Pirmasens Keine Routiniers aus der zweiten Mannschaft

Hermersberg. Schon zehn Niederlagen, zwei Unentschieden und nur ein Sieg – Daten eines Abstiegskandidaten. Der SV Hermersberg steht nach null Punkten aus den letzten sechs Begegnungen am Tabellenende der Fußball-Landesliga West, hat nun schon sechs Zähler Rückstand auf den Vorletzten, den VfR Kirn. Doch für SVH-Trainer Frank Weber ist es kein Thema, seine extrem junge Mannschaft mit Routiniers aus der zweiten Mannschaft zu verstärken.
Zu Hermersbergs A-Klasse-Team zählen immerhin drei Männer, die schon höherklassig ihr Können unter Beweis gestellt haben: Der 27-jährige Ex-Juniorennationalspieler Mario Diehl schoss in 83 Oberligaspielen für den FK Pirmasens, den SC Hauenstein, den SVN Zweibrücken und den 1. FC Kaiserslautern 19 Tore, Heiko Bzducha (31), gemeinsam mit Jens Lehnhardt Spielertrainer des SVH II, machte 135 Regional- und Oberligaspiele für den FKP, Christian Schweig war Stammkraft in Hermersberger Verbandsligazeiten. „Die drei sind aber beruflich so eingeschränkt, dass sie eh schon so gut wie nie trainieren können. Außerdem setzt der Verein auf die Jugend und wird den eingeschlagenen Weg jetzt auch nicht verlassen“, stellt Weber klar. Andererseits räumt er ein, dass es im Nachhinein betrachtet vielleicht besser gewesen, nach der vergangenen Runde den ein oder anderen Routinier zu behalten. Aber der Verein habe sich bewusst dagegen entschieden. Und Weber zeigt sich bereit, diesen Weg mitzugehen: „Der SVH hat diese Marschroute eingeläutet, um auch mal wieder eine Mannschaft mit vielen Hermersbergern zu haben. Und der Verein verfügt ja auch über eine gute Jugendabteilung.“ Die vielen jungen Spieler in seinem Kader seien noch nicht gänzlich in der Landesliga angekommen, sinniert der 48-Jährige. Sehr zufrieden zeigt sich der frühere Klassestürmer mit der Trainingsbeteiligung. Auch in den Spielen mangele es den Gelb-Schwarzen nicht an Einsatzfreude und Leidenschaft. Über seinen Trainerjob macht sich der frühere Erst- und Zweitligaprofi nach eigenen Worten (noch) keine Gedanken. „Das müsste ich, wenn wir nur vier oder fünf Leute im Training wären oder wenn ich von den Verantwortlichen und den Zuschauern ständig negatives Feedback bekommen würde. Aber das ist gar nicht der Fall“, betont Weber. Allerdings klebe er auch nicht an seinem Trainerstuhl. Wenn eine Negativwelle zu lange anhalte, müsse man sich als Verantwortlicher Gedanken machen. „Dann glauben die Spieler auch nicht mehr, was du denen vorne erzählst“, weiß Weber. Am Samstag (Anstoß: 15:30 Uhr) empfangen die Hermersberger die mit 17 Punkten aus 13 Spielen auf Rang zehn liegende SG Meisenheim/Desloch-Jeckenbach, nach Webers Einschätzung „eine ganz schwere Aufgabe“. Aber er hoffe auf ein Erfolgserlebnis vor den beiden Kreisderbys am Samstag, 5. November, in Eppenbrunn und am Sonntag, 13. November, in Bundenthal. Besagte SG Eppenbrunn gastiert am Sonntag (15.30 Uhr) beim Tabellenvorletzten Kirn. Am Sonntag, 16 Uhr, empfangen die heimstarken Sportfreunde Bundenthal den SV Nanzdietschweiler, der wie Kirn erst elf Punkte gesammelt hat. |sep