Dahn RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisgalerie: Ohne Licht keine Farbe

„Sonnenland“ ist der Titel dieses Gemäldes von Eckhard Meier-Wölfle in der Dahner Kreisgalerie.
»Sonnenland« ist der Titel dieses Gemäldes von Eckhard Meier-Wölfle in der Dahner Kreisgalerie.

Mit Eckhard Meier-Wölfle präsentiert sich in der Kreisgalerie ein Lichtkünstler. Mit Licht, das durch Gläser scheint und Licht, das von Leinwänden reflektiert wird. Der Niersteiner macht aus den früheren Schulsälen regelrechte Licht-Farb-Räume.

Der 1957 in Braunschweig geborene Meier-Wölfle war schon öfter in Dahn beim Kunstverein oder in der Kreisgalerie zu sehen. Es ist einer der ruhigeren Künstler, der dennoch bleibende Eindrücke hinterlässt. Studiert hat der im Kreis Mainz-Bingen lebende Künstler eigentlich Kartografie, davon ist in seinen Bildern aber nichts zu sehen. „Lichtland“, „Sonnenland“ oder „Lichtkreuze“ sind die Titel seiner Werke. Künstlerisch kommt Meier-Wölfle aus der Fenstermalerei und das ist seinen Gemälden auf Leinwand anzusehen. Es könnten auch Kreationen für ein Kirchenfenster oder eine Kunst-am-Bau-Gestaltung sein.

Meier-Wölfles Kunst macht den Betrachter auf das Licht an sich aufmerksam. Ohne Licht keine Farbe. Das Rot auf der Leinwand wird vom menschlichen Auge nur wahrgenommen, weil der Farbstoff eine bestimmte Wellenlänge von Licht reflektiert. Dabei ist das Auge der begrenzende Faktor. Tiere nehmen andere Wellenlängen als Menschen wahr. Im Spektrum des menschlichen Auges fehlen viele Wellenlängen. Die Realität ist eine gänzlich andere, als der Mensch sie sehen kann.

Leicht und luftig

Auf solche Fragen machen die Bilder von Meier-Wölfle auch aufmerksam. Er inszeniert das Phänomen Licht, lässt mit seiner transparenten Malweise das Licht durchscheinen. Welche Art von Farben er verwendet, lässt er im Dunkeln. Strukturmassen sind auf einigen der Bilder zu erkennen. Es könnten feine Aquarellfarben sein, so leicht und luftig kommen die Gemälde des Künstlers daher.

Eckhard Meier-Wölfle
Eckhard Meier-Wölfle

Konkrete Landschaften malt er nicht. Auf seinen Gemälden dominiert nur das Licht, das mit Farbbändern und gelegentlich einer großen oder auch kleineren Sonne eine Struktur erhält. Der Künstler spielt mit der Farbe auf der Leinwand wie mit Schleiern vor einem Fenster. Meier-Wölfle bezeichnet es selbst als nach Ordnung strebende grafische Konstruktion. „Die freien malerischen Elemente, verbunden mit nach Ordnung strebender grafischer Konstruktion, ergeben ein ausgewogenes Spannungsverhältnis. Licht wirkt als Ruhepol.“ Senkrechte und waagrechte Linien sollen dem Auge Halt geben. In zahlreichen auf- und abgetragenen Schichten und Überlagerungen und unter Verwendung von feinsten, hochlichtechten Künstlerfarben wächst die Komposition heran.

Zirbelkiefer und Glas

„Die Welt ist Licht“ nennt er seine Ausstellung. In Meier-Wölfles Bildern gibt es tatsächlich nur lichtdurchflutete Leinwände, die nicht immer im Rechteck bleiben sondern auch mal kreisrund sein können. Die Leinwände werden in der Dahner Ausstellung durch Holzobjekte ergänzt, bei denen der Künstler aufwendig produzierte Glaselemente integriert, die sein Thema „Licht“ durchscheinen lassen. Spiegel und Winkel kommen dazu und verfeinern das Spiel mit Licht.

Ganz besondere Gläser verwendet er auch, die das Licht auf raffinierte Art brechen sollen. In zwei Werken sorgen LEDs für das Licht. Und auch beim Holz nimmt der Künstler nicht irgendein Fundstück aus dem Wald. Es muss dann schon eine Zirbelkiefer aus dem Alpenraum sein. Vielleicht wegen der besonderen Stabilität dieser Holzart, die eine Kombination mit den starren Glaselementen einfacher werden lässt.

Info

Eckhard Meier-Wölfle: Licht, Dahn, Kreisgalerie, Schulstraße 14, bis 28. Juli, geöffnet täglich außer montags von 15 bis 18 Uhr.

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