Pirmasens Leserbriefe an die Lokalredaktion:

Auf die Gefahr hin als Miesepeter bezeichnet zu werden - ich finde man hat Sitzgelegenheiten vergessen, versehen mit Flaschenhaltern für die alkoholischen Getränke, die dort nicht getrunken werden dürfen. Wer soll bitte dafür sorgen, dass die Fläche sauber und „sicher“ bleibt? Diejenigen, die lieber abzockfähige Autofahrer oder Sportsbars kontrollieren? Wer sorgt sich um die Jugendlichen im nahen Bolzplatz? Jetzt, lieber OB, sind Sie mit Ihrer Mannschaft in der Pflicht dafür zu sorgen! Ich werde mir vorbehalten, bei Verstößen immer wieder das Ordnungsamt in die Pflicht zu nehmen für ein sauberes und sicheres Pirmasens und hoffe, das andere diesem Beispiel folgen. In der Tat ist die B 10 noch nicht vierspurig gebaut, und schon gar nicht „jetzt“ oder sofort, wie die Pirmasenser Beton- u. Asphaltinitiative erstmals vor fünf Jahren (...) plakativ gefordert hatte. Am Fuße des Naturdenkmals Teufelstisches bei Hinterweidenthal wird immer noch (...) ein einzigartiges Stück Natur des Biosphärenreservates Pfälzerwald in einem bisher noch nie dagewesenen Ausmaß regelrecht nieder gemacht und unter Beton und Asphalt für immer begraben. Weitere solcher Zerstörungsorgien entlang der B 10 blieben bisher Gott sei Dank Fehlanzeige, ob dieses Jahr, wie von den Pirmasenser Betonfanatikern kolportiert, tatsächlich mit dem Abschnitt Godramstein – Landau begonnen wird, ist in Folge der sicherlich zahlreich zu erwartenden Enteignungsverfahren mehr als fragwürdig. Angesichts dieser äußerst dürftigen Bilanz ist inzwischen selbst beim Pirmasenser Ausbau-Oberbürgermeister die Einsicht gereift, dass dies mit „B 10 4 Spuren jetzt!“ wohl eher ein Generationenprojekt werden wird. Sehr optimistisch geht er von weiteren 20 Jahren Dauer für den Komplettausbau aus, mit Blick auf den aktuellen Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) werden es wohl eher noch mindestens 25 bis 30 Jahre werden, wenn überhaupt. Für den Abschnitt Godramstein – Annweiler und auch die Tunnelstrecke Annweiler – Wellbachtal darf bis 2030 lediglich geplant, aber nicht ein Meter Fahrbahn gebaut werden. Mit einem Baubeginn wäre also erst weit nach 2030 zu rechnen, wobei sich dann allerdings angesichts der Verkehrszahlenentwicklung die Frage stellt, für was ein vierspuriger Ausbau überhaupt noch erforderlich sein soll. Nach der Bezugsfall-Verkehrsprognose des BVWP-Entwurfes wird das Gesamtverkehrsaufkommen auf der B 10 im Jahr 2030 etwa genauso hoch wie heute im Jahre 2016 sein. Für was trotzdem eine halbe Milliarde Euro in den Pfälzer Sand gesetzt werden soll, erschließt sich mir als Steuerzahler beim besten Willen nicht und sollte auch den Bundestagsabgeordneten, die über den BVWP entscheiden, Anlass zum Nachdenken geben. Es gibt sicherlich genügend andere Engpässe in unserer Republik, die dringender beseitigt werden müssten. (...) Während der für die Planung verantwortliche Landesbetrieb Mobilität erst im Januar diese Jahres Kosten für den Tunnelabschnitt in Höhe von 260 Millionen Euro nannte, setzt das Bundesverkehrsministerium im fernen Berlin lediglich 159 Millionen Euro Baukosten für den Neubau der Tunnel an. (...) Es bleibt die Gefahr weiterhin bestehen, dass mindestens noch 20, eher 25 bis 30 Jahre, zwischen Hinterweidenthal und Landau eine Megabaustelle nach der anderen die Menschen in der Region enorm belastet, die Erreichbarkeit der Anrainergemeinden deutlich einschränkt und die Wirtschaft und den Tourismus massiv schädigt. Umleitungs- und Schleichverkehre über Jahre und Jahrzehnte durch die Orte entlang der B 10, man denke nur an den notwendigen Abriss und Neubau der Brücken bei Wilgartswiesen, entlang der Schuhstraße, aber auch der B 427, wären dann der Preis für den B-10-Größenwahn der Betonfanatiker aus Pirmasens. Auf die Frage, wie der Betrieb seinen Wasserkunden vermitteln soll, dass in den Erhalt des Fehrbacher Wasserturms investiert werden muss, gibt es eine einfache Antwort: indem man Transparenz schafft und den Bürgern die Fakten erklärt. Der Erhalt eines im Interesse der Öffentlichkeit zu schützenden Kulturdenkmals geschieht doch nicht auf freiwilliger Basis, sondern es gibt immer noch eine Erhaltungspflicht! Diese ist ebenso gesetzlich vorgeschrieben wie Regeln des Brandschutzes, des Umweltschutzes, des Arbeitsschutzes oder der Wasserhygiene. Der rücksichtsvolle Umgang mit solchen Kulturdenkmalen ist kein „gewaltiges Problem“, sondern eine vom Eigentümer zu lösende Aufgabe wie jede andere. Ein Abbruch aus wirtschaftlichen Gründen entsprechend der gängigen Rechtspraxis wäre nicht möglich, da es sich um das Funktionsgebäude eines Wasserversorgungsnetzes handelt. Das gesamte Wasserversorgungsunternehmen ist als eine Wirtschaftseinheit anzusehen. Man könnte nicht für ein einzelnes Objekt die wirtschaftliche Unzumutbarkeit nachweisen, sondern müsste nachweisen, dass die Wasserwerke durch den Erhalt des Wasserturmes Verluste schreiben. Das dürfte wohl kaum möglich sein. Der Fehrbacher Wasserturm zählt zu den wichtigsten technischen Denkmalen der Wasserversorgung in Rheinland-Pfalz und wird seit Jahren in einer ständigen Architekturausstellung in Paris mit Fotografien gezeigt. Es gäbe sicherlich Wege, um Fördermittel für dieses hochrangige Zeugnis der Nachkriegsarchitektur zu bekommen. Die Frage lautet also nicht, wieso eine für den Erhalt dieses Ingenieurbauwerks verhältnismäßig geringe Summe investiert werden muss. Sondern weshalb man völlig ungeniert erwartet, dass die Wasserkunden so viel Geld für die keinen Nutzen bringende Zerstörung ihres erhaltenswerten Wahrzeichens blechen sollen! Wenn die Region Pirmasens noch eine Zukunft haben soll, darf man nicht alles, was Identität stiftet, rücksichtslos plattmachen. Oder werden als nächstes die Dahner Burgen abgerissen, nur weil dort keine Ritter mehr leben?