Waldfischbach-Burgalben
Mann verletzt: Weltkriegsgranate explodiert in Wohnhaus
[Aktualisiert 12:45 Uhr] In einem Wohnhaus in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ist eine Weltkriegsgranate explodiert. Ein 51-jähriger Mann wurde schwer verletzt. Das Gebäude blieb unbeschädigt. Dies geht aus einer Mitteilung der Polizei vom Donnerstag hervor. Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am Freitag, 5. Juni.
Laut Polizei hat der Mann die Granate zuvor im Wald gefunden und mit nach Hause genommen. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen manipulierte er an der Gewehrgranate, wodurch sie explodierte. Er kam mit schweren Handverletzungen in ein Krankenhaus.
51-Jähriger ist Sammler von Militaria
Nach Angaben der Polizei besitzt der Verletzte eine umfangreiche Militaria Sammlung. Sie umfasst Gegenstände aus den beiden Weltkriegen, darunter mehrere Schusswaffen, Granaten und Geschosse. Ein Teil der Kriegswaffen enthielt noch Sprengstoffreste oder war nicht fachgerecht unbrauchbar gemacht worden.
Die Polizei leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Waffen-, Sprengstoff- und Kriegswaffenkontrollgesetz ein. Vorsorglich räumten die Beamten das Einfamilienhaus und versiegelten es. Die Bewohner wurden für die Dauer der Untersuchungen anderweitig untergebracht.
Anfang dieser Woche durchsuchten Ermittler und Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes das Anwesen des 51-Jährigen und sicherten Beweismittel. Die Sammlung im Haus sei „wie in einem Museum“ präsentiert worden, erzählt Bernhard Erfort, Sprecher des Polizeipräsidiums. „Es hat nicht nur einen Tag gedauert, bis der Kampfmittelräumdienst durch war“, berichtet er über die große Menge an gefundenen Waffen. Woher sie stammen, sei noch unklar. „Manches können Sie auf dem Flohmarkt kaufen, oder sie kennen jemanden, der jemanden kennt“, meint der Polizeisprecher.
Kein Waffenschein
Hinweise, dass der Mann die Waffen verkaufen wollte, gebe es bisher keine. Die Polizei habe die Schlösser ausgetauscht, um sicherzugehen, dass niemand etwas entwendet. Aus dem Haus nahm die Polizei laut Erfort nur Waffen und Zubehör mit. Andere Teile der Sammlung, wie Geschirr der Wehrmacht, blieb dort.
Nach Angaben der Kreisverwaltung Südwestpfalz war der Mann bei den Waffenbehörden nicht registriert. Er habe keine waffenrechtliche Erlaubnis besessen, heißt es seitens der Behörde. Die wiederum sei bei reinen Sammlern nicht notwendig. Die Kreisverwaltung weist darauf hin, dass Personen, die eine Granate finden, sie unter keinen Umständen transportieren sollen. Das richtige Vorgehen: den Fund gegebenenfalls fotografieren und die Polizei informieren. Die wiederum kann dann Kontakt mit dem Kampfmittelräumdienst aufnehmen.
Mittlerweile ist das Wohnhaus wieder freigegeben. Die Bewohner, abgesehen von dem Verletzten, waren zwischendurch woanders untergebracht, durften nun zurückkehren. Ob auch sie in die Sache involviert sind und sich schuldig gemacht haben, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagt Erfort.
Der Verletzte befindet sich weiterhin in stationärer Behandlung. Die Ermittlungen dauern an.