Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Lilly Lohr vom TTC Nünschweiler steht nicht nur an der Platte, sondern auch auf der Musicalbühne

Lilly Lohr, 2019 Südwestdeutsche Meisterin im Schülerinnen-Doppel, spielte nach der Abmeldung des Damenteams bis zum coronabedin
Lilly Lohr, 2019 Südwestdeutsche Meisterin im Schülerinnen-Doppel, spielte nach der Abmeldung des Damenteams bis zum coronabedingten Saisonabbruch bei den Herren des TTC Nünschweiler mit.

Lilly Lohr lebt Tischtennis. So oft wie möglich steht die 16-Jährige normalerweise beim TTC Nünschweiler an der Platte – als Spielerin und nun auch als Trainerin. Und sie spielt in Musicals.

Lilly Lohr begann vor sieben Jahren mit dem Tischtennis. Angefangen hatte es – wie so oft – an einer Steinplatte auf dem Pausenhof ihrer Schule. „Eine Freundin hat mich dann gefragt, ob ich mal mit zum Training komme“, erzählt die 16-Jährige, die in Zweibrücken die zehnte Klasse des Helmholtz-Gymnasiums besucht. Nach zwei Wochen Probetraining bei Walter Morgenthaler und Karl-Heinz Wolk, zwei der damaligen Jugendtrainer der BTTF Zweibrücken, war klar, dass sie ihr neues Hobby gefunden hatte.

Wing Tsun und Tanz

Zuvor hatte sie mit Wing Tsun, einer Kampfkunst aus China, begonnen und gehörte noch ein Jahr einer Tanzgruppe an. Nach drei Jahren Tischtennis bei den Bickenalbtalern wurde sie dann im Training mehr und mehr gefördert. „Karl-Heinz Wolk hat damals gesagt, ich hätte ein Händchen“, erzählt Lilly Lohr, die dann bei Turnieren immer länger im Rennen blieb. „Das Training hat Wirkung gezeigt.“

Training mit den Kleinsten

Nach einem kurzen Intermezzo beim TV Zweibrücken-Ixheim wechselte sie 2018 nach Nünschweiler. „Ich habe im Stützpunkttraining Peter Becker kennengelernt. Er hat mir bei sich in Nünschweiler Einzeltraining angeboten“, erklärt die Gymnasiastin.

Seit 2017 gehört sie zum Pfalzkader, hat sich dort etabliert. Bei Ex-Nationalspielerin Tanja Krämer und Timo Schultz trainiert sie am Stützpunkt in Waldfischbach-Burgalben. „Mittlerweile habe ich auch den D-Trainerschein. Ich trainiere Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren. Das ist schon eine Herausforderung“, erzählt Lohr vom Training der Kleinsten in Nünschweiler.

Bei einem internationalen Turnier im französischen Mulhouse schaffte Lilly Lohr, die den Vorhandschuss als ihre Stärke bezeichnet, dann nach eigenen Worten den Durchbruch. „Ich habe damals zwar kein Spiel gewonnen, aber das Turnier hat mich auf den richtigen Weg gebracht.“

Finale in Berlin

2019 gewann sie bei den südwestdeutschen Schülerinnen-Meisterschaften den Doppeltitel an der Seite von Evelyn Emmrich (TSG Kaiserslautern). Mehrere Bezirksranglistensiege und Pfalzmeisterschaften stellten sich ein. Zweimal nahm die Noppenspielerin für die Pfalz am Deutschlandpokal teil und spielte mit der Helmholtz-Mannschaft auch schon in Berlin im Finale des Schulsportwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“.

Bei den Pfalzlehrgängen trainiert sie mit Tobias Weber, der auch die Herren von Drittligist TSG Kaiserslautern betreut, sowie Florian Trattnig und Oberligaspieler Christian Stofleth. Nachdem Nünschweiler sein Damenteam wegen Spielerinnenmangels aus der 1. Pfalzliga abgemeldet hatte, wechselte sie ins zweite TTC-Herrenteam.

Bekenntnis zu Nünschweiler

„Die Herren haben ein ganz anderes Spiel. Da werde ich manchmal ausgespielt, obwohl ich oft den ersten Satz gewinne“, erzählt die Angriffsspielerin. Dennoch sei ein Vereinswechsel für sie ausgeschlossen, der Verein passe einfach zu ihr.

Tischtennis ist nicht ihr einziges Hobby: Lilly Lohr spielt noch Gitarre, wirkt in Schul-Musicals wie „Pippin“ mit –„ich hatte auch schon eine Hauptrolle“ –, und seit fünf Jahren singt sie zudem im Schulchor.

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