Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Ludwigswinkel: Opa und Enkel gemeinsam auf dem Rasen

Spielte mit seinem Enkelsohn zusammen gegen den Tabellenführer: Hans-Jürgen Flickinger.
Spielte mit seinem Enkelsohn zusammen gegen den Tabellenführer: Hans-Jürgen Flickinger.

Dass ein 70-Jähriger in einer Herren-Liga spielt und ein anderer 70-Jähriger ein Comeback als Schiri feiert, sind Themen in Helmut Igels Kolumne „Tore, Träume, Temperamente“.

Hans-Jürgen Flickinger, mittlerweile 70-jähriger Rentner, der sich in der erfolgreichen Ü60-Truppe der SG Sauerbachtal fit hält, war am Sonntag in der C-Klasse Ost über 90 Minuten für die Sportvereinigung Ludwigswinkel im Match bei Tabellenführer SV 53 Rodalben am Ball.

„Ich habe in unserer Fünferkette gespielt“, berichtete Flickinger, der in Ludwigswinkel unweit vom Sportplatz wohnt. Auf Nachfrage erklärte er am Sonntagabend, dass ihm keine Knochen wehtun würden. Er habe allerdings das Sonntagvormittag-Training mit der Ü60 auf dem Kunstrasen-Bolzplatz des SV Hinterweidenthal ausfallen lassen.

Zum Ludwigswinkler Team, das ohne Ersatzspieler angereist war, gehörte Flickingers Enkel Noah Weippert. Flickingers Sohn Steven hätte auch mit von der Partie sein sollen. Weil er krank geworden war, wurde es nichts mit der Wiederholung des Drei-Generationen-Spiels mit Opa, Sohn und Enkel, das es just gegen den SV 53 vor sechs Jahren schon mal gegeben hatte. Übrigens: Ludwigswinkel verlor 0:4. „Immerhin haben wir gegen den Tabellenführer, den wir im Hinspiel als einzige Mannschaft geschlagen haben, nur vier Gegentore kassiert“, merkte Flickinger stolz an.

Wiederholungsspiel: Protest mit neun gegen neun

Der Vorschlag war vernünftig, von beiden beteiligten Mannschaften angenommen, jedoch nicht regelkonform. Deshalb mussten der SV Lemberg II und die Spielvereinigung Waldfischbach/Burgalben ihr am 2. November nach 77 Minuten wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgebrochenes Match in der Fußball-B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Ost wiederholen. Die Gebietsspruchkammer hatte in dem einvernehmlichen Abbruch der Partie, in der Tabellenführer Waldfischbach/Burgalben mit 5:0 vorne lag, einen Regelverstoß gesehen und eine Neuansetzung verfügt.

„Zähneknirschend, aber schnell“, so Klassenleiter Marco Kochert, einigten sich die Parteien auf einen Nachholtermin nur zehn Tage später. Am vergangenen Donnerstag standen sich die beiden Teams in Lemberg erneut gegenüber. Allerdings nicht im kompletter Stärke. Auf beiden Seiten standen nur neun Kicker zur Verfügung. Auswechselspieler: Fehlanzeige. „Das war in gewisser Weise ein Protest gegen die Entscheidung der Sportgerichtsbarkeit“, nahm Lembergs Vorsitzender Marc-Kevin Schaf Stellung.

Kochert ließ es sich nicht nehmen, das Match persönlich in Augenschein zu nehmen. Es sei, so der Klassenleiter, „eine äußerst faire Begegnung“ gewesen, in der von Anfang an klar war, dass der Sieger nur Waldfischbach/Burgalben heißen konnte. Nach 23 Minuten stand es 1:5 und zur Halbzeitpause 2:8.

In der zweiten Hälfte verzichtete der Ligaprimus darauf, weiter auf Torejagd zu gehen und verwaltete weitestgehend mit Ballstafetten in der eigenen Hälfte das Resultat, ehe dann doch das 2:9 fiel und die gemeinsame „dritte Halbzeit“ zum Höhepunkt avancierte.

Schiri-Mangel: Ein Ausfall und ein Comeback eines Rentners

Jetzt war es so weit: Ein Herren-Punktspiel im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken musste ausfallen, weil kein Schiedsrichter aufzutreiben war. Betroffen war die angesetzte Begegnung des SV Gersbach mit dem SV Hochstellerhof (B-Klasse West).

„Freitag und Samstag war ich etwa drei Stunden am Telefon beschäftigt, um Schiedsrichter zu finden, die noch pfeifen könnten“, berichtete Kreis-Schiedsrichterobmann Sascha Geisler über den Mangel an Unparteiischen. Gleich sieben Spiele seien am Freitag noch ohne einen unparteiischen Leiter gewesen. Dann erklärten sich drei Schiris aus dem Fußballkreis Kaiserslautern/Donnersberg bereit, die Fahrt in die Südwestpfalz auf sich zu nehmen. Und ein weiterer Referee konnte ein nicht besetztes Match übernehmen, weil dessen Begegnung ausgefallen war.

Ein dickes Lob geht an Schiedsrichter Friedrich Welck, der erst ab 13 Uhr die A-Klasse-Partie SV Hermersberg II gegen FK Petersberg leitete und anschließend bei SV 53 Rodalben gegen Ludwigswinkel auf die Einhaltung der Regeln achtete.

Auch für das Spiel SG Kröppen/Vinningen gegen SG Bruchweiler/Busenberg (C-Klasse Ost) fand sich kein amtlicher Schiri. Dem Rentner und Schiedsrichter-Pensionär Günter Stephan ist es zu verdanken, dass trotzdem gekickt wurde. Denn der fast 70-Jährige, der zuletzt vor geschätzt zehn Jahren ein Spiel geleitet hatte, erklärte sich bereit, noch einmal für 90 Minuten einzuspringen. Die Spielleiter der beiden Mannschaften, Daniel Geiser (Kröppen) und Tobias Groß (Bruchweiler), hatten sich vor dem Match auf Stephan als „Pfeifenmann“ verständigt. Groß: „Wir spielen beide nur C-Klasse, und für beide Teams geht es wirklich nicht mehr um einen Titel.“

Beide Spielleiter bescheinigten Stephan eine „großartige Leistung“, wobei die beiden Mannschaften sehr diszipliniert zu Werke gegangen seien. Stephan, der nicht in Schiedsrichter-Kleidung sein Amt ausübte, musste beim 8:2 für die Gastgeber keine eine einzige Gelbe Karte ziehen.

Schiri-Chef Geisler appellierte erneut an die Vereine, für Schiedsrichternachwuchs zu werben: „Weder Gersbach, Hochstellerhof, Kröppen, Vinningen, Bruchweiler noch Busenberg stellen aktuell einen Schiedsrichter.“

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