Pirmasens Mit der Sprache des „kleinen Mannes“
Marcel Adam und Christian Di Fantauzzi firmieren gemeinsam als Duo „Akkordeonissimo“. Mit ihrem prächtigen Konzert am vergangenen Donnerstag lockten sie bestimmt 70 begeisterte Zuschauer in das bis auf den letzten Platz ausverkaufte Café „Kunstgenuss“ in Pirmasens.
Die knisternde Spannung vor dem Konzert war förmlich mit den Händen zu greifen: Die „Kunstgenuss“-Macher Stefan Bischof und Olaf Mäckler hatten mit der Verpflichtung von „Akkordeonissimo“ ein besonders gutes Gespür bewiesen. Nachdem Bischof das Publikum und die Musiker kurz begrüßt hatte, übernahm Marcel Adam seine Akustikgitarre und gab seiner großen Freude Ausdruck, endlich in Pirmasens ein Konzert geben zu dürfen. Das Duo wählte „C’est trop tard“ („Es ist zu spät“) als Einstieg und sogleich imponierte die ausdrucksstarke Stimme von Adam, der außerdem zu jedem Lied eine kleine Geschichte parat hatte. Durch sein sympathisches Auftreten sowie durch seine lockeren Sprüche zog er die Besucher auf seine Seite und so mancher Lacher war im Laufe des Abends garantiert. Marcel Adam spricht sowohl in seinen Texten als auch in seinen Liedvorstellungen die Sprache des Volkes, des sogenannten „kleinen Mannes“. Und der Umgang der beiden Musiker untereinander war sehr humorig und hatte phasenweise schon eine Prise Stand-Up-Comedy an sich. Dadurch, dass „Akkordeonissimo“ bei vielen ihrer Lieder die Fans zum mitsingen der Refrains animierten, integrierten Adam und Di Fantauzzi ihre Anhängerschaft durchweg in das Konzert. Der Höhepunkt des Abends war sicherlich der „Surkrut Swing“, eine Hommage an das Sauerkraut. Das Publikum hatte großen Spaß an der launigen Interpretation des Lieds, dem spaßigen Text und dem großartigen Akkordeon-Solo von Di Fantauzzi. Gerade durch sein Instrument versprühte das Duo das so wohlbekannte und beliebte französische Flair, diese Lebensart, die den meisten deutschen naturgemäß abgeht. Bei „Chienne de vie“ („Hundeleben“) wurde es dann melancholisch. Das Lied handelt von einem Burschen der ständig an sein Heimatdorf denken muss. Die Ballade „Der Clown“ von Heinz Rühmann hat seinen festen Platz im Programm des Duos. Lediglich vom Akkordeonspiel von Di Fantauzzi begleitet und mit einer aufgesetzten roten Clownnase sang Adam dieses Lied mitreißend emotional und tieftraurig. Weitere Höhepunkte eines großartigen Konzerts waren „Niemand nimmt mich in den Arm wie du“, im Original von der ostdeutschen Band „Karat“, und der Gassenhauer „Grad` Ze Lääd“, bei dem die Konzertbesucher lautstark den Refrain übernahmen. Fazit: Ein exquisiter Konzertvortrag von „Akkordeonissimo“, der tonnenweise Chanson-Flair, Liedermacher-Kultur und Lebensfreude versprühte, so dass jeder Besucher mit einem tief eingemeißelten Lächeln zu später Stunde den Heimweg antreten konnte.