Lemberg RHEINPFALZ Plus Artikel Jutta Wenzel: Tischtennis, Trompete, Theater

Jutta Wenzel (Dritte von links) beim Galakonzert des Lemberger Blasorchesters im Jahr 2018.
Jutta Wenzel (Dritte von links) beim Galakonzert des Lemberger Blasorchesters im Jahr 2018.

Jutta Wenzel war eine der ersten Musikerinnen des Lemberger Blasorchesters, das 2022 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Eine Turnerkapelle gab den Ausschlag.

Jutta Wenzels Elternhaus lag neben der Turnhalle des TV Lemberg. Die Familie habe damals ein Schauturnen besucht, und wie bei alten Turnvereinen üblich, spielte bei solchen Anlässen eine Turnerkapelle. Damals die aus Contwig, da der Lemberger Verein noch kein eigenes Blasorchester hatte. „Ich habe immer den Trompeter geärgert, bis er mich mal spielen ließ. Ich war sofort begeistert“, erzählt die Lembergerin. Bei den ersten Gesprächen zur Gründung einer Musikabteilung sei sie gleich dabei gewesen und dann immer bei den Proben donnerstags.

Die damals geknüpften Freundschaften bestehen heute noch. Die frisch gegründete Musikabteilung sei öfter zusammen weggefahren. „Das war einfach eine schöne Zeit“, erinnert sich Wenzel gerne an die frühen Jahre im Lemberger Turnverein. Den Unterricht habe sie bei Bernd Jörg in der Kreismusikschule genommen. Die Musikabteilung war noch nicht so weit wie heute, dass der Nachwuchs selbst ausgebildet wird.

Musik als drittes Hobby

Die Musik wurde Jutta Wenzels drittes Hobby. Im Turnverein spielte sie ambitioniert Tischtennis. Bis in die erste Pfalzliga führte sie die Tischtenniskarriere. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie damit aufhören. Das Theaterspiel, auch im TV Lemberg, macht sie aber immer noch. Jedes Jahr steht sie mit der Truppe unter der Leitung von Michaela Gebhardt in der Halle auf der Bühne. Und die Trompete habe sie auch noch nicht weggelegt. „Ich müsste aber mehr üben“, sieht sie ihr Engagement selbstkritisch.

Die Gemeinschaft im Lemberger Blasorchester sei das Wichtigste für sie, betont Wenzel. Wie bei Musikabteilungen von Turnvereinen üblich, sind nicht nur die Turner zu Turnfesten auf Landes- und Bundesebene gefahren, sondern meist auch die Musikabteilungen. Dort wurde auch im Wettbewerb gespielt. Die Wertungsspiele seien immer aufregend gewesen, erinnert sie sich. Vor allem das ganze Drumherum der Turnfeste, die sie nach Berlin, Hamburg, Leipzig, Konstanz oder Dortmund führten. Geschlafen wurde in Massenquartieren und das mache sie immer noch gerne auch heute, wenn sie zu einem Turnfest mitfährt.

Wobei es auch immer einiger Vorbereitung bedarf für ein größeres Konzert oder gar ein Turnfest. Vor einem Konzert gebe es meist ein Probewochenende, oft findet es auswärts statt, beispielsweise im Landschulheim Ludwigswinkel.

Probewochenenden

Ein Probewochenende sei ziemlich anstrengend. Freitag werde von 20 bis 22 Uhr geprobt. Am Samstag mit extra engagierten Dozenten werde von 9 bis 16 Uhr sowie wieder von 20 bis 22 Uhr geprobt und am Sonntag noch mal von 10 bis 12 Uhr. Wobei ihr Part im Orchester nicht ganz so anspruchsvoll sei. Wenzel spielt die dritte Trompete. „Das ist nicht so anstrengend“, meint sie lachend.

2004 kam es zur Abspaltung der Musikabteilung vom Turnverein. Die Musiker wollten als Blasorchester Lemberg selbstständig sein. Was Jutta Wenzel nicht kommentieren möchte. „Ich hatte nie Stress mit dem Turnverein“, betont die Trompeterin, die heute immer noch für den TV auf der Bühne steht und bei den Zeltlagern mithilft.

Heino und Udo Jürgens

Jutta Wenzels Lieblingsstück bei Konzerten ist das Medley „In Junkers Kneipe“, ein Schlager von Heino. Auch Medleys von Udo-Jürgens-Hits gehört zu ihren Favoriten. Bigband-Stücke seien nicht so ihr Ding: „Polka und Marsch sind mir am liebsten.“

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