Pirmasens Melissa McCarthy

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Wie um Himmelswillen soll man Melissa McCarthys sichtbarstes Alleinstellungsmerkmal politisch korrekt bezeichnen? Vollschlank, pummelig, quadratisch? Jedenfalls ist die 1,57 kleine Schauspielerin, die zurzeit in der Komödie „Tammy“ zu bewundern ist, im US-Kino die Senkrechtstarterin der Saison. Doch zum Star wurde sie nicht nur wegen des optischen Kontrastes zu Hollywoods geklonten Hungerhaken, sondern als komödiantisches Schwergewicht. Geboren wurde sie 1970 in einer irisch-katholischen Farmerfamilie im ländlichen Ohio. Ihre Karriere begann sie als Stand-Up-Kabarettistin in New York. Dann zog sie nach Los Angeles und wurde Mitglied der Groundlings, einer legendären Improvisationstruppe, die schon die Karrieren einiger Schauspieler, wie von Will Ferrell, Jennifer Coolidge und Daryl Hannah, anstieß. Bekannt wurde sie durch die Serie „Gilmore Girls“, in der sie von 2000 bis 2007 als Sookie St. James auftrat. Später wurde ihre Serie „Mike & Molly“ zum Quotenhit. Viele Jahre war das Fernsehen McCarthys eigentliches Biotop, obwohl sie hin und wieder in klamaukigen Kino-Nebenrollen auffiel. Ihren späten Durchbruch feierte sie in der Kinokomödie „Brautalarm“ (2011), für die Groundlings-Kollegin Kristen Wiig das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm. Zu jenen leicht verrückten Brautjungfern, die in „Brautalarm“ einen Pannen-Parcours durchlaufen müssen, gehörte auch Melissa McCarthy. Dabei widerstand sie den Klischees der „lustigen Dicken vom Dienst“ oder des beleibten Trauerkloßes. Stattdessen trumpfte sie als selbstbewusst schräge Megan auf, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Seit dieser bisher erfolgreichsten Frauenkomödie aller Zeiten, für die McCarthy eine Oscar-Nominierung als Nebendarstellerin einheimste, begann zumindest in Hollywood eine neue McCarthy-Ära. In den letzten drei Jahren war die Pfundskomikerin, deren Ausstrahlung mit einem Traktor verglichen wurde, in der Krimikomödie „Taffe Mädels“ mit Sandra Bullock zu sehen, in der Judd-Apatow-Komödie „Immer Ärger mit 40“, im Roadmovie „Voll Abgezockt“ und in „Hangover 3“. Melissa McCarthy ist seit 2005 mit Groundlings-Kollege Ben Falcone, der in fast allen ihren Filmen auftritt, verheiratet und hat zwei Kinder. Auch „Tammy“ ist eine Familienangelegenheit, inszeniert und produziert von Ehemann Falcone, der in einer kleinen Rolle als Fastfood-Manager auftritt und sich von Tammy (McCarthy) mit Hamburgern bewerfen lassen muss. Das Drehbuch schrieb das Ehepaar gemeinsam. „Vielleicht erlebe ich momentan die einzige Zeit meines Lebens, in der ich zu 100 Prozent das machen kann, was mir am Herzen liegt“, sagt der 43-jährige XXL-Star. (chy/Foto: dpa)

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