Kosmos Klinik
Krankenhausserie: So arbeitet die Anästhesie im Pirmasenser Klinikum
Die erste Stelle in Köln und sein damaliger Doktorvater hätten ihn für das Fachgebiet der Anästhesie und der Schmerztherapie begeistert, erzählt Henn. „Das Thema war damals noch gar nicht so umfangreich und selbstverständlich“, sagt er. Mit der Anästhesie verbinde man in erster Linie die Narkosen. „Das ist jedem Fall eine unserer Hauptaufgaben“, sagt Henn. Darüber hinaus betreuen die Fachärzte seiner Abteilung die intensivmedizinischen Patienten, sind verantwortlich für die Organisation der Notarztdienste und für die Versorgung der Schmerz- und Palliativpatienten. Das große Spektrum seiner Arbeit und die fachübergreifenden Behandlungen seien es, die den Reiz für ihn ausmachten, sagt er.
Henn wollte nicht so lange in Pirmasens bleiben
Als er im August 1995 gemeinsam mit seiner Frau nach Pirmasens kam, dachten beide nicht daran, so lange zu bleiben. „Die Stelle als leitender Oberarzt war eine Chance, aber doch eher als Übergang geplant“, erzählt er. Dass er geblieben ist, hat er nie bereut. Das liege auch daran, wie sich das Haus und seine Abteilung entwickelt hätten. „Zu Beginn hatten wir in der Anästhesie nicht einmal ein Sekretariat“, erzählt er. Das vermeintliche Manko bot gleichzeitig Chancen. Henn konnte gemeinsam mit Verantwortlichen und Kollegen Strukturen aufbauen und die Abteilung sukzessiv erweitern. „Mit echter Team-Arbeit und einer homogenen Gruppe sind wir nun in allen Disziplinen gut aufgestellt“, schließt er dabei Ärzte genauso wie die Pflegekräfte ein. Die Mischung stimme, meint er.
Nah am Patienten dran
„Wir haben eine sehr stabile Abteilung mit erfahrenen Kräften, die teilweise von Anfang an dabei sind, ergänzt von jungen Medizinern und Pflegern“, erklärt Henn. Die stellen sich unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Allen sei gemein, dass sie in andere Disziplinen hineinwirkten, sagt der Chef. Bei der Aufklärung, Planung und Durchführung der Narkose seien sie nah dran bei den Patienten. Gleichzeitig übernehmen die Kollegen die intensivmedizinische Versorgung während der Operation. Zu ihren Aufgaben gehört zudem die Notfallversorgung von Unfällen oder bei lebensbedrohlichen Erkrankungen und die Besetzung des Rettungswagens.
Ein Gebiet, das Henn schon seit seiner Promotion am Herzen liegt, ist die Schmerztherapie. Die greift nur infolge von Operationen, sondern zieht akute und chronische Schmerzzustände – sowohl bei stationären Schmerzpatienten im Sinne eines „schmerzfreien Krankenhauses“ als auch bei Patienten der Schmerzambulanz, mit ein.
Henn engagiert sich auch im Hospiz
Eng daran knüpft die Versorgung von Patienten mit einer unheilbaren Krankheit an. In der Palliativmedizin gilt es für die Ärzte, ganz speziell auf die Bedürfnisse der Kranken einzugehen. Daraus ist für Carsten Henn eine weitere Aufgabe und ein echtes Anliegen erwachsen: Als Vorsitzender des Fördervereins und beratender Palliativmediziner engagiert er sich für das stationäre Hospiz „Haus Magdalena“ in Pirmasens.
Neben all diesen Aufgaben ist der Chefarzt aktuell Ärztlicher Direktor des Pirmasenser Krankenhauses. „Eine Aufgabe, die ich nur so gut ausfüllen kann, weil ich ein verlässliches und loyales Team hinter mir weiß“, betont er.