Pirmasens Kein Strohhalm mehr: SC Hauenstein ist abgestiegen
«Hauenstein.»Der SC Hauenstein muss aus der Fußball-Verbandsliga absteigen. Durch das 1:2 (1:1) gestern im Kreisderby gegen die SG Rieschweiler ist klar, dass der Sportclub den nur vielleicht rettenden drittletzten Platz nicht mehr erreichen kann. Seit 1986 spielte der SCH stets mindestens auf Verbandsliga-Niveau. Nun geht es in die 1989 gegründete Landesliga West, in der Hauenstein noch nie gespielt hat.
„Wir hätten gewinnen müssen. Und selbst dann wäre die Möglichkeit sehr klein gewesen, es noch zu schaffen“, sagte der Trainer des Tabellenletzten, Alexander Hornung. Seiner Mannschaft, die er kurz nach dem Abpfiff um sich versammelte, bescheinigte er, alles versucht zu haben: „Ihr habt euch nichts vorzuwerfen. Ein Punkt wäre verdient gewesen.“ Sprach`s und gab seinem Team frei bis zum nächsten Spiel am Mittwoch (19.15 Uhr) gegen Eintracht Bad Kreuznach. Theoretisch könnte der SCH noch Vorletzter werden. Doch diese Platzierung würde nur dann reichen, wenn unter anderem der ASV Fußgönheim ein drittes Mal nicht antritt und daher aus dem Spielbetrieb ausscheidet. Doch der ASV hat nach eigenem Bekunden Vorkehrungen getroffen, damit dies nicht passiert. Das Glück hatte Hauenstein auch gestern nicht auf seiner Seite. Bereits nach 38 Minuten musste Aktivposten Kai Schacker vom Feld. Bei einem Zweikampf hatte er sich ohne Schuld des Gegners seine Schulter ausgekugelt. Noch vor Ort wurde die Schulter unter Narkose wieder eingerenkt. Zur weiteren Untersuchung wurde Schacker dann ins Krankenhaus transportiert. Für ihn kam Thorsten Riggers. Im zweiten Durchgang vergeigte der Sportclub zahlreiche Chancen. Es war einmal mehr der verletzungsbedingt erst zur Schlussphase eingewechselte Christof Seibel, der zum Sturm aufs gegnerische Tor blies. Nach 67 Minuten passte Seibel nach schönem Alleingang auf Riggers, doch dieser schoss aus zwölf Metern Torentfernung SGR-Schlussmann Jan Ohle in die Arme. Nur zwei Minuten später setzte sich Seibel erneut durch. Diesmal verpasste Yannick Roth seine scharfe Hereingabe. Eine weitere Minute später scheiterte Seibel selbst allein vor dem toll reagierenden Ohle. Da lag Hauenstein bereits seit geraumer Zeit 1:2 zurück. Kevin Rose hatte Rieschweilers Felix Decker regelwidrig gestoppt – knapp vor der Strafraumgrenze, sagten die Hauensteiner Beteiligten; auf der Strafraumlinie, befand Schiedsrichter Florian Stahl. SCH-Torwart Kevin Jung war bei Marc Daniel Arzts Elfer am Ball, doch dieser sprang von seiner Faust unter die Latte (52.). Dabei hatte das Spiel für die Platzherren gut begonnen. Die im 4-4-2 angetretenen Gäste erweckten vor 200 Zuschauern zunächst nicht den Eindruck, als kämpften sie gegen den Abstieg. Nach 17 Minuten schickte Schacker Rose gegen die aufgerückte Gästeabwehr in die Tiefe. Der Torjäger vollstreckte zum 1:0. Das 1:1 fiel aus heiterem Himmel. Hauensteins Defensive war einen Augenblick nicht im Bilde, der künftige Hauensteiner Bastian Brauner bediente Arzt, der mit einem platzierten Schuss traf. „Wenn wir mal Fußball gespielt haben, waren wir besser. Der Sieg war verdient und eminent wichtig“, sagte Rieschweilers Trainer Björn Hüther. Die dickste Möglichkeit zum 1:3 vergab Tobias Leonhard, der am glänzend reagierenden Kevin Jung scheiterte (75.). So spielten sie SC Hauenstein: Kevin Jung - Keller, Padberg, Ochs, David Jung - Wick, Leininger (85. Peterson) - Roth, Schacker (38. Riggers), Scherer (65. Seibel) - Rose SG Rieschweiler: Ohle - Stemmler, Sprau (77. Kolb), Dausmann, Felix Decker (65. Maximilian Decker) - Greinert, Ohlinger, Arzt, Brauner - Buchholz (54. Brödel), Leonhard.