Pirmasens Linke für Gesundheitszentrum

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Die Stadtratsfraktion der Linken hat angeregt, in Pirmasens ein Gesundheitszentrum unter kommunaler Trägerschaft einzurichten. Ein entsprechender Antrag soll in der Sitzung des Stadtrats am 11. Februar eingebracht werden.

Aufgaben der kommunalen Einrichtung, die ihren Sitz in Pirmasens haben soll, seien unter anderem der Aufbau einer Infrastruktur zur Bereitstellung der hausärztlichen und ärztlichen Versorgung in Form eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), ein entsprechendes Abstimmungsverfahren mit der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz und der Abschluss von Anstellungsverträgen mit Ärzten sowie Praxispersonal. Dazu soll, so die Linksfraktion, die Verwaltung in enger Zusammenarbeit mit Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz ein Konzept erstellen und dem Stadtrat zur weiteren Beschlussfassung vorlegen. Angestrebt werden soll die gemeinsame Gründung eines öffentlichen Unternehmens oder die Gründung eines Zweckverbands. „Möglicherweise ergeben sich aus diesen Verhandlungen auch weitere Standorte für medizinische Versorgungszentren unter kommunaler Trägerschaft in der Region, was zu begrüßen wäre“. Der Antrag der Linken knüpft an die Kooperation der Städte Pirmasens, Zweibrücken und des Landkreises Südwestpfalz an, die eine Initiative zur Abwendung des drohenden Ärztemangels ergriffen und die Firma Medi-Verbund Südwest mit der Umsetzung beauftragt haben. Als Beispiel für ein Gesundheitszentrum unter kommunaler Trägerschaft führen die Linken die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen (Rhein-Lahn-Kreis ) an, die seit 2015 dieses Modell erfolgreich umsetze und damit bundesweit für Aufsehen und Nachahmer sorge. Sofort nach dem Start des Projekts hätten sich dort zahlreiche Jungmediziner auf eine Stelle beworben und aus einer einfachen Arztpraxis sei dort innerhalb kürzester Zeit ein Gesundheitszentrum mit 3500 Patienten pro Quartal geworden. „Dieses Modell sollte nun zügig auch für Pirmasens, Zweibrücken und in der Südwestpfalz Anwendung finden“, so die Linken. Gerade der Landkreis Südwestpfalz sei die am schlechtesten versorgte Region in Rheinland-Pfalz, während die beiden Städte Pirmasens und Zweibrücken etwas besser da stehen. Dies führe aber dazu, dass Patienten gezwungen seien, für den Arztbesuch die beiden Städte anzusteuern. Die logische Konsequenz seien lange Wartezeiten und Kapazitätsengpässe auch in den Städten. Einer der Hauptgründe des drohenden Ärztemangels liegt nach Auffassung der Linken in einem kompletten Wandel des Berufsbildes. Nachwuchsmediziner der sogenannten „Generation Y“ bevorzugten geregelte Arbeitszeiten in einem Angestelltenverhältnis, stellten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Mittelpunkt und könnten oder wollten die immensen Investitionen einer Praxisgründung nicht stemmen. Die Gesundheitsversorgung sei einer der wichtigsten Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge und dafür stünden insbesondere die Kommunen in der Verantwortung. Daraus müssten nun praktische Konsequenzen folgen, die den Bedürfnissen und Ansprüchen junger Mediziner Rechnung tragen. Mit dem Versorgungs-stärkungsgesetz sei 2015 den Kommunen die Möglichkeit eingeräumt worden, in eigener Trägerschaft Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu betreiben und Ärzte im Angestelltenverhältnis zu beschäftigen. Kommunale MVZ seien insbesondere für Regionen geeignet, wo vorhandene Kassensitze mangels Nachfolger unbesetzt bleiben und Versorgungsengpässe bereits eingetreten oder zu erwarten seien, so die Linke.

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