Pirmasens Mit dem Rad Pirmasens umrunden

Los geht er im Strecktalpark, von dort führt er durchs Blümelstal über Windsberg und das Felsalbtal nach Niedersimten zurück zum Ausgangspunkt Dynamikum: der neue Dynamikum-Radweg. Bei der Freigabe rechtzeitig zum Ferienstart gestern Vormittag lobte ein Radler: „Eine tolle Strecke mit gutem Belag für jedes Wetter.“
Der 24,5 Kilometer lange Radweg im Westen der Stadt soll eine weitere Freizeitattraktion sein, für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Oberbürgermeister Bernhard Matheis, der den Weg, der 182 Höhenmeter überwindet, am Wochenende schon mit dem Beigeordneten Michael Schieler abgeradelt ist, versichert: Der Weg hat mindestens so viel zu bieten wie der vielbefahrene Radweg zwischen Hinterweidenthal und Weißenburg. „Das ist ein Premiumradweg, der auch landschaftlich ganz viel hergibt, beispielsweise an Wasserbüffeln vorbeiführt, durch Bachauen und durch Hochwald.“ Zudem gebe es schöne Einkehrmöglichkeiten wie die Eichelsbacher Mühle auf der idyllischen Strecke rund um die Stadt Pirmasens. Der Weg sei mit großem Aufwand angelegt worden, so der Oberbürgermeister. Asphaltiert wurden bewusst nur die Steilstrecken, sagte der Verwaltungschef. Nur anderthalb Stunden hat das Stadtvor-stands-Duo für die Vortour gebraucht, allerdings mit dem Pedelec. Diese E-Bikes können bei der Tourist-Information im Dynamikum ausgeliehen werden. Im Angebot ist dort mittlerweile auch ein Kombi-Genuss-Ticket. „Es geht aber auch ohne eingebauten Rückenwind“, versichert Schieler. 22 Kilometer des Rundkurses seien flach. „Die Strecke ist absolut familienfreundlich.“ Nur bei Niedersimten ziehe sich der Radweg etwas den Berg hinauf. Ein geübter Radfahrer habe kein Probleme, andere müssten vielleicht mal ein bisschen schieben, waren sich die Verantwortlichen gestern einig. OB Matheis hob gestern hervor, dass der Radweg Teil eines deutsch-französischen Projektes ist, das vor fünf Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Bis Ende des Jahres soll man deshalb von Pirmasens aus bis nach Bitsch radeln können. Anschlussstellen an das französische Radwegenetz, das noch nicht ganz ausgebaut ist, sind einerseits über Winds-berg und Hornbach auf dem europäischen Mühlenradweg, andererseits über die Pirmasenser Ortsteile Niedersimten und Erlenbrunn in Richtung Kettrichhof und Eppenbrunn zum französischen Radweg EuroVelo 5. Die Ausschilderung soll einheitlich und dreisprachig erfolgen. Werben für den Radweg will Pirmasens künftig im Internet und mit Flyern. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Auch noch nicht komplett aufgestellt sind 25 Infotafeln entlang der Strecke, die über die Historie und Besonderheiten am Wegesrand informieren. Thematisiert wird dabei, woher der Name Strecktal kommt, was es mit dem Westwall auf sich hat, wie das mit den Mühlen war. „Wir haben viel in Archiven gestöbert“, so Jankwitz, der Leiter des Garten- und Friedhofsamtes. Fehlende Schilder sollen in den nächsten Tagen aufgestellt werden, kündigte Jankwitz an, der zusammen mit dem Tiefbauamt bei dem Zwei-Millionen-Euro-Projekt Regie geführt hat. Die Hälfte der Kosten wurde mit EU-Mitteln finanziert. Baudezernent Schieler erinnerte gestern daran, dass im Zuge des Radwegebaus auch alte Hütten im Strecktal abgerissen wurden. Und er verkündete stolz, dass fast alles in Eigenregie gemacht wurde, auch mit Bürgerarbeitern. Laut Jankwitz wurden 6000 Tonnen Recyclingschotter eingebaut, darüber sei dann eine Deckschicht aufgebracht worden, die besonders für Radwege geeignet sei. „Man kann bei jedem Wetter darauf fahren – und ökologisch ist das auch.“ Klaus-Peter Klug, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Südwestpfalz, ist froh, dass Bewegung in den Radverkehr in der Region kommt. „Vor 20 Jahren gab es hier nicht einen Radweg. Dabei ist die Topographie kein Argument“, sagte er gestern. Viele kämen gerade wegen der Hügel zum Radfahren in die Region. Gut findet er, dass heftige Steigungen auf den Hinweisschildern angezeigt werden. Eine gute Sache auch deshalb, weil auch klar werde, über wie viele Meter sich der Anstieg ziehe. Die Verantwortlichen erwarten, dass durch den neuen Rundweg auch der Strecktalpark noch eine Aufwertung erfährt. Weil beispielsweise im Anschluss an die Radtour dort eine Runde Discgolf gespielt werden kann oder die Außenexponate des Dynamikums besucht werden können. Matheis: „Es war uns wichtig, die Attraktivität des Strecktals weiter zu erhöhen.“ Was ursprünglich mal als Gelände für eine Landesgartenschau geplant war, werde immer besser angenommen, auch von Auswärtigen. „Die Leute merken, dass wir einen ganz tollen Naturraum haben“, so der Pirmasenser OB. (cla)