Pirmasens
Kraftsport: Thomas Bold aus Hermersberg lässt wieder Weltrekorde purzeln
Sechs Weltrekorde, die Auszeichnung „Best Lifter“ und zwei Weltmeistertitel – besser geht es wohl nicht: Der Hermersberger Kraftsportler Thomas Bold war bei der Weltmeisterschaft der „World Power Lifting Union“ am Sonntag in Schwetzingen extrem erfolgreich.
Der 57-Jährige schaffte in der Disziplin „Kreuzheben Raw“, dabei sind Kniebandagen erlaubt, 202,5 Kilo. Im „Kreuzheben Classic Raw“, dabei ist außer einem Gürtel kein Equipment erlaubt, hob Bold 200 kg. In jedem seiner je drei Versuche jeder Disziplin egalisierte beziehungsweise überbot der Hermersberger die bestehenden Weltrekorde. Im Classic Raw lag die Bestmarke bisher bei 167,5, in der Raw-Disziplin bei 177,5. Auch zeichnete der Veranstalter-Verband World Power Lifting Union den Pfälzer als „Best Lifter“ (bester Heber) aus.
In Relation von Alter, Gewicht und Leistung gab es keinen Athleten, der besser war als der 81 Kilogramm schwere Hermersberger, der seit sieben Jahren konsequent vegan lebt. Begleitet wurde Bold von Ehefrau Silke, ebenfalls Veganerin. Statt auf Eiweiß setzt er auf Kohlenhydrate. „Linsen enthalten mindestens so viel Eiweiß wie ein Steak“, stellt er fest.
Vorm Wettkampf von 86 auf 81 Kilogramm „abgespeckt“
In den vier Wochen vorm Wettkampf hieß es abnehmen. Bold speckte von 86 auf 81 kg ab. Die Stunde der Wahrheit schlug am Wettkampftag um 9 Uhr beim Wiegen. „Ich habe vorher nichts gegessen. Als die Waage 81 anzeigte konnte ich endlich wieder essen“, so der frisch gebackene Doppelweltmeister.
Während die Konkurrenten große Mengen Fleisch und Hüttenkäse verzehrt hätten, habe er Datteln, veganen Kuchen und Süßkartoffeln bevorzugt. „Datteln bringen ganz schnell Energie, das weiß ich“, so der Experte in Sachen Kraft und Ernährung. Beim Wettkampf filmte Gattin Silke das Geschehen zur Erinnerung. „Davon habe ich allerdings nichts mitbekommen, du bist einzig auf den Wettkampf fixiert“, beschreibt Bold die Minuten vor dem eigentlichen „Kraftakt“. Als feststand, dass die Weltrekorde purzelten, war die Freude groß. Das Training in der eigenen Muckibude im Keller hatte sich gelohnt.
Selbst einigermaßen überrascht, dass viele deutlich schwerere Athleten nicht an die 200 Kilogramm herankamen, erklärt Bold diese Tatsache ebenfalls mit der veganen Ernährung. „Ich kenne keine Rückenprobleme, vor Erkältungen und Krankheiten bleibe ich bisher verschont, ein großes Plus“, macht er klar. Das Jahr lässt er jetzt gemütlich ausklingen, im nächsten stehen neue sportliche Herausforderungen bevor. Welche er annimmt, darüber macht sich Thomas Bold in den nächsten Wochen weltmeisterliche Gedanken. |dy