Pirmasens „Mein Tempo ist geblieben“
Sieben Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen, 15:7 Punkte: Als Tabellendritter der Handball-Pfalzliga geht die Turnerschaft Rodalben am Sonntag um 18 Uhr ins erste Rückrundenspiel beim TV Wörth. Herbert Striehl sprach mit TSR-Linksaußen Kevin Hauck, der vergangenen Samstag in seinem ersten „richtigen“ Einsatz nach einjähriger Verletzungspause ein tolles Comeback feierte.
Wenn man ein Jahr nicht gespielt hat, dabei immer machtlos mit auf der Bank gesessen hat, war es ein bombastisches Erlebnis. Haben Sie die 40-minütige Einsatzzeit gut überstanden und war das Risiko einer weiteren Verletzung nicht groß? Ich hatte nach dem Spiel und auch am folgenden Tag keine Probleme. Während des Spiels konnte ich mich voll auf meine Aufgaben konzentrieren und habe dabei keine Gedanken an das Knie verschwendet. Prinzipiell ist so eine Situation immer mit Risiken behaftet. Wenn man aber alle negativen Gedanken verdrängt, ist das die halbe Miete. Ich habe mich absolut fit gefühlt, da ich die Richtlinien vom Arzt und das Aufbauprogramm konsequent durchgezogen habe. Sie sind ein pfeilschneller Linksaußen und damit ein hervorragender Konterspieler. Haben Sie nach den zwei Kreuzbandrissen an Schnelligkeit verloren, oder sind Sie noch der „Alte“? (lacht) Mein Tempo ist geblieben, aber die Kondition reicht zum Durchspielen noch nicht aus. Bei Kontern ist nicht nur die Schnelligkeit gefragt, die Situationserfassung und die Flexibilität spielen dabei ebenfalls eine gewichtige Rolle. Sie sind auch Trainer der Frauen-Spielgemeinschaft Hauenstein/Rodalben. Ist diese Doppelbelastung nicht zu groß oder müssen Sie Prioritäten setzen? Das ist schon eine große Belastung. Meine Priorität ist ganz klar das Spielen bei den Herren. Deshalb habe ich die Trainingszeiten mit den Frauen gut abgestimmt. Zeitgleiche Spiele versuchen wir zu verlegen. Im äußersten Notfall springt Katja Spengler als Betreuerin bei den Frauen ein. Wie empfinden Sie das Training von Moritz Baumgart, mit dem Sie und Ihre Mitspieler schon Jahre zusammenspielten und kann er Ihnen als erfahrener Spieler noch was beibringen? Moritz macht das ziemlich gut. Selbst zu Spielern, die er seit seiner Jugend kennt, hat er eine gute Autorität aufgebaut. Er macht das Training, wie ich mir das vorstelle. Dabei kann ich noch immer was lernen. Vor allem im psychologischen Bereich hat er große Stärken. Nach Niederlagen kann er uns immer wieder gut aufbauen. Ihr Vater Alexander war ebenfalls ein erfolgreicher Handballer. Inwiefern hatte er Einfluss darauf, dass Sie und Ihr Bruder Fabian (jetzt TSV Iggelheim) den gleichen Sport ausüben? Gibt er Ihnen noch Tipps? Der Einfluss war groß. Als Kinder sind wir in der TSR-Halle bei seinen Spielen herumgetollt. Irgendwann verliebt man sich in diesen tollen Verein. Mein Vater war allerdings Kreisläufer. Es scheint so, dass hauptsächlich mein Bruder seine Veranlagung übernommen hat. Bei ihm ist es mehr das Stellungsspiel, bei mir sind es mehr die Laufwege. Er ist fast bei allen Spielen dabei. Balltechnisch kann er uns beiden immer noch Tipps geben. Sie sind mit ihrem Team Tabellendritter, nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Dansenberg gut positioniert. Rechnen Sie sich noch Titelchancen aus? Bei uns redet niemand von der Meisterschaft, unser Fokus gilt der Weiterentwicklung der Mannschaft. In der Rückrunde können wir mit einem fitten Jonas Goll ganz anders auftreten und sind viel schwerer auszurechnen. So können wir für manche Überraschung sorgen. Drei Punkte Rückstand sind bei der Ausgeglichenheit der Liga nicht viel. Allerdings haben wir noch vier schwere Auswärtsspiele – unter anderem in Dansenberg und Iggelheim – vor uns. Wir lassen alles auf uns zukommen und nehmen es, wie es kommt. Wie schätzen Sie den Gastgeber am Sonntag, den TV Wörth, ein? Gegen Wörth haben wir noch was gutzumachen, die Heimniederlage gegen die hat uns schon gewurmt. Trotzdem schauen wir primär auf uns und nicht auf den Gegner.