Pirmasens „Jeder ist willkommen“: Projektchor in Winzeln gestartet

Gernot Gölter leitet den Projektchor mit seiner Stimme und am Klavier.
Gernot Gölter leitet den Projektchor mit seiner Stimme und am Klavier.

Seit Anfang Februar probt in Winzeln ein offener Projektchor. Chorleiter Gernot Gölter erzählt, wie er mit dem Projekt neue Mitglieder für den Kirchenchor gewinnen will.

Ich kann weder singen noch Noten lesen? Kein Problem, sagt Gernot Gölter. In seinem Projektchor sei jeder willkommen, der Spaß am gemeinsamen Singen hat. Sein Motto: „Jeder kann seine Stimme trainieren.“ Der 44-Jährige leitet seit 2011 den protestantischen Kirchenchor in Winzeln. Seit 2017 wird der Projektchor jedes Jahr neu aufgelegt – abgesehen von einer coronabedingten Pause. Die Proben finden in der Regel montags von 19.30 Uhr bis 21 Uhr im Gemeindesaal der Bonhoeffer-Kirche statt.

Ziel des Projektchors sei nicht nur das Abschlusskonzert am 21. Juni, sondern auch, neue Stimmen für den regulären Kirchenchor zu gewinnen, so der 44-jährige Chorleiter. „Unser Stammchor wird nicht jünger.“ Der Projektchor setzt sich sowohl aus den Stammchoristen als auch interessierten Neuzugängen zusammen. „Von den Neuen können wir jedes Jahr dann auch ein paar für den Stammchor begeistern“, berichtet Gölter.

Volkslieder und weltliche Stücke im Fokus

Der Projektchor unterscheidet sich vom Kirchenchor vor allem durch die Liedauswahl. Diese trifft Gölter bewusst vorab. Als Schulmusiker habe er beobachtet, dass deutsche Volkslieder zunehmend in Vergessenheit geraten. Deshalb liegt der Fokus in diesem Jahr auf traditionellen Volksliedern und weltlichen Stücken. Zu viele Titel kann er noch nicht verraten, da sich die Auswahl im Laufe der Proben noch verändern kann. Zwei Klassiker sind aber sicher dabei: „Horch, was kommt von draußen rein“ und „Wo's Dörflein traut zu Ende geht“.

Früher sei Gölter der Jüngste im Chor gewesen, doch durch den Projektchor seien inzwischen auch einige jüngere Stimmen dazugekommen. „Wir wollen mit dem Projektchor dem Chorsterben entgegenwirken“, so der 44-Jährige. Wie in den meisten Chören seien es verstärkt die Männerstimmen, die fehlen. „Zwischenzeitlich war mein Vater die einzige Tenorstimme im Chor“, erzählt er. Das habe sich inzwischen geändert.

Noch Luft nach oben

Zur ersten Probe des Projektchors am 2. Februar kamen neben den Stammchoristen sechs weitere Neugierige. Das sei noch ausbaufähig, meint Gölter, zeigt sich aber optimistisch: „Erfahrungsgemäß kommen mit jeder Probe mehr Neue dazu.“ Genau deshalb hält er die Liedauswahl zunächst flexibel und passt sie an die neuen Stimmen an. „Man muss nicht beim ersten Termin dabei gewesen sein, um bei unserem Projektchor mitzumachen“, erklärt er, ergänzt aber, dass ein Einstieg ganz am Ende der Probephase schwer möglich sei.

Unter anderem die Unvorhersehbarkeit ist es, die Gölter am Projektchor reizt: „Als Chorleiter weiß ich nie, was auf mich zukommt.“ Jedes Jahr bringe neue Stimmen mit sich, die das Ensemble ergänzen. Das Ergebnis ihrer Arbeit präsentiert der Projektchor schließlich am 21. Juni bei einem sommerlichen Serenadenabend in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche.

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