Pirmasens Mal laut, mal leise
Dass es in der Pfalz talentierte Sänger gibt, beweist nicht nur der seit Jahren Hit um Hit produzierende Mark Forster. Das beweisen auch zahlreiche Sänger und Sängerinnen bei regional erfolgreichen Bands und so manches pfälzische Talent in einer der zahlreichen Castingshows im Fernsehen. Zu einer Castingshow hat erneut der Bezirksverband Pfalz als Schirmherr eingeladen: Gesucht wird die die junge Stimme der Pfalz oder moderner ausgedrückt: ein Vocal Hero. Die Vor-Castings sind gelaufen. 14 Schulen beteiligten sich, gaben ihren musikalischen Talenten die Chance, ihr Können mit zwei Songs unter Beweis zu stellen. Gefordert waren eine Ballade und ein Up-tempo-Stück. Beides jeweils aus dem Bereich anspruchsvollerer Pop oder Musical. Und die Schüler trauten sich an herausfordernde Stücke, wie an der Integrierten Gesamtschule Daniel-Theysohn in Waldfischbach-Burgalben, die sich zum zweiten Male an dem Wettbewerb beteiligt. Zum Beispiel wagten sie sich an das scheinbar so leicht klingende und doch so schwer zu interpretierende „Mamma Mia“ von „Abba“. „Es war eine Offenbarung. Ich dachte, das sind einfache Melodien, die Sängerinnen sind gut, die Arrangements poppig und eingängig. Das waren sie, aber gleichzeitig schwieriger als erwartet und mir war ziemlich schnell klar, dass ich da mehr reinstecken muss, als ich eingangs dachte“, hatte zum Beispiel Weltstar Cher in einem Interview mit dem Deutschlandfunk bekannt, nachdem sie ein „Abba“-Tribute-Album aufgenommen hatte. Keine Angst vor herausfordernder schwedischer Pop-Musik hatte beim Pfalz-Songcontest Marie-Claire Arnold, die die zehnte Klasse der IGS besucht. Es musste auch was geboten werden, um eine Chance zu haben. Schon mit dem Eröffnungssong des Castings an der IGS – „Let It Be“ von den „Beatles“ – legte Anna Wagner (12. Klasse) die Messlatte hoch. Mal mit Halb-Playback, mal mit akustischer Unterstützung durch die Band, zeigten auch Sonja Bogacki (13. Klasse), Helena Bauer (11. Klasse) und der einzige Nachwuchssänger im Wettbewerb, Leon Konig (9. Klasse), dass es etliche musikalische Talente an der IGS gibt. Und die nahmen sich einiges vor: Zum Beispiel „Rise Like A Phoenix“ von Eurovision-Contest-Siegerin Conchita Wurst oder das unverwüstliche „The Rose“ von Bette Middler und „Stay“ von Rihanna. Bei „Missionary Man“ von den „Eurythmics“ – die Nervosität ihres jeweiligen Auftaktliedes hatten alle Teilnehmer im zweiten Durchgang abgelegt – durfte Leon Konig beweisen, dass in ihm ein talentierter Sänger mit breitem Tönespektrum steckt. Rhythmusbetont, von daher nicht einfach zu interpretieren, „Believer“ von den „Imagine Dragons“ oder im Kontrast dazu das gefühlvolle „Another Love“ von Tom Odell. Für die Jury war es nicht leicht den Vocal Hero der IGS zu wählen. Lehrerin Katrin Graf, die abseits des Schuldienstes gerne als Katrin „Katz“ Graf der Udo-Lindenberg-Tributeband „Udos Lindenwerk“ ihre Stimme verleiht, Franz Zimnol von der ADD in Trier und Schulsprecher Julian Belzer diskutierten lange und waren letztlich überzeugt, dass Sonja Bogacki, die mit „Teenage Dirtbag“ von „Wheatus“ eine überzeugende Performance geboten hatte, am Ende die Nase vorn hatte. Nicht nur die Stimme, auch die Souveränität im Auftreten, sei mit ein Faktor gewesen, der schließlich den Ausschlag gab, sagte Zimniol. Nächste Runde: Finale am 18. Mai in Herxheim. Nicht nur im Landkreis Südwestpfalz, auch in der Stadt Pirmasens, gibt es starke Stimmen. Sieben bewarben sich am Leibniz-Gymnasium in Pirmasens um den Platz im von der RHEINPFALZ unterstützten Wettbewerb: „Vocal Heroes – Die Pfalz sucht die junge Stimme“. Cosima Maly (11. Klasse) setzte sich am Leibniz-Gymnasium durch, wo Kirchenmusiker Gernot Gölter und die Musiklehrer Georg Schlüter und Christian Steinbach die Jury bildeten. Für Cosima Maly gab es im März als Belohnung bereits ein erstes professionelles Coaching für Stimme und Auftritt, um beim Finale in zehn Tagen in Herxheim die zahlreich erwarteten Fans zu begeistern.