Pirmasens Mit täglichen Dehnübungen zum Spagat

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Seit sieben Jahren ist die 14-jährige Alina Biller Mitglied beim Pirmasenser Turnverein, tanzt in der Garde und macht seit einem Jahr waghalsige Sprünge als Cheerleaderin.

Die Schülerin des Leibniz Gymnasiums tanzt für ihr Leben gern. Bei ihrem Auftritt in der Prunksitzung der „TVP-Jockelei“ konnte sie beispielsweise auf der Bühne zeigen, was sie kann – für die Jugendliche jedes Mal ein ganz besonderer Moment. Zum Tanzen kam Alina Biller über ihre Schwester, sie trainiert die Gardetruppe des TVP. „Die Räder, Spagate und Figuren meiner Schwester haben auf der Bühne immer so schön ausgesehen, da wollte ich das auch unbedingt machen. Meine Mutter und meine Schwester haben mich dann in allem unterstützt“, sagt die junge Dame. Am Anfang, mit sieben Jahren, sei es „recht schwierig“ gewesen mit dem Gardetanz, das regelmäßige Training habe zwar „riesen Spaß“ gemacht, sei aber auch anstrengend gewesen, weil sie es nicht gewohnt war. „Man muss am Ball bleiben und sich vor dem Tanzen sehr gut dehnen und aufwärmen, sonst verletzt man sich“, sagt sie. Mittlerweile kann sie Spagat und Rad aus dem Stand schlagen und setzt alles daran, im Gardetanz fit zu bleiben, denn Tanz sei ihr Leben, andere Freizeitbeschäftigungen gebe es nicht, da das Training mehrmals die Woche stattfinde und natürlich Schule und Lernen ihre Zeit beanspruchen. Die Gardegruppe des TV Pirmasens ist groß und bedient mehrere Altersgruppen – die Jüngsten sind gerade mal fünf Jahre alt, die Älteren sind mit 14 Jahren mitten im Teenageralter. Während sich andere in dieser Zeit mit Freundinnen über Jungs unterhalten und shoppen gehen, trainiert Alina Biller fleißig und diszipliniert. „Auf der Bühne zu stehen und die schönen blau-weißen Kostüme an zu haben, das ist für mich das Größte, da fühle ich mich besonders“, berichtet sie mit einem Funkeln in den braunen Augen. Trotz ihres jungen Alters wirkt Alina Biller sehr souverän, wenn sie von ihrer Leidenschaft, dem Tanzen, spricht, die Freude daran springt ihr geradezu aus dem Gesicht. Auch eine ihrer Trainerinnen, Jascha Zapp, lobt sie regelmäßig wegen ihrer Gelenkigkeit – das macht das junge Mädchen natürlich stolz. Im „echten Leben“ sei sie zurückhaltend, aber auf der Bühne überwinde sie alle Scheu und gebe ihr Bestes, erzählt sie und spricht von dem Ehrgeiz, der sie dabei antreibt. „Ich wollte unbedingt tanzen und opfere meine Freizeit dafür auf. Meine Freundinnen finden das toll – eine habe ich sogar dazu animiert, ebenfalls in der TVP-Garde zu tanzen. Sie hat jetzt genau so viel Freude daran wie ich“, erzählt Biller. Die Bühne sei für sie mittlerweile zur zweiten Heimat geworden, der Fasching an sich mache einfach nur Spaß und Freude. „Ich mag es, wenn Leute lachen und Freude haben. Da kommt die fünfte Jahreszeit ja wie gerufen“, lacht sie. Vor sieben Jahren, als sie mit dem Gardetanz angefangen hat, habe sie zuerst die Grundschritte gelernt, danach gleich den Spagat. „Tägliche Dehnübungen haben mir dabei geholfen“, sagt sie. Weil sie weiß, wie hart man dafür trainieren muss, um einen Spagat hinzukriegen, bewundert Alina Biller die „Gardeprofis“, die sich nach Jahren des Trainings noch nicht mal mehr aufwärmen müssten, sondern gleich aus dem Stand in den Spagat gehen könnten. Das will sie auch irgendwann hinbekommen. In der Schule hilft ihr die Geschmeidigkeit beim Turnen, während sie in den Ballsportarten „nicht so gut“ sei, wie sie bekennt. Die Musik zum Auftritt bei der Prunksitzung der TVP-Jockelei in der TVP-Halle hatte der tanzbegeisterte Teenager mit ausgesucht, den Soundtrack zum Film „Fluch der Karibik“, denn den findet sie „besonders toll“. Doch was ist, wenn sie älter und in vier Jahren volljährig wird? Tanzt sie dann immer noch unermüdlich? „Natürlich“, sagt sie. Wenn dies beim TVP vom Alter her nicht mehr machbar sei, wechsele sie einfach nach Obersimten. Dort tanze man auch noch in der Garde, wenn man über 20 Jahre alt ist. Wie zum Beispiel ihr Vorbild, ihre Schwester.

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