Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Landesgartenschau: Pirmasens will 2032 Gastgeber sein

Blumen, Sträucher und co. sollen Besucher anlocken.
Blumen, Sträucher und co. sollen Besucher anlocken.

Pirmasens könnte sich vorstellen, 2032 die Landesgartenschau auszurichten. Das hat die Stadtverwaltung dem Wirtschaftsministerium in Mainz mitgeteilt. Ob es wirklich so weit kommen wird, steht jedoch in den Sternen.

2027 findet die nächste Landesgartenschau in Neustadt statt. Während die Vorbereitungen für die Veranstaltung dort auf Hochtouren laufen, suchen die Verantwortlichen in der Landeshauptstadt schon nach einem Ausrichter für die Folgeveranstaltung im Jahr 2032.

Nachdem alle Kommunen im Land ein entsprechendes Schreiben bekommen haben, hat die Stadt Pirmasens grundsätzliches Interesse an der Ausrichtung der Landesgartenschau signalisiert. Laut Wirtschaftsministerium haben das zudem sechs weitere Kommunen getan: Bad Kreuznach, Bendorf, Betzdorf, Kaiserslautern, Montabaur und Saarburg. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) sagt: „Unsere Landesgartenschauen bieten Städten und Regionen die Chance, sich neu zu erfinden, ihre Innenstädte und Ortskerne fit für die Zukunft zu machen und dabei Orte zu schaffen, die zu echten Publikumsmagneten werden können.“

Gartenschau als Förderinstrument

Bei den Landesgartenschauen geht es dabei nicht nur um Blumen, Sträucher und Co. Das Land versteht die Großveranstaltungen explizit als Förderinstrument der Stadtentwicklung. Allerdings finden sich in den Vorgaben des Landes Hinweise auf Fördermöglichkeiten, beziehungsweise Förderhindernisse, die die Planer im Rathaus vor Herausforderungen stellen dürften.

Wurden in der Vergangenheit Landesgartenschauen beispielsweise gerne genutzt, um kontaminiertes Gelände fit für die Zukunft zu machen, werden solche Vorhaben nun explizit als nicht förderfähig ausgeschlossen. Geld des Landes gibt es hingegen für die Schaffung neuer als auch die Sicherung, Sanierung beziehungsweise Erweiterung vorhandener Freiräume, Grünflächen sowie Park- und Freizeitanlagen. Diese sollen nach der Landesgartenschau der Öffentlichkeit dauerhaft und unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden und nicht gewerblich genutzt werden.

Explizite Bewerbungsrichtlinien

In den Bewerbungsrichtlinien, die der RHEINPFALZ vorliegen, werden zudem Mindestanforderungen für das Gartenschauareal definiert. So wird beispielsweise eine Kernfläche von mindestens 15 Hektar gefordert. Alternativ sind maximal drei kleinere Flächen mit einer Mindestgröße von jeweils drei Hektar denkbar. Zum Vergleich: Der Strecktalpark ist rund 15 Hektar groß.

Besucher sollen die gesamte Ausstellungsfläche in einem Tag erleben können, heißt es weiter. Außerdem sind Hallenflächen zwischen 600 und 1000 Quadratmeter vorgesehen sowie zehn Themengärten, eine Lehrbaustelle und ein Beitrag zur Grabbepflanzung. Die Landesgartenschau soll eine Vegetationsperiode umfassen und daher etwa sechs Monate dauern.

Arbeitsgruppe geplant

Aus dem Rathaus ist zu hören, dass auf die erste Interessensbekundung nun schnell weitere Schritte folgen sollen. Als erstes wird dem Vernehmen nach eine Arbeitsgruppe gegründet, an der Experten verschiedener Ämter der Verwaltung beteiligt sein sollen. Ihre Ideen werden dann dem Stadtrat vorgestellt, der das letzte Wort bei der Bewerbung haben wird – schließlich ist die Ausrichtung einer Landesgartenschau mit Kosten für den städtischen Haushalt verbunden.

Die Bewerbung muss bis zum 15. März 2025 in Mainz vorliegen. Welche der sieben Städte letztlich zum Zug kommt, entscheidet sich in einem mehrstufigen Verfahren. Zunächst ist ein fachliches Votum durch einen Bewertungsbeirat geplant. Danach tagt eine Auswahlkommission der Staatssekretäre und erstellt eine Empfehlung an den Ministerrat. Der soll im Juni/Juli 2025 die endgültige Entscheidung treffen, wer 2032 die Landesgartenschau ausrichten darf.

Die Städte, die nicht zum Zug kommen, können für ihren Aufwand eine Entschädigung von 10.000 Euro beantragen. Die Stadt Pirmasens hatte sich schon zweimal als Gastgeber für eine Landesgartenschau beworben. Allerdings erfolglos. 2000 bekam Kaiserslautern den Zuschlag, 2008 Bingen.

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