FUSSBALL
Kolumne „Tore, Träume, Temperamente“: Eigentor, Elfer-Drama und Platzverweise in Bruchweiler
... dass in diesem 9:8 alles drin war.
Was für ein Match! Bei SG Bruchweiler gegen SV Gersbach war am Sonntag alles drin, was ein spannendes Fußballspiel braucht. Klar, war ja auch Pokal. 3:3 stand es nach 120 Minuten, dann entschied ein ultralanges Elfmeterschießen, wer in die zweite Kreispokalrunde einzieht. Dabei war dann die SGB glücklicher als die Gäste aus dem Pirmasenser Vorort und siegte mit 9:8.
„Im Pokal haben wir in den letzten Jahren immer gut ausgesehen“, sagte Bruchweilers Spielertrainer Yannik Nagel (29) über die eine Klasse höher spielenden Gersbacher, die durch ein Tor ihres Spielertrainers Giovanni Montuoro in Führung gegangen waren. Ein anderer Gersbacher, Mahmod Kalash, erzielte das 1:1: Eigentor nach scharfer Hereingabe von Nico Hammer. Bruchweiler zog durch zwei Treffer von Ex-U19-Regionalligaspieler Alexander Zeitz auf 3:1 davon. Dann traf der Ex-Dahner und in der vorigen Saison für die Sportfreunde Bundenthal auch zuweilen in der Landesliga stürmenden Abdoulaye Guene ebenfalls zweimal: 3:3.
Es ging in die Verlängerung, auch weil zwei Treffern von Bruchweiler wegen Abseits die Anerkennung versagt worden war. Dann wurde es bunt. Dennis Wegmann, der als einziger Spieler der SGB die Gelbe Karte gesehen hatte, beschwerte sich beim Schiedsrichter wegen dessen Abseitsentscheidungen. Dieser legte dies, wie er Nagel mitteilte, als Meckern aus und zog Gelb-Rot. Da wollte Gersbach nicht nachstehen. Der vom FC Dahn nach Gersbach gewechselte Achmed Mohammed Alsadig sah nach wiederholtem Foulspiel ebenfalls Gelb-Rot. Auch er war in der fairen Partie der einzige mit Gelb vorbelastete Spieler des SVG gewesen.
Dann das Elfmeterschießen: Beide Mannschaften verwandelten jeweils ihre ersten vier Elfer – 7:7. Dann schoss Nico Hammer aus elf Metern rechts neben das Tor. Montuoro hätte das 7:8 und damit das Siegtor für Gersbach erzielen können, doch er ballerte den Ball über die Latte. Die nächsten beiden Schützen, Johannes Muck und Guene, trafen zum 8:8. Dann schnappte sich Bruchweilers Matchwinner, der 20-jährige Torwart Robin Burkhart, den Ball, versenkte ihn zum 9:8, ging elf Meter weiter in sein Tor und fischte den Schuss des nächsten Gersbachers aus der linken Ecke. Das ist Pokal.
... dass Frust in einer Sprudelkiste mündet.
Um den Einzug in die zweite Kreispokalrunde wurde am Sonntag auch im Pirmasenser Stadtteil Sommerwald gespielt. Dort gewann der SV Rot-Weiß mit 4:2 gegen die SG Donsieders/Clausen. Bemerkenswert dabei: Der vom SV Gersbach zurückgekehrte Marcus Herrlich markierte drei Treffer. Und er legte in der zweiten Hälfte zweimal für seinen Sturmpartner Jonas Bär perfekt auf. Doch es war nicht Bärs Tag. Er versemmelte die Topchancen. Und dann wurde Bär vier Minuten vor Ende der Partie auch noch ausgewechselt. Da saß der Frust tief. An der Bank angekommen, trat er gefrustet an einen mit Sprudelflaschen gefüllten Kasten, der meterweit durch die Luft flog. „Er war mit sich selbst unzufrieden“, gab der neue Rot-Weiß-Spielertrainer Steven Zimmermann eine Begründung für die Frusttat. Konsequenzen habe der Tritt keine. Auch Bär verletzte sich dabei offenbar nicht. Auch das ist Pokal.