnete André Schattner unterstrichen.
Bus geht mit in Ruhestand
Als sie ihren Dienst angetreten habe, habe Leiner gerade einen kleinen Bus gekauft gehabt, erinnerte Kimmle. Zahlreiche tolle Fahrten zu unvergesslichen Veranstaltungen habe man mit dem Bus absolviert. Dass der Bus just eine Woche vor Leiners Abschied auf der Autobahn endgültig seinen Geist aufgegeben habe, sei wohl Schicksal – Pfarrer und Bus zeitgleich im Ruhestand.
Cordula Rumpler-Poß, die Vorsitzende des Pfarreirates, ließ anklingen, was während Leiners Amtszeit alles erledigt wurde. Ein großer Verdienst sei, dass eigenständige Gemeinden in der Pfarrei zusammengewachsen seien. Dazu kommen Renovierungen in verschiedenen Kirchen von Maßweiler über Petersberg bis Thaleischweiler-Fröschen. In Nünschweiler wurde an die Kirche sogar angebaut und die klassische Sitzordnung aufgebrochen. Pfarrhäuser wurden verkauft, in Nünschweiler wie in Petersberg. In Thaleischweiler-Fröschen wurde das Pfarrhaus mit einer Photovoltaikanlage versehen, In Maßweiler das Pfarrheim der Gemeinde überlassen.
„Unser Pfarrer ist cool“
Mit der Gitarre begleitete Leiner, der die Musik liebt, viele Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen. Er habe immer ein Herz für die Ökumene gehabt, freuten sich die protestantischen Pfarrerinnen Hanna Wirth (Thaleischweiler-Fröschen) und Silke Gundacker (Rieschweiler-Mühlbach) über das gute Miteinander.
„Unser Pfarrer ist cool“, hätten Kinder immer gesagt. Er habe mal gefragt, wie viele Pfarrer sie kennen, verriet Leiner lachend. „Nur sie“, habe die ehrliche Antwort gelautet. Leiner hat guten Kontakt zu Pfarrer Samuel in Kenia. Dessen Hilfsprojekt in Mutomo, das jungen Menschen Schulbildung, Ernährung und medizinische Versorgung sichert, wurde über die Jahrzehnte unterstützt. Deutlich mehr als 100.000 Euro kamen so zusammen, bedankte sich Leiner bei allen Unterstützern.
Dekan Pioth überbrachte Leiner den Dank von Bischof Karl-Heinz Wiesemann für seinen Dienst und erinnerte an die Stationen Leiners, bevor die Pfarrei Heiliger Cyriakus seine letzte Stelle wurde. Eine große Pfarrei, die die Gemeinden St. Margaretha (Thaleischweiler-Fröschen), St. Antonius (Maßweiler), St. Peter (Petersberg, Höhfröschen) und Mariä Himmelfahrt (Nünschweiler, Höheischweiler. Rieschweiler-Mühlbach, Dellfeld und Walshausen) umfasst. Leiners Stelle wird aktuell nicht nachbesetzt. Pfarrer Peter Heinke aus Waldfischbach-Burgalben übernimmt als Administrator die Verwaltung der Pfarrei mit.