FUSSBALL
Marc-Kevin Schaf, der Tausendsassa vom SV Lemberg
Dass Marc-Kevin Schaf mit seinen 25 Jahren schon zehn Jahre als Trainer von Jugend- und Herrenfußballteams wirkt, ist schon außergewöhnlich genug. Aber er führt auch noch als erster Vorsitzender den Sportverein Lemberg, trainiert dort die A-Junioren, er gehört als Vorsitzender des Ausschusses „Junge Generation“ dem Präsidium des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) an, er fungiert als F-Junioren-Spielleiter im Kreis, ist als Pirmasenser politisch in der Horebstadt aktiv, und beruflich engagiert sich der Finanzwirt auch noch im Personalrat des Finanzamts. „Ich liebe meine Heimat. Ich will meinen Beitrag leisten, damit sie auch für andere lebenswert ist“, erklärt er aus voller Überzeugung.
Als Marc-Kevin drei Jahre alt war, zog es die Familie vom Stadtteil Sommerwald auf die Ruhbank. Als Kind kickte er beim SV Ruhbank, in Erlenbrunn und in Lemberg, wie das heute durch Kooperationen oder Spielgemeinschaften so üblich ist. „Ich habe mich dann aber relativ früh schon auf das Trainerdasein konzentriert“, erzählt Schaf. Mit 15 war er beim TuS Winzeln Co-Trainer der Bambini. Da Winzeln dann keine Mannschaft in dieser Altersklasse hatte, kam Schaf zum SV Lemberg. Ein Glücksfall für den SVL. Er übernahm die F-Junioren (U9) und das lief gut: „Wir haben alle Spiele gewonnen.“
Mal Trainer von drei Teams
Nach den E-Junioren folgten die U13-Kicker. Schaf trainierte zwei D-Juniorenteams und in dieser Zeit auch noch das zweite Herrenteam des SVL in der Kreisklasse. „Die Trainings ließen sich zeitlich hintereinander legen. Das war nicht das Problem“, erzählt Schaf.
Nach der C- und der B-Jugend kam nun folgerichtig die A-Jugend unter die Fittiche des Trainers aus Leidenschaft. Im zweiten Jahr unter Schaf ging die U19-Spielgemeinschaft Lemberg/Winzeln ungeschlagen in die Winterpause 2021/22, was in der Kreisliga nur noch der FK Pirmasens II von sich behaupten kann. „Wenn es um die Meisterschaft geht, ist der FKP natürlich der Favorit. Aber bei uns am Laubbrunnen könnte es schon sein, dass wir ihnen ein Bein stellen“, schätzt Schaf, sieht das Ganze aber locker: „Wir müssen ja nicht aufsteigen.“
So ganz nebenbei war Schaf von 2016 bis 2019 noch Schriftführer seines Vereins, bekleidete zusammen mit Oliver Samsel das Amt des Spiel- und Jugendleiters. Seit November ist er erster Vorsitzender des SV Lemberg. „Wir wollten unseren Verein, der alle Jugendmannschaften besetzt hat, zukunftsfähig aufstellen und haben uns die Arbeit auf drei Vorstände aufgeteilt. Ich bin für Verwaltung und Recht verantwortlich“, erklärt Schaf.
Über Thorsten Eschmann und Thomas Bauer kam der Pendler zwischen Ruhbank und Laubbrunnen zum Kreisjugendausschuss, übernahm dort die Leitung des F-Jugend-Spielbetriebs. Durch den Vereinsdialog und die 100-Jahr-Feiern des SV Lemberg und des SV Erlenbrunn bekam er Kontakt zum Präsidenten des SWFV, Hans-Dieter Drewitz.
Praktiker, nicht Theoretiker
„Er sprach mich an und begeisterte mich mit der Idee, einen Ausschuss der jungen Generation zu gründen. Hier sollen Ideen für die Zukunft entwickelt, junge Mitarbeiter akquiriert, motiviert und längerfristig gehalten werden“, berichtet Schaf, der in dem neuen Ausschuss gleich das Amt des Vorsitzenden übernahm.
So stellte er bei der letzten Rundenbesprechung für die kleinen Fußballspieler im Sportheim in Lemberg den Vereinsvertretern das „Kinderfußballprojekt“ des SWFV fachkundig und überzeugend vor. Schaf: „Ich bin ja hier nicht als Theoretiker unterwegs, sondern kenne das alles aus eigenem Erleben.“
Nur eine Bewerbung
Über Florian Bilic kam er als 17-Jähriger in den Jugendstadtrat, führt heute für den CDU-Stadtverband die Kasse, ist im Stadtsportausschuss und im Sportstättenbeirat dabei. Beruflich standen ein Studium zum Grundschullehramt und der Finanzwirt beim Finanzamt in der engeren Auswahl. Nach der zwölften Klasse im Immanuel-Kant-Gymnasium schrieb Schaf mal eine Bewerbung – „die einzige, die ich jemals geschrieben habe“ – und landete in der Landesfinanzschule in Edenkoben und dann beim Finanzamt in seiner Heimatstadt.
„Ich brauche Harmonie“
„Ich bin kein anspruchsvoller Mensch, bin auch mit Kleinigkeiten zufrieden. Ich habe meinen Spaß an Zusammenarbeit mit positiv denkenden Menschen und brauche Harmonie um mich herum“, beschreibt Schaf sich selbst. Der 25-jährige Tausendsassa, der gerne im Pfälzerwald wandert, war während des fußballerischen Lockdowns natürlich nicht untätig, sondern nutzte die Zeit, um die Schiedsrichterprüfung abzulegen. „Es war ja fast alles online. Das konnte ich von zu Hause aus machen“, erzählt er und lacht.