Pirmasens Manfred Degen meistert die Orgel

Beim zweiten Konzert der diesjährigen Rosenberger Musiktage erklangen am Sonntag fantastische, selten gehörte Tonmalereien in der Wallfahrtskirche Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben. „Gregorianischer Choral und mehr“ lautete der Titel, mit dem die Schola Cantorum Blieskastel unter Leitung von Sebastian Müller, Sebastian Degen am Saxofon und Dekanatskantor Manfred Degen an der Orgel auf der Empore ihre Sanges- und Musizierkunst vorstellten.
Die neun Männer der Schola Cantorum stellten sich mit ihrem Dirigenten vor dem Altarraum auf. Geheimnisvoll mit zunächst dunklen, leisen Orgeltönen begann Manfred Degen mit der Improvisation über „Viri Galilaei“, ehe der Chor mit leiser Saxofonbegleitung den lateinischen Text des gregorianischen Chorals präsentierte. Anschließend bezauberte Sebastian Degen solistisch mit warmen und ausgefeilten Saxofontönen über dasselbe Thema. Improvisationen waren einer der Schwerpunkte des Konzertes: So spielte Manfred Degen hingebungsvoll und großartig über das christliche Thema „Cibavit eos“, was vom Männerchor mit leiser Orgelbegleitung übernommen wurde. Sebastian Degen improvisierte über „Gaudeamus omnes“, ebenfalls übernommen von Chor, Saxofon und Orgel. Weitere gregorianische Choräle waren mit „Salve Regina“ nebst Orgel und dem schönen „Qui manducat“ mit Schola, Saxofon und Orgel zu hören. Außerdem präsentierte der Chor den A-cappella-Choral „Dicit dominus sermones“. „Cantate Domino“, von dem im 16. Jahrhundert lebenden Hans Leo Hassler komponiert, wurde einfühlsam von der Schola Cantorum wiedergegeben, wie auch „Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Weil“ von Hans Georg Nägeli aus dem 18. Jahrhundert und das ebenfalls in dieser Zeit verfasste „Vater unser“ von Christian Heinrich Rinck. Den Abschluss des Kirchenkonzerts begann Sebastian Degen mit der gewaltigen Improvisation „Hommage à Jehan Alain“. Daran knüpfte Manfred Degen das außergewöhnliche Werk „Litanies“ des französischen Tonkünstlers Jehan Alain, dessen Melodik und Rhythmik vom Thema der Litanei in christlichen Gottesdiensten beherrscht wird. Eine gewaltige Aufgabe für Organisten mit ständigen Akkordwechseln, Steigerungen auf den Manualen sowie dem Thema im Pedal, die Manfred Degen sicher meisterte. Herzlicher Applaus der kleinen, aber interessierten Zuhörerschar folgte für ein meditatives und zu Herzen gehendes „Festival geistlicher Musik“, wie es Direktor und Pfarrer Volker Sehy in seiner Eingangsrede nannte. Anschließend wurde ein Imbiss angeboten, dabei sang die Schola Cantorum „Sancta Maria“, „If you love me“ und „O wunderbares tiefes Schweigen“. (sgg)