Pirmasens „In Körper hineinhören“

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Angelo Seelinger war Stammtorhüter der TS Rodalben, sagte dann dem Handball vor dreieinhalb Jahren Adieu und feierte nun ein tolles Comeback im TSR-Pfalzligateam. Auch heute (Anwurf: 20 Uhr) steht er parat, wenn es in der TSR-Halle gegen den Tabellenneunten, die angriffsstarke, aber abwehrschwache TG Oggersheim geht. Herbert Striehl sprach mit dem 34-Jährigen.

Herr Seelinger, Sie kamen nach langer Pause wie Phönix aus der Asche. Wie kam es dazu, wer hat Sie überredet?

Eigentlich hatte ich den Handballsport nie abgeschrieben. Seit einem halben Jahr habe ich zeitweise mit der zweiten Mannschaft trainiert und mich langsam wieder rangetastet, dabei vergangenen Herbst einmal gegen Thaleischweiler gespielt. An die erste Mannschaft hatte ich keine Gedanken verschwendet. Da Philipp Trogler nun sein Engagement bei der TSR beendete, hat Trainer Moritz Baumgart bei mir nachgefragt, ob ich den verwaisten Posten besetzen möchte. Für mich war es selbstverständlich, dass ich ihm und dem Team helfe. In den beiden Spielen, in denen Sie eingewechselt wurden, hielten Sie mehrere Siebenmeter - in Dansenberg mit einem Nachschuss sogar vier. Eine Spezialität von Ihnen? Kein Zufall, man kennt ja das Wurfverhalten der Schützen. Je nachdem ob sie Rechts- oder Linkshänder sind, kann man deren Vorgehen erahnen. Zudem wird im Training diese Situation eifrig geübt. Vor Jahren habe ich im Spiel gegen Offenbach mal sechs Siebenmeter gehalten, worauf „Angelo der Teufelskerl“ in der Presse stand. Wieso hörten Sie mit 31 Jahren im besten Torwartalter auf? Mein Körper zwang mich dazu, da ich einen Bandscheibenvorfall hatte. Haben Sie jetzt keine Probleme mehr? Mit einem Aufbauprogramm, das viel Schwimmen und häufige Besuche im Fitness-Studio enthielt, habe ich meinen Rücken gestärkt. Ich muss jetzt mehr in meinen Körper hineinhören. Werden Sie auch nächste Saison im Tor der TSR stehen? Das kann ich noch nicht entscheiden. Ich werde versuchen, die Rückrunde schmerzfrei zu überstehen. Was erwarten Sie noch von Ihrer Mannschaft, die nach dem 25:26 in Dansenberg aus dem Titelrennen raus ist und von den restlichen acht Saisonspielen sechs in eigener Halle bestreitet? Der dritte Platz am Saisonende ist ein Muss. Zweiter wäre bedingt durch die personelle Situation eine tolle Sache. Gibt es ein emotionales Erlebnis, das Sie in ihrem Sport bisher erfahren durften? Der Pfalzligaaufstieg 2012, bei dem ich der Torhüter war und wir vor 600 begeistert mitgehenden Zuschauern in eigener Halle den Aufstieg perfekt gemacht haben. Hatten Sie im Handball ein Vorbild? Ja, „Hexer“ Thiel. Er war ein großer Analyst und mit den Augen immer hellwach. So hat er vieles vorausgeschaut.

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