Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Nach 1:1 gegen Alzenau: FK Pirmasens steckt in Tabellenkeller und Ergebniskrise

Der sitzt: FKP-Kapitän David Becker trifft zum 1:1-Ausgleich. Letztlich aber war das eine Tor zu wenig.
Der sitzt: FKP-Kapitän David Becker trifft zum 1:1-Ausgleich. Letztlich aber war das eine Tor zu wenig.

Ein Pünktchen daheim nach zuvor zwei Auswärtsniederlagen: Das ist schlichtweg zu wenig. Nach dem 1:1 (1:1) am Dienstagabend gegen Kellerkind Bayern Alzenau steckt Regionalligist FK Pirmasens nun ebenfalls im Keller fest. In die Ergebniskrise abgetaucht ist „die Klub“ mit einer dürftigen Darbietung.

Die offizielle Zuschauerzahl Am Dienstagabend: null. Und doch waren drei da, die sich allerdings außerhalb des Zauns aufhielten und es sich zur zweiten Halbzeit auf Klappstühlchen auf einem Container hinterm „Alzenauer Tor“ bequem gemacht hatten. Das Trio sah – wie die zum Wiederanpfiff exakt 18 Beobachter in Tribünen-Sitzschalen sowie tröpfchenweise verteilte Medien- und Vereinsvertreter – eine Partie auf sehr überschaubarem Niveau.

Es passte, wie geradezu erbärmlich Tom Schmitt in Minute 59 die Riesenchance zum 2:1 vergeigte. FC-Bayern-Torwart Julian Bauer hatte mit einem haarsträubenden Pass das Spiel eröffnen wollen. Die Kugel landete bei Dennis Chessa, der Schmitt mit klugem Pass auf die Reise schickte. Der Adressat aber schob den Ball am rechten Pfosten vorbei, so wie kurz zuvor Dennis Krob links vorbei gezielt hatte, wobei Schiri Sascha Kief allerdings aus Abseits entschieden hatte.

Flügelzange greift nicht

Kurz darauf musste Schmitt vom Platz, ebenso wie Luka Dimitrijevic. Beide Außenstürmer hatten unglücklich agiert, Dimitrijevic praktisch nichts gezeigt. Jetzt versuchten sich Benno Mohr (links) und Tim Hecker. Der brachte auf rechts wenigstens mal Schwung. Das Spiel der Platzherren war vom Anpfiff weg arg linkslastig gewesen. Das lag daran, dass Schmitt am Flügel zunächst engagiert zur Sache ging und sich seinem „Zehner“ stets als Partner anbot – Chessa zieht es ohnehin ja meist nach links. Wohl um am rechten Flügel nicht völlig zu verhungern, drängte Dimitrijevic indes zu oft nach innen.

Linksaußen Schmitt wiederum lebte seinen Tatendrang phasenweise arg offensiv aus und vernachlässigte zunächst die Pflicht, konsequent den Rückwärtsgang einzuschalten. Dies wiederum nutzten die Gäste aus, indem sie immer wieder versuchten, Henok Teklab in Szene zu setzen. Alzenaus Linksaußen war vorm Wechsel an nahezu allen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. Und die waren nicht ohne. Zwar hatte Keeper Benjamin Reitz erst nach einer Viertelstunde zupacken müssen, mit dem Schuss von Bayern-Stürmer Nils Fischer aber kein Problem. Es sollten aber noch haarige Momente folgen. Hatten die Pirmasenser bei Fischers Versuchen Nummer zwei und drei in Minute 18 und 23 noch Glück, so saß Versuch Nummer vier.

Diesmal hatte nicht Teklab, sondern dessen Gegenüber die Vorarbeit geleistet. Linksaußen Marco Ferukoski spielte in die Gasse, Alzenaus Frontmann schloss überlegt flach ab und ließ Reitz keine Abwehrchance.

Becker trifft bei Startelf-Comeback

Der Schlag saß erst mal. „Die Klub“ hatte in Minute zwölf die erste Torchance verzeichnet, als Chessa nach dem ersten Eckball mit einem Linksschuss scheiterte. Zwingendes blieb aus – bis zur 42. Minute. Nach der dritten Ecke, die Chessa von links serviert hatte, verlängerte Yannick Grieß den Ball. David Becker hatte sich links am Elfmeterpunkt vorbei geschlichen und war vorm Fünfmeterraum zum Abschluss gekommen. Mit dem Treffer zum 1:1 krönte der Kapitän seinen ersten Startelf-Einsatz in diesem Jahr.

Becker spielte im Mittelfeld einen offensiveren Part. In der Achter-Rolle agierte der für den berufsbedingt fehlenden Salif Cissé aufgebotene Becker gewohnt kampfstark. Auf der Sechserposition spielte Daniel Bohl solide.

Felix Bürger hatte drei Minuten vor Schluss noch die größte Chance vertan, auf den letzten Drücker doch noch den Dreier zu sichern. Der wäre so wichtig gewesen.

Wieder das altbekannte Problem

„Ich hätte lieber gewonnen“, bekundete Becker nach der Partie, dass er auf seinen Treffer gern zugunsten zweier weiterer Punkte verzichtet hätte. Trainer Patrick Fischer fand, dass sein Team nach guten zehn Minuten zu Beginn die erste Halbzeit an Alzenau gegeben habe. „In der zweiten waren wir am Drücker. Aber das spiegelt unser Problem wider: Wenn du von solchen drei, vier dicken Dingern nicht eine Chance nutzt und nur ein Tor machst, reicht es eben nicht.“ Der Platz trage das Seine bei. Mit Sand bedeckt, koste das Spiel der viel Kraft. Das komme in englischen Wochen nicht gerade entgegen.

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