Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Krankenhaus Pirmasens fährt einen Tag auf Notstrom

Auf der Intensivstation werden mobile Beatmungsgeräte geladen - an grünen Steckdosen, die im Fall eines Stromausfalls direkt übe
Auf der Intensivstation werden mobile Beatmungsgeräte geladen - an grünen Steckdosen, die im Fall eines Stromausfalls direkt über die Notstromversorgung betrieben werden.

Am Samstag, 17. Mai, wird die Stromversorgung im Städtischen Krankenhaus Pirmasens gewartet, weshalb der Klinikbetrieb auf Notstrom umgestellt wird.

Alle drei bis fünf Jahre ist eine Wartung der Stromversorgung in dieser Größenordnung notwendig, berichtet Diplom-Ingenieur Andreas Heintz. Mit dieser regelmäßigen Instandhaltung wird die Betriebssicherheit des Krankenhauses gewährleistet. „Strom ist für uns entscheidend: Alle medizinischen Geräte hängen an der Stromversorgung dran“, ergänzt Heintz. Zwei Zuleitungen der Stadtwerke versorgen über einen Trafo das Städtische mit Strom. Zur Wartung der Schaltanlagen und Verteiler muss der Strom abgeschaltet werden.

Was aber nicht heißt, dass das Krankenhaus stillgelegt wird: Die Klinik hat ohnehin eine reguläre Notstromversorgung, am 17. Mai kommt ein mobiles Notstromaggregat hinzu, damit auch weiterhin eine Stromversorgung gewährleistet ist. Denn der Krankenhausbetrieb wird aufrechterhalten, allerdings werden alle verzichtbaren Abteilungen und Bereiche vom Strom genommen – das reicht von den Fernsehgeräten in den Patientenzimmern über die Verwaltung bis zur Cafeteria. Auch medizinische Großgeräte, die große Stromflüsse benötigen, stehen nicht zur Verfügung - etwa Computertomographen, Magnet-Resonanztomografen, Röntgen-Anlage, Herzkathetermessplatz und Labor-Großgeräte. Mit Notstrom versorgt werden die medizinischen Abteilungen, Operationssäle und Stationen, auch die Telefonanlage und Aufzüge funktionieren. Die medizinische Versorgung ist gesichert, wenn von 7 bis 17 Uhr die Wartungsarbeiten laufen.

Rettungsdienste fahren umliegende Kliniken an

Allerdings soll auch der medizinische Betrieb auf das Notwendigste beschränkt werden, macht Jan Weymann, Leiter der Anästhesie und ärztlicher Geschäftsführer, deutlich. Während der Planungen dieses außergewöhnlichen Kliniksamstags wurde mit den Rettungsdiensten und der Leitstelle in Landau gesprochen, damit das Pirmasenser Krankenhaus möglichst nicht angefahren wird, sondern Patienten in die benachbarten Krankenhäuser gebracht werden. Auch diese sind informiert und gerüstet dafür, dass der eine oder andere Patienten mehr an diesem Tag aufgenommen werden muss. Auch werden die Rettungsdienste, ergänzt Uwe Bernhardt, Assistent des Verwaltungsdirektors und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, am 17. Mai mehr Krankenwagen bereitstellen, weil die Transportwege weiter sind.

Notfalldienstzentrale in der Pettenkoferstraße mit mehr Personal

Zwar hat die Notaufnahme geöffnet, aber die Belastung soll an diesem Samstag möglichst heruntergefahren werden. Daher geht auch der Appell an die Bevölkerung, sich in erster Linie an die Ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale der niedergelassenen Ärzte zu wenden. Diese – nur wenige Meter entfernt in der Pettenkoferstraße 13 bis 15 im ASB-Gebäude – wird am 17. Mai ab 9 Uhr mit deutlich verstärktem medizinischem Personal arbeiten, um mehr Patienten behandeln zu können. Zielsetzung des Pirmasenser Krankenhauses ist es, dass an diesem Tag nur die unumgänglichen Notfälle in der Notaufnahme behandelt werden.

In der Vorbereitung für diesen besonderen Samstag wurden viele Szenarien durchgespielt, sodass das Städtische Krankenhaus auch für alle Fälle gerüstet ist, machen Heintz und Weymann deutlich. Die Dienstpläne des medizinischen und pflegerischen Personals sind entsprechend gestaltet worden, dass auf besondere Situationen reagiert werden kann, berichtet der ärztliche Geschäftsführer. Und der technische Leiter, der mit „Heerscharen an Technikern“ aus dem Haus und von einer Fremdfirma im Einsatz ist, hat sich ebenfalls dafür gerüstet. Sollte sich tatsächlich gerade an diesem Tag ein größeres Unglück ereignen, könnte auch schnell reagiert und die Stromversorgung wieder in Betrieb genommen werden.

„Ich bin nicht besorgt“, macht Weymann deutlich, dass der Krankenhausbetrieb trotz der Ausnahmesituation nur mit kleinen Einschränkungen stabil weiterlaufen wird. Der ärztliche Geschäftsführer macht darauf aufmerksam, dass gerade diese Wartungsarbeiten auch dafür sorgen, einen stabilen Klinikbetrieb garantieren zu können. Denn ohne Strom geht im Krankenhaus nichts, ein stabiles Netz ist unerlässlich. Aus diesem Grund sind gerade Operationssäle, Intensivstation und wichtige medizinische Geräte abgesichert, teilweise mit eigenen Akkus, teilweise über Steckdosen, die direkt zur Notstromversorgung führen. So sind auf der Intensivstation grüne Steckdosen mit dem Dieselnotstromaggregat verbunden, rote Steckdosen mit einer Notstrombatterie, die unterbrechungsfrei die Notstromversorgung der wichtigsten Medizingeräte sicherstellt. Nach kurzer Zeit – circa zehn bis 15 Sekunden – übernimmt das Dieselnotstromaggregat dann die Versorgung der roten Steckdosen. Diese garantieren einen unterbrechungsfreien Betrieb von lebenswichtigen medizinischen Geräten.

x