Pirmasens
Mit verletztem Vater im Parkhaus – und die Schranke bleibt zu
Walter Hipp, ein Architekt aus München, war mit seinen Eltern für einen Ausflug nach Pirmasens gekommen und hatte dazu in der Tiefgarage unter dem Exerzierplatz geparkt. Auf dem Weg zum Auto gegen 16 Uhr sei sein Vater auf der Treppe zum Aufzug gestürzt und habe sich dabei schwer verletzt und eine blutende Kopfwunde davongetragen. Die Mutter zog sich leichte Verletzungen zu. Der Münchner wollte nicht auf einen Krankenwagen warten, sondern brachte seine Eltern schnell in den eigenen Wagen, um sie selbst zum Krankenhaus zu bringen. Der Plan scheiterte nach Angaben des Mannes jedoch am Parkscheinautomaten und der Schranke am Ausgang.
Panik macht sich breit
Der Parkscheinautomat wollte das Ticket nicht entwerten. Dem Münchner erschien der Automat defekt, weshalb er es an der Schranke probierte, die normalerweise bei defektem Automaten geöffnet sein müsste. War sie aber nicht. Der Mann drückte die Ruftaste am Automaten und an der Schranke. Es habe sich jedoch niemand gemeldet, sagt er. Panik habe sich bei ihm breit gemacht, erzählt Hipp. Der Vater blutend auf dem Rücksitz – und sie waren im Parkhaus gefangen ohne Hilfe des Betreibers. Einen zweiten Automaten, den es im Parkhaus gibt, habe er in der Eile nicht finden können.
Wertvolle Zeit verstreicht
Irgendwann sei schließlich ein Mitarbeiter des Parkhauses gekommen, der jedoch die Schranke nicht öffnen wollte, ohne sich vom Notfall überzeugt zu haben. Statt sofort die Schranke zu öffnen, habe der Mitarbeiter erst noch diskutiert, dass es besser wäre, den Notarzt zu rufen. „Wieder verstreicht wertvolle Zeit, bis er sich endlich bereit erklärt, die Schranke zu öffnen“, klagt der Münchner, der es mit dem verletzten Vater letztlich in das Pirmasenser Krankenhaus schafft, wo dem Mann mit einer Notoperation geholfen werden konnte. „Das Städtische Krankenhaus handelte hierbei vorbildlich und ließ im Gegensatz zum Parkhausbetreiber keine wertvolle Zeit verstreichen“, betont Hipp.
Protokolle geprüft
Für die Notlage und Ungeduld Hipps hat Anke Meisenbacher vom Parkservice Hüfner, der das Pirmasenser Parkhaus betreut, Verständnis. Er hätte nur ein paar Sekunden warten müssen und dann die Servicemitarbeiterin über die Ruftaste zur Verfügung gehabt, erklärt Meisenbacher. Die für das Pirmasenser Parkhaus verantwortliche Mitarbeiterin hat die Protokolle der Parkhaustechnik für den Freitagnachmittag geprüft. Zwischen 16 und 17 Uhr sei mehrfach die Ruftaste gedrückt worden und auf diese Rufe sei auch reagiert worden. Als die Servicemitarbeiter sich jedoch meldeten, habe niemand mehr geantwortet.
Es kann schon mal 30 Sekunden dauern
Die Ruftasten an der Schranke und dem Automaten gehen laut Meisenbacher immer direkt in das Servicecenter. Allerdings sei nicht zu erwarten, dass immer sofort jemand zu sprechen ist. Das Servicecenter sei schließlich für mehrere Parkhäuser zuständig und es könne durchaus auch mal 30 Sekunden dauern, bis sich jemand meldet. Wenn jemand dann in einer Notlage ist wie Walter Hipp, könne sie verstehen, dass 30 Sekunden wie eine Ewigkeit erscheinen. Es sei aber nicht so, dass niemand hätte helfen wollen, betonte Meisenbacher. Hätte Walter Hipp auf die Antwort des Servicecenters gewartet, wäre die Ausfahrt unverzüglich freigegeben worden, versichert sie.
Über eine Störung des Automaten sei nichts in den Protokollen zu finden. Es habe sich auch niemand sonst wegen einer Störung beschwert, versichert die Parkhausmitarbeiterin. Die Kunden würden öfter mal eine Störung vermuten, da die Karte falsch reingesteckt werde oder eine Münze nicht angenommen wird. „Wir haben keine Hinweise, dass etwas nicht funktioniert haben könnte.“