Pirmasens
Mitarbeiter der Firma Nordson gründen Betriebsrat
Sechs Kandidaten hatten sich aufstellen lassen, gewählt wurden Christian Palavikas, Sascha Leppig und Stefan Weis. Die konstituierende Sitzung findet nächste Woche statt. Dabei soll der Vorsitzende gewählt werden, teilte Sabrina Marx, Referentin bei der IG Metall Homburg-Saarpfalz mit.
Christian Palavikas will sich als Vorsitzender zur Verfügung stellen. Dies bestätigte er in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ. Er spricht von einer angespannten Situation in dem Betrieb: „Momentan kommt ganz schön Druck von oben.“ Er und seine zwei Mitstreiter sehen es als ihr Ziel an, die übrigen Mitarbeiter ein wenig zu schützen gegen das „Mobbing“ des Arbeitgebers. Als Beispiel nannte er den Vorgang um die Betriebsratswahl. „Die vom Arbeitgeber angeforderte Wählerliste erhielten wir erst nach der Betriebsratsgründung statt vorher.“ Skandalös finde er auch, dass bislang noch kein Mitarbeiter ein Arbeitszeugnis erhalten habe, auch diejenigen nicht, die am Freitag das Werk verlassen mussten. Dabei seien die Kündigungen bereits am 26. Juni ausgesprochen worden.
Kleine Hoffnung bleibt
Am Freitag war für fünf bis sechs Leute aus der Produktion (genaue Zahlen konnte Palavikas nicht nennen) der letzte Tag bei der Firma Nordson. Dies mache sich natürlich in dieser Abteilung umso mehr bemerkbar, als dort nur 30 Leute beschäftigt seien. Es bleibe zwar noch eine kleine Hoffnung, dass die Amerikaner der Gründung einer Auffanggesellschaft zustimmen, damit wenigstens für die ältere Generation im Betrieb noch etwas erreicht werden könne, aber daran glaubt Palavikas eher nicht. Den Glauben an eine Übernahme durch eine andere Firma hat der designierte Betriebsratsvorsitzende ebenfalls verloren. So viele Firmen mit einer ähnlichen Produktion wie Nordson gebe es nicht. Die Amerikaner produzieren hauptsächlich Schnecken und Zylinder für die kunststoffverarbeitende Industrie. Einige wenige Mitarbeiter haben das Nordson-Angebot angenommen, sich für die Werke Neckarsulm und Münster zu bewerben.
„Wir lassen uns nicht mehr unterdrücken“
Da er und seine zwei Kollegen zum 30. September gekündigt wurden, wollen sie jetzt ihre Nachfolger, die bis zum bitteren Ende bleiben müssen (31. Dezember), in die Betriebsratsarbeit einweisen. Die Gewerkschaft gibt das Motto vor: „Wir lassen uns nicht mehr unterdrücken.“ Die Belegschaft habe schon einige Aktionen gestartet. Darunter eine Button-Aktion mit dem Motto „Wir sind nicht schuld!“ und eine Plakataktion gegenüber von Nordson an einem Zaun ( mit Einverständnis der dortigen Firma Karl Otto). Unter anderem ist darauf zu lesen: „Werkschließungen sind die letzte, nicht die erste Alternative“, oder auch: „Mensch vor Profit“ und: „Ihr da oben. Das ist nicht unsere Krise. Kein Verzicht, keine Werkschließung. Kampf um jeden Arbeitsplatz.“ „Wir wollen auf unsere Lage aufmerksam machen“, sagte Palavikas. „Wir wollen nicht, dass der Betrieb einfach so geschlossen wird, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt.“