Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Medizinisches Versorgungsdepot der Amerikaner will mit Abzug beginnen

Medical Center auf der Husterhöhe
Medical Center auf der Husterhöhe

Jetzt sollen wohl doch Nägel mit Köpfen gemacht werden: Ab August zieht das medizinische Versorgungsdepot der Amerikaner (USAMMCE) nach Kaiserslautern um. Dies wurde gestern beim Kommandeurswechsel auf der Husterhöhe auf Nachfrage der RHEINPFALZ bestätigt. Oberst Shane A. Roach fällt die Aufgabe zu, den Umzug zu managen.

Der neue Kommandeur löst Jonathan B. Butler ab, der seit 2018 die Leitung des Pirmasenser Depots auf der Husterhöhe inne hatte. Bei den Amerikanern ist es üblich, dass diese Führungsposition alle zwei Jahre neu besetzt wird. Oberst Roach trat 1993 in die US Armee ein und hat in einer Vielzahl von Kommando- und Führungspositionen gedient, unter anderem war er auch in Sembach und Hohenfels eingesetzt. Er ist verheiratet und hat eine siebenjährige Tochter.

Er wird allerdings nicht mehr sehr lange auf der Husterhöhe sein, denn das Hauptquartier zieht mit rund 30 Personen nach Kaiserslautern. In der Folge sollen alle anderen Abteilungen nachfolgen. Insgesamt sind noch 300 zivile Deutsche, amerikanische Zivilisten und Militärs bei der Einheit beschäftigt. Der Umzug soll bis Februar 2021 dauern.

Spätestens 2014 sollte Schluss sein

Der geplante Umzug von der Husterhöhe ins Army Depot Kaiserslautern (KAD) in sechs dort bereits bestehende Gebäude gegenüber der Panzerkaserne steht schon sehr lange auf der Agenda der US Militärs. Seit die Amerikaner 1994 Pirmasens verließen, wurden immer mal wieder Gerüchte laut, dass auch die letzte verbliebene Einheit abziehen und damit weitere Arbeitsplätze von deutschen Zivilbeschäftigten auf der Strecke bleiben könnten. Konkret über einen Abzug wurde allerdings erst in den 2000-er Jahren geredet. Als 2008 Oberst Brew das Kommando auf der Husterhöhe antrat, musste er zur gleichen Zeit in der Soldatenzeitung „Stars und Stripes“ lesen, dass die Dienststelle auf der Husterhöhe spätestens 2014 schließen soll.

Differenzen zwischen deutschen und amerikanischen Stellen

Es gab jedoch in der Vergangenheit öfter Differenzen zwischen dem Amt für Bundesbau und der US-Bauverwaltung, was im Rahmen von Instandsetzungs- und Instandhaltungsarbeiten und folglich als Truppenbaumaßnahmen durchgeführt werden könne. Während die Amerikaner ihre Arbeiten als „zulässige Truppenbaumaßnahmen“ bewerteten, war die deutsche Seite nicht dieser Meinung. So verzögerte sich der Umzug bis zum heutigen Tag. Zwischenzeitlich gab es auf der Husterhöhe noch etliche Kommandowechsel; sechs Kommandeure folgten auf Brew. Oberst Shane A. Roach soll jetzt den Umzug über die Bühne bringen.

Derweil stehen die Städte Pirmasens und Rodalben in den Startlöchern, um das Gebiet Husterhöh-Nord nach Abzug der Dienststelle USAMMCE gemeinsam zu einem Gewerbe- und Industriegebiet Husterhöhe/Grünbühl zu entwickeln. Einen Masterplan gibt es seit 2015, der vom Land teilweise schon bezuschusst wurde. „Daran sieht man, dass dort ein großes Interesse an einer Entwicklung wie auf der Husterhöhe Nord besteht“, sagte der ehemalige Oberbürgermeister Bernhard Matheis in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ im Jahre 2017.

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