Pirmasens Langer Dixi-Klo-Stopp und platte Reifen
«FRANKFURT.» Des einen Freud, des anderen Leid: Während Mike Dauth aus Lemberg bei der Ironman-Europameisterschaft am Sonntagabend mit einer für ihn als Triathlon-Debütanten guten Zeit die Ziellinie am Frankfurter Römer überquerte, gab der Pirmasenser Thomas Stamm nach einer Reifenpanne frustriert auf.
3800 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und abschließend ein Marathonlauf über 42,195 Kilometer – das ist bei einem Ironman-Wettbewerb an einem Tag gefordert. Der in der Region als Fußballer bekannte Dauth (1997 Verbandsligameister mit dem FK Pirmasens) schaffte dies in 13:14:09 Stunden. Um 7 Uhr begann der Wettkampf am Langener Waldsee. Der Berufssoldat, derzeit in Köln stationiert, legte eine gute Schwimmzeit von 1:16 Stunde hin. „Dabei habe ich erst vor einem Jahr die Schwimmtechnik richtig erlernt“, erzählt der wie Stamm fürs Endurance Team Pirmasens startende Dauth. Beim Radfahren kämpfte der 41-Jährige ab der zweiten Runde mit Magenproblemen, die sowohl die Radfahr- als auch die Laufzeit beeinflussten. Er habe etwa 45 Minuten auf einem Dixi-Klo verbracht, berichtet Dauth, aber Aufgeben sei für ihn keine Option gewesen. Nach 6:23 Stunden hatte er die 180-Kilometer-Radstrecke hinter sich und einen Marathon vor sich. Erst auf den letzten Lauf-Kilometern ließen die Magenprobleme nach. „Etwa drei Kilometer vorm Ziel wusste ich, dass ich ins Ziel kommen werde“, erinnert er sich. Seine Laufzeit von 5:14 Stunden ist nicht überragend. aber dennoch war die Freude überschwänglich: „Es ist ein überwältigendes Gefühl für einen Freizeitsportler, einen Langzeit-Triathlon zu finishen. Wenn ich daran denke, kriege ich immer noch eine Gänsehaut.“ Vor dem Wettkampf habe er eine Zeit von etwa zwölf Stunden angepeilt. „Es lief nicht ganz optimal. Genug Motivation für mich, dranzubleiben“, sagt Dauth. Fortsetzung folgt also. Für Thomas Stamm war es bereits der 20. Langdistanz-Triathlon in seiner Karriere, und er hatte sich eigentlich vorgenommen, unbedingt anzukommen. Ankommen wäre deshalb wichtig gewesen, weil es ihm das Ticket für die Ironman-Weltmeisterschaft 2019 oder 2020 auf Hawaii gesichert hätte. „Ich habe einen zugesicherten Startplatz, ich muss nur in diesem Jahr einmal finishen, und das soll hier in Frankfurt sein“, sagte der 55-Jährige am Samstag. 18 Zieleinläufe bei einem Langdistanz-Rennen hat der erfahrene Athlet bereits hinter sich gebracht. Die 3,8 Kilometer Schwimmen spulte Stamm in 1:28 Stunde ab. „Es lief sehr gut, mit dieser Zeit war ich zufrieden“, kommentierte der Mitarbeiter der Pirmasenser Stadtverwaltung. Seine Stärke ist jedoch das Radfahren. Solide und gleichmäßig kam er trotz des mitunter starken Gegenwinds in Tritt. Bis Kilometer 140 lief es wie am Schnürchen. Glassplitter ließen dann aber den Traum vom 19. Zieleinlauf zerplatzen. Mit beiden Rädern überfuhr Stamm die Splitter und hatte auf einmal zwei platte Reifen. Er hatte zwar zwei Ersatzschläuche dabei, aber mit dem Platten war die Motivation völlig weg. Stamm gab frustriert auf. „Es hätte mich fast eine halbe Stunde Zeit gekostet“, sagte er am Sonntagabend und fügte hinzu: „Ich bin so was von enttäuscht, die ganze Vorbereitung umsonst.“ Am Montag blickte Stamm wieder positiver in die Zukunft: „Ich werde im Laufe des Jahres noch einen Ironman machen, um mir meinen Startplatz auf Hawaii zu sichern.“