Pirmasens Kommunionkinder spenden für Kindertafel – inklusive Arbeitseinsatz

Die Katechistinnen Alexandra Meyer (hintere Reihe, von links), Nicole Hartmann, Julia Schreiber, Isabelle Hirth und Linda Mertz
Die Katechistinnen Alexandra Meyer (hintere Reihe, von links), Nicole Hartmann, Julia Schreiber, Isabelle Hirth und Linda Mertz begleiten die Kommunionkinder zur Pirmasenser Tafel und übergeben an Esther Ochtrop, die stellvertretende Vorsitzende (mittig mit orangefarbenen Schurz), den Spendenscheck.

Statt sich gegenseitig zu beschenken, haben 16 Kommunionkinder aus dem Dahner Tal Spenden für die Kindertafel gesammelt. Bei der Tafel in Pirmasens haben sie auch angepackt.

Eine Gruppe von Mädchen hilft Ursula Sandmeyer-Lickteig, die Bäckerei zu bestücken. Andere Kinder sortieren das Obst, tüten Kartoffeln ein und richten Milchprodukte, die von den Supermärkten gespendet und in die Räume der Tafel in der Werner-Egk-Straße in Pirmasens gebracht worden sind. 16 Kinder aus Erfweiler, Hinterweidenthal und Dahn sind gekommen. Sie wollen nicht nur für die Kindertafel spenden, sondern auch mal mit anpacken, um gerettete Lebensmittel an Bedürftige weiterzugeben.

„Die Kinder sind zusammen in der Dahner St. Laurentius Kirche zur Kommunion gegangen“, erzählt Katechistin Linda Mertz. Es sei die Idee der Kinder gewesen, untereinander auf Geschenke zu verzichten, und dafür lieber für die Kindertafel zu spenden. Die Dahner Grundschule spende öfter an die Tafel, erzählen die Katechistinnen Alexandra Meyer, Nicole Hartmann, Isabell Hirth und Julia Schreiber, die mit ihren Kindern zur Tafel gekommen sind. Nicht nur über die Spendenaktion „Sponsored Walk“, bei dem Schüler sich in ihrem Umfeld Sponsoren suchen. 550 Euro sind bei der Spendenaktion der Kommunionkinder nun zusammengekommen, die die Kinder in Form eines übergroßen Schecks an die Ehrenamtlichen der Tafel überreichen.

Hilfe für 15 Horte und Spielstuben

Es sei toll, dass die Kommunionkinder aus Dahn den bedürftigen Kindern helfen wollen, dass sie dieses Thema aufgenommen haben, und in ihre Familien hineintragen, lobt Helmut Maurer aus dem Vorstand der Pirmasenser Tafel. Kinder seien in einer Familie die schwächsten Glieder und bräuchten oft Unterstützung. Nur sei es eben kein öffentliches Thema, dass es sogar Kindern in nächster Umgebung nicht gut gehe. Umso mehr freut er sich über die Kinder aus dem Dahner Tal, die dies mit ihrer Spende publik machen. So funktioniere Spendenwesen, betont er: vom Bekanntmachen und Erzählen. Jeder Euro sei wertvoll, um Bedürftigen ein leichteres Leben zu ermöglichen oder einer Familie zu helfen, überhaupt über die Runden zu kommen.

Die Kindertafel in Pirmasens gibt es seit dem Jahr 2006. Etwa 15 Einrichtungen werden beliefert – überwiegend Horte und Spielstuben, wie die Lern- und Spielstuben in der Ohmbach, am Wasserturm, auf dem Sommerwald und im Winzler Viertel. Denn die bekommen laut Maurer vom Staat – im Gegensatz zu Kindergärten und Schulen – keine Zuschüsse über „Bildung und Teilhabe“. „Wir helfen auch den Realschulen plus auf dem Kirchberg und der Husterhöhe, damit die Kinder ein gesundes Frühstück bekommen“, ergänzt er. Das Obst dafür kaufe die Pirmasenser Tafel direkt auf dem Wochenmarkt – und zwar stiegenweise – und liefe es dann aus.

Für die Nardinischule und den Hort laufe die Unterstützung ein wenig anders. „Die holen sich auf dem Markt Gemüse, um in der Zentralküche der Schule zu kochen“, erklärt das Vorstandsmitglied. Das sei bedeutend günstiger, als einen Caterer zu beauftragen. Denn der Staat springe bei der Nardini-Einrichtung nicht ein, wenn die Eltern für das Essen der Kinder nicht aufkommen können.

Immer mehr Privatspenden

Pro Einrichtung profitieren 80 bis 100 Kinder von der Obstlieferung, 150 Kinder bekommen durch die Unterstützung der Tafel ein Mittagessen gekocht. Auf Antrag sei es auch möglich, einzelne Kinder zu unterstützen, informiert Maurer. Meistens seien es die Sozialarbeiter in den Familien, die dafür sorgten, dass Kinder Unterstützung erhielten – mit Obst und Essen, aber auch bei den Hausaufgaben, die in den Einrichtungen am Nachmittag betreut werden. Damit die Kinder dort bleiben können, sei es wichtig, das Mittagessen zu ermöglichen. „Wir wollen, dass die Kinder eine gute Betreuung bekommen, einen Schulabschluss machen und später vielleicht nicht zur Tafel kommen“, erklärt er. Das sei das Ziel. Damit sei den Kindern geholfen, den Eltern und der Gesellschaft auch.

Pro Jahr steht der Kindertafel ein Budget zwischen 20.000 und 25.000 Euro zur Verfügung. Oft spendeten Firmen zur Weihnachtszeit, aber immer mehr Privatpersonen würden den Kindern helfen wollen, indem sie zum Beispiel ihre Geburtstagsgäste bitten, an die Kindertafel zu spenden, statt ein Geschenk zu kaufen.

Info

Die Tafel sucht stets ehrenamtliche Helfer. Besonders für den Donnerstag seien Mitstreiter willkommen, betont Esther Ochtrop, die stellvertretende Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Interessierte können sich während der Bürozeiten unter der Telefonnummer 06331 148697, unter der Mobilnummer 0151 72008942 oder per E-Mail an info@pirmasenser-tafel.de melden.

Die Spendenkonten: Sparkasse Südwestpfalz, Iban DE1354250010004002515; VR-Bank Pirmasens eG, Iban DE49542617000004881729. Wer explizit für bedürftige Kinder spenden möchte, kann auf der Überweisung „Kindertafel“ vermerken.

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