Pirmasens Kulturelle Vielfalt miteinander leben und feiern

Beim ersten Pirmasenser Völkerfest ist man zusammen gekommen, um kulturelle Vielfalt zu feiern und zu leben – eine gelungene Aktion des Beirates für Migration und Integration. Die Veranstaltung wollten die Veranstalter auch nutzen, um neue Mitglieder und Kandidaten für die Beiratswahlen im November zu finden.
Während die Sonne auf den Schloßplatz strahlt, machen es sich die Besucher auf den auf dem Schloßplatz aufgestellten Bänken bequem, holen sich etwas zu trinken oder eine Spezialität aus fernen Ländern. Schwarze, weiße, türkische und russische Kinder spielen gemeinsam, rennen um die Bänke herum oder geben bei einem Bobby-Car-Parcours ihr Bestes. Familien sitzen beisammen, genießen das schöne Wetter und das bunte Rahmenprogramm auf der Bühne. Als Ergänzung zum multikulturellen Freundschaftsfest ist die Veranstaltung auf dem Schlossplatz gedacht. Mit dabei sind Schüler der Landgraf-Ludwig-Realschule Plus und der Grundschule Husterhöhe, die Tänze aufführen, singen oder einen Beitrag zum Thema Integration von Migranten vorbereitet haben. Es gibt „Rap gegen Rechts“ und eine türkische Trommlerformation, die dem Publikum ihr ganzes Können unter Beweis stellt. Um die Mittagszeit spielt eine aus dem französischen Bitche angereiste, türkische Ukulele-Gruppe. Ein Mitglied singt auf türkisch und spielt seine orientalische Ukulele so, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Fernab von den üblichen Urlaubsorten in der Türkei gab es hier einen tieferen Einblick in die türkische Kultur. Neben einem Informationsstand vom Beirat für Migration und Integration ist die Polizei mit einem Bus vor Ort, um Nachwuchskräfte – „sehr gerne auch mit Migrationshintergrund“ – zu suchen und das Thema Prävention aufzugreifen. Einige Pirmasenser Parteien haben es sich ebenfalls nicht nehmen lassen und auch einen Stand aufgebaut – sie verkaufen amerikanische Hot Dogs, laden zur Weinprobe oder betreuen die Kinder bei dem Bobby-Car-Parcours. Die Katholische Junge Gemeinde bastelt mit den Kindern, die es am Samstagnachmittag etwas ruhiger angehen lassen wollen. Es werden Gestecke mit Tannenzapfen und viel buntem Filz gezaubert. Vor allem die Mädchen schauen froh aus und freuen sich, ihren Eltern etwas Selbstgemachtes schenken zu können. Von einem Stand riecht es ganz besonders gut nach Gewürzen. Es gibt türkische Spezialitäten, die man sonst hier in Deutschland nur selten bis gar nicht findet – gebackener Teig mit zerlaufenem Käse und Spinat oder Fladen mit Gemüse und Soße gefüllt. Die Pirmasenser greifen zu und lassen es sich gut gehen. Eine Trennung der verschiedenen Kulturen kommt so gut wie gar nicht vor – viele mischen sich untereinander, sitzen beisammen und verständigen sich, wenn es sein muss, mit Händen und Füßen. Am Stand des Veranstalter, des Beirats für Migration und Integration, gibt es einige ausländische Interessenten, die sich in Listen eintragen und sich für die Neuwahlen im November registrieren lassen. Die Beiratsmitglieder Anja Koc und Wladimir Gratz geben ihnen Auskunft und ermutigen sie, die Interessen der Migranten zu vertreten. Aber auch Deutsche wollen sich über die Arbeit des Beirates informieren, der am 6. Juli schon sein nächstes Fest, zusammen mit anderen Institutionen, begeht. Dann findet im Park an der Pauluskirche das 21. Multikulturelle Freundschaftsfest statt. Dieses Mal unter dem Motto „Fremde brauchen Freunde. Wir auch“. (tada)