Pirmasens Kopf an Kopf ins letzte Saisondrittel
«CONTWIG.»Zehn Spieltage vor Vollendung der Fußball-A-Klasse Süd gibt es zwei punktgleiche Tabellenführer, Contwig und Waldfischbach. Der SG Waldfischbach gelang gestern am Contwiger Bahnhof die Revanche für die 0:2-Niederlage im Kreispokalfinale vor Wochenfrist. Sie gewann die vor allem im zweiten Abschnitt hochspannende Spitzenpartie 2:1 (1:0). Contwigs Trainer Max Blum kommentierte die Palatia-Niederlage nach Spielende gefühlsecht: „Ich bin grad maximal enttäuscht.“
Blum hatte von seiner Palatia in der zweiten Hälfte zuhauf vergebene Chancen gesehen. Dieser Umstand trübte seine Stimmung. Außerdem eine strittige Entscheidung von Schiedsrichter Marvin Schmidt, die in der 38. Spielminute die Waldfischbacher 2:0-Führung gebracht hatte. Philipp Götzinger hatte im Strafraum im Zweikampf mit Waldfischbachs Moritz Neupert das Bein lang gemacht. Nach Beobachtung Blums und vieler Contwiger Anhänger hatte Götzinger den Ball getroffen. Der Unparteiische sah aber ein Foul und deutete auf den Punkt. SG-Mittelfeldmann Christian Küntzler scheiterte mit dem Strafstoß zwar noch am gut reagierenden Palatia-Keeper Moritz Betz. Der Schütze bekam den abgewehrten Ball aber noch mal vor die Füße und traf im Nachsetzen. Max Blum wollte die Schuld an der dritten Saisonniederlage aber nicht auf den Schiedsrichter abladen. Seine Truppe habe eben zu viele Möglichkeiten ausgelassen. Das Topspiel des Tabellenzweiten beim -ersten begann zerfahren. Die beiden Spitzenmannschaften fabrizierten viele Fehlpässe, Chancen aus dem Spiel heraus hatten Seltenheitswert. Der erste Contwiger Abschluss war ein Freistoß von Stefan Kehl, der aus rund 20 Metern über den Waldfischbacher Kasten strich. Später versuchte es Kehl aus ähnlicher Position noch einmal mit einem Freistoß, diesmal war allerdings Waldfischbachs Torwart Matthias Jordan zur Stelle. Eine weitere Möglichkeit der Palatia vergab Philipp Koch. Sein schöner Drehschuss aus 20 Metern ging übers Tor. Nach der Szene mit dem Strafstoß, die zur Gästeführung führte, hatte Waldfischbach gleich die Chance, das Ergebnis höher zu schrauben. Der sehr aktive Johannes König wurde im Contwiger Fünfmeterraum aber in letzter Sekunde vom Ball getrennt. Nach dem Kabinengang kam die Palatia dann in Fahrt, sie machte Druck und bestimmte das Spiel. Philipp Götzinger brachte nach Ecke von Stefan Kehl einen Aufsetzer aufs Gästetor, der Ball ging aber vorbei. Die SG Waldfischbach verlegte sich in der Contwiger Drangphase aufs Kontern. Einer dieser schnellen Gegenzüge brachte in der 70. Spielminute das 2:0. Moritz Neupert ging auf der rechten Seite durch, ließ jeden stehen, der ihm nachrannte, und legte dann den Ball in den Strafraum. Dort erfreute sich Christian Küntzler größtmöglicher Freiheit, stand ungedeckt und schoss aus kurzer Distanz ein. Diesem Zwei-Tore-Rückstand lief die Palatia verbissen nach. In der 79. Spielminute gelang Nikolaus Sefrin nach einer Tim-Tropper-Flanke der Anschlusstreffer. Die Schlussphase bestand dann nur noch aus Contwiger Anrennen. Das Spiel wurde jetzt ruppig, auch von außen wurde es laut. Schiedsrichter Schmidt zeigte ein paar Gelbe Karten, direkt nach dem Abpfiff sogar noch eine Rote gegen den Contwiger Marcel Hoffmann. Dann war Schluss. Waldfischbachs Trainer Dirk Flammann freute sich wie ein Schneekönig über die prompte Wiedergutmachung. Die Pokal-Pleite habe seine Mannschaft doch sehr geknickt. „Das hier war ein Sechs-Punkte-Spiel“, sagte der Coach. So spielten sie SV Palatia Contwig: Betz – Hein, Kehl, Moutous (50. Höh), Semar (72. Utzinger)– Götzinger, Hein, Rausch, Tropper , Koch – Hoffmann SG Waldfischbach: Jordan – Jörg, Gampfer, Schneider, Wollenschläger – Zimmermann, Küntzler, Weiss, Wilhelm (75. Scherrer), Neupert – König (85. Hörner) Tore: 0:1 Küntzler (38.), 0:2 Küntzler (70.), 1:2 Sefrin (79.) – Gelbe Karten: Rausch, Koch, Götzinger – König, Zimmermann, Weiss, Neupert, Küntzler – Rote Karte: Hoffmann (90.) – Beste Spieler: Kehl, Sefrin, Hoffmann – Jordan, Küntzler, König – Zuschauer: 180 – Schiedsrichter: Marvin Schmidt (SV Rodenbach).