Pirmasens Keine Zeit für Langeweile

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Etwa zwei Jahre lang hatte beim Pfälzer Turnerbund ein kleines Team um Vizepräsidentin Inge Hollerith (Rodalben) und Geschäftsführer Holger Abel (Pirmasens) in enger Zusammenarbeit mit Uwe Hauser von der Stadt Pirmasens das Turnfest Rheinland-Pfalz organisiert. Eine ungemein vielfältige Großveranstaltung, die Ende Mai vorwiegend in Pirmasens, aber auch in den Hallen der TS Rodalben und des Dahner Schulzentrums bei weitem nicht nur Landesmeisterschaften im Gerätturnen, im Mehrkampf, in Rhythmischer Sportgymnastik oder im Trampolin- und Rhönradturnen beinhaltete. Nein, die große Turnerfamilie nahm die Menschen mit, animierte sie zum Fitness-Test, zum „Arschbomben-Contest“ oder zum Schlabbeflicker-Wettkampf, lockte sie zu grandiosen Turn-Shows, feierte mit den Pirmasensern auf dem Exerzierplatz bei Live-Musik und Höhenfeuerwerk. Und: Das Wetter spielte mit. An den fünf Tagen zogen alle Unwetter an Pirmasens vorbei, erst eine Stunde nach der prächtigen Abschlussfeier begann es zu regnen. Bei dieser hatte Oberbürgermeister Bernhard Matheis den 2500 Zuschauern auf der Tribüne des Stadions Husterhöhe und den rund 650 Teilnehmern auf dem Rasen zugerufen: „Ihr wart eine großartige Gemeinschaft, die unsere Stadt in den vergangenen fünf Tagen bereichert hat.“ Das Stadion Husterhöhe war im August auch Schauplatz einer besonderen Fußballbegegnung. Der SC Hauenstein trug dort das erste DFB-Pokal-Spiel seiner Vereinsgeschichte aus. Und der Sportclub, der sich mit dem erstmaligen Gewinn des Verbandspokals für diesen nationalen Wettbewerb qualifiziert hatte, zeigte beim 1:2 gegen Bayer Leverkusen eine grandiose Leistung, hatte in einer packenden Schlussphase sogar dicke Chancen zum 2:2-Ausgleich. Und das gegen in Bestformation angetretene Bayer-Profis, die in den folgenden Wochen in sechs Champions-League-Spielen ungeschlagen blieben und das Achtelfinale gegen Atlético Madrid erreichten! In der laufenden Oberligarunde dagegen blieb Hauenstein bislang unter seinen Möglichkeiten. Eine Fußball-Etage höher machte es der FK Pirmasens mal wieder spannend, sicherte sich erst durch einen 4:1-Sieg in Neckarelz am letzten Spieltag der Saison 2015/16 den Verbleib in der Regionalliga – was für die Feierabendfußballer gegen die fast ausnahmslos unter Profibedingungen arbeitende Konkurrenz ein echter Erfolg ist. In der laufenden Runde könnte es ähnlich eng werden. Der SV Herschberg hatte 2016 viel zu feiern. Seine erste Mannschaft wurde unter Spielertrainer Jens Mayer Meister der Landesliga West, stieg erstmals in die Verbandsliga auf und überwintert dort als Tabellenfünfter; die zweite Mannschaft schaffte den zweiten Aufstieg in Folge, gehört nun der A-Klasse an. Auch die Sportfreunde Bundenthal spielen jetzt so hochklassig wie nie zuvor, kletterten als Meister der Bezirksliga Westpfalz in die Landesliga, wo das Team von Trainer Stefan Nagy ebenfalls im Vorderfeld zu finden ist. Ein Aufsteiger des Jahres ist auch der TV Dahn, dessen Handballer nun um Pfalzliga-Punkte kämpfen. Aus der Wasgaustadt kommt der Deutsche Meister in der Rhythmischen Sportgymnastik, die Gruppe der SG Dahner Felsenland. Weniger erfolgreich war die SG Fortuna Rodalben, die nach einem Jahr in der Kegel-Bundesliga wieder absteigen musste. Das Jahr 2016 bot auch die außergewöhnliche Premiere einer Sportveranstaltung. Für den 1. Pirmasenser Triathlon inklusive Sprint-Landesmeisterschaft wurde auf dem Messplatz im Winzler Viertel eigens ein mobiles Schwimmbecken aufgebaut. Im August 2017 soll die Fortsetzung folgen, dann als Liga-Sprintwettkampf. Dass das Pfälzerwald-Marathon-Wochenende 2017 seine zwölfte Auflage erlebt, versteht sich von selbst. Der Vier-Kilometer-Firmenlauf zum Auftakt der drei Pirmasenser Lauftage im September verzeichnete allein 1400 Starter. Über die hügeligen 42,2 Kilometer siegten die Lokalmatadoren Matthias Wagner und Jessica Kammerer, die bereits zum fünften Mal die schnellste Frau war. Auch von einem Wolkenbruch ließen sich im Juli die Macher des Winzler Reitvereins nicht stoppen, pumpten das Wasser in Windeseile ab und setzten ihr Top-Turnier ungerührt fort. Nächstes Jahr richten die Winzler erstmals auch die Landesmeisterschaften aus.

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