Interview
Michael Helfrich spielt mit 40 noch für Hinterweidenthal in Fußball-Landesliga
Herr Helfrich, am 2. Oktober haben Sie Ihren 40. Geburtstag gefeiert. Andere kicken da längst bei den Alten Herren. Was treibt Sie an, immer noch in der ersten Mannschaft zu spielen?
Ich bin jetzt sechs Jahre in Hinterweidenthal. Das ist ein sehr guter Verein mit ausgezeichneter Kameradschaft, und dementsprechend gefällt es mir hier auch gut. Für mich ist es hier möglich, mit relativ wenig Aufwand noch hoch zu spielen. Zudem bin ich Fußballer durch und durch. Aktuell kann ich es einfach nicht lassen.
Erfahrung haben Sie genügend. Spielt auch die Fitness noch mit?
Da ich von größeren Verletzungen weitgehend verschont geblieben bin, spielt der Körper noch mit. Ich fühle mich fit. Ich kann relativ selten vor Ort trainieren, aber ich mache fast täglich etwas für meine Fitness. Und ein paar Spielzeiten an Erfahrung bringe ich auch mit.
Und wie lange wollen Sie noch spielen?
Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht oder Ziele gesetzt. Solange es noch geht und Hinterweidenthal mich braucht beziehungsweise noch ertragen kann (lacht), spiele ich noch.
Am vergangenen Spieltag in Kirn haben Sie Ihr erstes Saisontor erzielt …
Ja, ganz klassisch nach einer sehr guten Ecke von Daniel Tretter. Obwohl ich nicht der Größte bin, habe ich den Ball am kurzen Pfosten gut erwischt.
Elf Punkte und Platz zwölf nach zehn Spielen sind aber nicht ganz zufriedenstellend für Sie und die Mannschaft – oder?
Nein, nicht ganz. Vor allem die Partie in Hackenheim, in der wir kurz vor Schluss 3:1 führten und am Ende ohne Punkte dastanden, war unbefriedigend. Aber man muss auch sagen, dass mit Simmertal und Blau-Weiß Idar-Oberstein zwei „Punktelieferanten“ nicht mehr da sind und mit Hohenecken und Hermersberg starke Teams dazugekommen sind. Zudem haben wir erst dreimal zu Hause gespielt. Aber grundsätzlich müssen wir uns jeden Punkt hart erkämpfen.
Der nächste Gegner Rodenbach ist auch nicht gerade Laufkundschaft…
Absolut nicht. Die haben sich mittlerweile gefunden. Aber letztes Jahr haben wir Rodenbach zu Hause 2:1 geschlagen. Und wir haben das Kerwespiel, das hat eh eigene Gesetze.
Sie waren beim SV Schopp bereits Co-Trainer und auch ein Jahr hauptverantwortlicher Trainer. Ist das Traineramt für die Zukunft eine Option?
Eigentlich schon. Wenn es die Zeit zulässt, kann ich mir schon vorstellen, mal an der Linie zu stehen. Ich denke schon, dass ich Leute motivieren und etwas mitgeben kann. Wenn sich da mal was ergibt, wäre ich sicher nicht abgeneigt.
ZUR PERSON
Verteidiger Michael Helfrich (40) spielt seit Sommer 2018 für den SV Hinterweidenthal, mit dem er 2020 in die Fußball-Landesliga aufstieg. Der verheiratete Industriekaufmann wohnt und arbeitet in Kaiserslautern. Der gebürtige Dahner war einst für seinen Jugendverein, die SG Bruchweiler und den TuS Hohenecken insgesamt sieben Jahre in der Verbandsliga am Ball.
LANDES-/BEZIRKSLIGASPIELE
Landesliga: SG Eppenbrunn - FC Schmittweiler-Callbach (Samstag, 16 Uhr), SF Bundenthal - SV Kirchheimbolanden, SV Hinterweidenthal - SV Rodenbach, SG Hüffelsheim - SV Hermersberg (alle Sonntag, 15 Uhr)
Bezirksliga: VfR Kaiserslautern - FC Fehrbach (Sonntag, 15 Uhr), TSG Trippstadt - SpVgg Waldfischbach/Burgalben, FC Rodalben - SV Alsenborn (beide So., 15.15 Uhr).