Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Jäger präsentieren sich im Pirmasenser Strecktalpark

Foto: Elig
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Wenn Gäste aus Amerika anreisen, um bei einem 70. Geburtstag dabei zu sein, dann muss es ein ganz besonderes Jubiläum sein. Die Kreisjägerschaft Pirmasens-Zweibrücken feiert an diesem Wochenende ihr 70-jähriges Bestehen im Strecktalpark. Die Feier lockt teils weitgereiste Gäste an.

Der siebenjährige Justus und sein vierjähriger Bruder Lincoln gehören am Samstagnachmittag zu den Gästen, die wohl eine weitere Anreise hinter sich hatten. Auf die Frage, woher sie denn kommen, antworten beide unisono und in feinsten saarländischen Dialekt: „Aus Amerika“. Sie übernachten in der neuen Jugendherberge und verbinden den Aufenthalt mit einem Rundgang, betreut von Papa Richard Rudolph, seines Zeichens, amerikanischer Pastor in St. Wendel.

„Darf ich das Rehkitz mal anfassen?“, fragt die sechsjährige Helene den Obmann für Umwelt und Naturschutz, Hubert Lang aus Contwig. Noch bevor dieser antworten kann, hält der große Bruder von Helene, Lukas, einen Marder in seinen Händen. Interessiert saugen die beiden Kirkeler Geschwisterkinder die fachkundigen Informationen von Lang auf, der unter andrem erklärt, dass ein Rehkitz eben nicht Bambi heißt und ein Marder kein Stinktier ist, auch wenn es eine optische Ähnlichkeit gibt.

Der Vater wirft die Flinte ins Korn

Papa Andreas sieht sich interessiert das jagdliche Schießen an. Er probiert es selbst einmal, dann lässt er anderen den Vortritt. Als es darum geht, die Flinte in die Hand zu nehmen, wirft er diese sprichwörtlich lieber ins Korn. Gleichwohl ist das Interesse am „Frankonia“ Schießstand groß, sich mit Laserwaffen zu versuchen. Treffen ist gar nicht so einfach, auch wenn die Rotte von Wildschweinen recht groß zu sein scheint, die im Film über die Leinwand laufen. „Das war ein Küchenschuss, hinten rein, vorn raus“, kommentiert Frank Hüther die Schießkünste eines Besuchers. Er ist stellvertretender Obmann der Jungjäger und betreut den digitalen Schießstand.

Ein schattiges Plätzchen ist angesichts von Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke im Strecktalpark begehrt. Der Kleine Münsterländer „Gordon von der Teufelsburg“ nutzt den Schatten eines Pavillon, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, während Frauchen Angelika Färber aus Heusweiler, Jagdschmuck verkauft. Von Armbändern und Halsketten bis Windlichtern ist bei der „Saujägerin“, wie auf ihrer Visitenkarte zu lesen ist, alles erhältlich, und jedes Stück ist ein Unikat.

Der dienstälteste Jagdhornbläser ist überhaupt kein Jäger

Derweil unterhalten Jagdhornbläser die Besucher im Strecktalpark. Einer der Dienstältesten unter ihnen ist Engelbert Jüllig. Der 80-Jährige aus Donsieders spielt seit 30 Jahren Jagdhorn bei der Jagdhornbläsergruppe Holzland, die am Samstag ebenso wie die Jagdhornbläsergruppe Sickingerhöhe und Zweibrücker die Besucher mit jagdlichen Klängen unterhalten. Schmunzelnd erklärt der Musiker mit erhobenem Zeigefinger und einem schelmischen Blick: „Ich bin kein Jäger, ich spiele nur in der Bläsergruppe mit, weil Nachwuchs fehlt“. Immer an seiner Seite begleitet Gattin Annel ihren Gatten. „Ich muss horchen, ob sie Fehler spielen“, erzählt sie ebenfalls mit einem verschmutzen Lächeln.

Viel Information und Aufklärung über Jagdhunderassen und das richtige Verhalten von Jagdhund und Führer im Wald erhalten die Besucher vom Hundeobmann, dem Ruppertsweilerer Hartmuth Zimmermann. Als Publikumsmagnete erweisen sich auch die Falken und eine Eule. „Sie sind sehr soziale Wesen, leben in Gruppen“ klärt die Eigentümerin von Geierfalke „Whiskey“, Elke Kölsch auf.

Die Liebhaber kulinarischer Köstlichkeiten kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Ob mit Flammkuchen von den Jungjägern, Wildbratwürsten oder Frikadellen aus dem Wildmobil des Landesjagdverbandes oder einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee, es gibt nicht, was es nicht gibt.

Die Organisatoren sind sehr zufrieden

Als „ein „gelungenes Programm“ und „zufrieden mit der Resonanz“ resümiert der Kreisgruppenvorsitzende, Holger Spange, den ersten von zwei Tagen Jubiläum. Monika Askani-Busch, die stellvertretenden Kreisgruppenvorsitzende und Mitglied des Organisationsteams, freut sich am Ende eines erlebnisreichen Samstages über die reibungslose Logistik.

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