Nachruf Jazz-Gitarristin Susan Weinert mit 54 Jahren gestorben

Susan Weinert (1965-2020).
Susan Weinert (1965-2020).

Im Oktober strahlte sie noch, als sie in Zweibrücken beim Euroclassic-Festival mit ihrem „Rainbow Trio“ spielte – am Montag ist die Neunkircher Komponistin und Gitarristin Susan Weinert im Alter von 54 Jahren gestorben.

Die Jazzerin hatte schon länger Krebs, das war bekannt – aber es unterbrach ihren Schaffensdrang nicht und auch nicht ihre Liebe zur Musik. Bei ihrem letzten Konzerten im November in Neunkirchen und im Dezember in Köln stellte sie die neue CD „Der Baum vor meinem Fenster“ vor, die erst im April erscheinen wird. Es sind originelle, kraftvolle, zuweilen auch ein bisschen melancholische und impressionistisch angehauchte Stücke, die die Schülerin der US-Jazzer John Abercrombie und Mike Stern zuletzt komponierte.

Denn eigentlich war ihr kein Genre fremd, auch wenn sie eindeutig vom Jazz kam und von der akustischen Gitarre. In den letzten Jahren mischte sie auch andere Genres in ihre Stücke – von Funk, Rock, Rap bis zu Klassik und Weltmusik, ohne dass ihre Kompositionen und Improvisationen den Susan-spezifischen Klang verloren. Dass die Saarländerin, die sich früh für die Musik entschied und 1985 mit ihrem Mann Martin die „Susan Weinert Band“ gründete, bei allen Erfolgen – sie spielte in Europa, den USA auf Einladung des Goethe-Instituts auch in Asien und Afrika – neugierig, unkonventionell und natürlich blieb und um ihre Person wenig Aufsehen machte („Leise, fast unbemerkt“ hieß eines ihrer letzten Stücke), sorgte neben ihrem großen Können dafür, dass sie bei ihren Mitmusikern wie bei ihren Zuhörern so beliebt war.

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