Meinung Je stärker die SPD, desto schwächer die AfD
Die Pirmasenser Genossen gaben sich bei ihrem Treffen kampfeslustig und präsentierten sich geschlossen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie ihre Wahlschlappe von 2024 nicht gut verkraftet haben. Gerade einmal 19,3 Prozent der Wähler machten in Pirmasens ihr Kreuz bei der SPD. Besonders schwer wiegt für die Genossen, dass die aus ihrer Sicht rechtsextreme AfD 24,3 Prozent holte. Mit dem schlechten Wahlergebnis geht für die SPD ein Bedeutungsverlust im Stadtrat und der Kommunalpolitik einher.
Der neue Parteivorsitzende Christian Zehfuß ist noch unbekannt. Wenn er clever ist, wird er versuchen, dies als Chance zu nutzen. An seiner Seite stehen zwei Genossen, die in der Gewerkschaftsarbeit tief verwurzelt sind und letztlich aus dem klassischen Arbeitermilieu kommen und sich hochgearbeitet haben. Gerade in dieser Wählerschaft feierte die SPD nicht nur in Pirmasens früher große Erfolge. Die Entfremdung zwischen den einstigen SPD-Stammwählern und der Partei nutzte die AfD. Weniger mit kommunalpolitischen Inhalten als mit dem Ritt auf der bundesweiten Erfolgswelle. Je stärker die SPD in Pirmasens ist, desto schlechter wird die AfD abschneiden.

